Planung von Frankfurt Jetzt!

 

Herrmann Kossmann und Angela Jannelli bei der KonzeptionsarbeitVergangene Woche haben wir uns mit den Museografen
Kossmann.de Jong aus Amsterdam getroffen, um weiter an “Frankfurt Jetzt!” , der Dauerausstellung zur Gegenwart und Zukunft unserer Stadt, zu arbeiten.
Neudenken, Entwerfen und die Konzeptionsarbeit ist eine der interessantesten Aufgaben in unserem Beruf, aber nicht immer leicht. Herrmann Kossmann (KdJ) und Angela Jannelli (hmf) bei der Arbeit vor dem Panorama des Römerbergs.
Solange es noch geht, genießen wir den Blick aus dem Büro des Museumsdirektors Jan Gerchow.

 

Katja Weber und Susanne Gesser beim Neudenken

 

 

 

Katja Weber und ich bilden mit Angela Jannelli zusammen das Team in historischen museum, welches “Frankfurt Jetzt!” konzipiert, erarbeitet und betreut.

 

 

oranje modellbesucher

Hier sehen wir Martin Saemmer aus dem Museografen-Team, im Vordergund das Modell des Ausstellungsraumes, das mit nicht nur mit Möbeln und Menschen gefüllt wird.

 

 

 

 

 

 

oranje Modellbesucher

 

 

… ob die Farbe unserer Modellbesucher etwas damit zu tun hat, dass unsere Museografen aus Amsterdam kommen?

 

 

 

 

 

 

Zur Frankfurt-Story an dieser Stelle zu gegebener Zeit mehr….

Eine echte Trouvaille

Es war schon lange geplant, die gut verpackte Rolle in der Graphischen Sammlung vor dem Umzug auszupacken. Außer Inventarnummer und dürftigen Angaben zum Bild wusste aber keiner so genau, was sich dahinter versteckte. Und dann das:
 

 
Eine echte Trouvaille! Frankfurt gesehen vom Sachsenhäuser Ufer aus, wohl vom Brückenturm.
Der Künstler Karl Sager hat es 1909 nach einem Panorama (1847) von Carl Georg Enslen angefertigt. Die Ansicht ist leicht verzerrt (das berühmte Fischauge) – mehr dazu steht auf unserer Homepage.

Auf dem Bild oben schauen sich die Papierrestauratorin Birgit Harand und Praktikantin die vielen kleinen Einzelszenen an, die das Panorama so spannend macht. Hier ein Blick auf Sachsenhausen: Die Hühner auf den Dächern, die Wäsche auf der Wiese und die Bahn am rechten Bildrand gefallen uns sehr.

Nun überlegen wir uns den geeigneten Platz in der Neukonzeption. Denn dass dieses Panorama unbedingt gezeigt werden muss, ist klar!

Museum als Objektklappe

Manchmal funktioniert ein Museum auch wie eine Art Babyklappe – Bürger und Bürgerinnen bringen das vorbei, was sie erhaltungswürdig oder museumsreif halten.

So fand dieser Tage ein sorgsam eingepacktes Schild den Weg zu uns, mit dem Hinweis, das historische museum dürfte es behalten bzw. entsorgen.

Das Schild stammt offensichtlich aus der Zeit der Rassentrennung in den USA. Ein Frankfurtbezug ist nicht zu erkennen. Zu unserer Aufgabe gehört es nun, zu überlegen, ob und wie das Stück in die Sammlung passt oder ob wir etwa eine Institution kennen, zu der es besser passen würde – es werden sozusagen die Adoptiveltern gesucht, um in der Analogie zu bleiben.

Exponate finden

Neukonzeption eines Museums heisst auch, die Sammlungen neu zu befragen, aber auch gegebenfalls zu ergänzen, da die Schwerpunkte nun etwas anders liegen.

Dazu muss man nicht immer unbedingt gleich etwas kaufen – abgesehen davon, dass es für die Objekte, die wir suchen, keinen Markt gibt.  Vielmehr ist es auch interessant, zu schauen, was andere Institutionen in ihren Sammlungen haben. Und manche Institutionen sind auch daran interessiert, die Stücke als Leihgabe länger zur Verfügung zu stellen.


Eine solche Institution ist das etwa Museum Walldorf. Im Museum wird die lokale Erinnerung gepflegt – in der älteren und in der jüngeren Vergangenheit. Hier werden u.a. Stücke aufbewahrt, die an die Bürgerproteste der Startbahn West erinnern, die Ende/Anfang  der 1970/80er Jahre das Rhein-Main-Gebiet nachhaltig prägten und darüber hinaus auch ganz Deutschland erschütterten. 2004 erarbeitete die heutige Stadt-Archivarin Frau Hecht eine Ausstellung über die “Küchenbrigade” – jenen gestandenen Walldorfer Bürgerinnen, die für das gesamte Hüttendorf im Stadtwald kochten. Teile der Ausstellung sind im Museumsdepot verblieben. Darunter etwa ein Rad mit Protestaufklebern, das während der Zeit des Hüttendorfes gute Dienste tat. Oder das Walldorfer Wappen, nun mit Kochlöffeln aus Keramik – ein Erinnerungsstück an die FAG – das hat nichts mit dem Flughafengesellschaft zu tun, sondern bezieht sich auf die kochende Frauenarbeitsgemeinschaft Walldorf.

Begeistert hat mich auch das kleine Stück Badesalz, das kreativ umgetauft wurde zu “Börners Waldersatz FAG Instant Baum” (sorry, das Foto ist leider etwas unscharf).

Die Reichsinsignien sind im Dom!

Wie bereits auf unserer homepage berichtet, sind seit Freitag die Reichsinsignien im Dommuseum zu sehen. Bis die historischen Bauten des Museums fertig saniert und Ende 2011/ Anfang 2012 der Allgemeinheit geöffnet werden, sollen die Reichsinsignien nicht im Depot verschwinden.

Im Dommuseum, sind Krone, Zepter und Apfel im Zusammenhang mit anderen Exponaten, die im Kontext der Kaiserkrönungen eine Rolle spielten, zu sehen. Unsere Reichsinsignien sind jedoch “nur” Kopien der Originale. Diese Kopien immerhin sind von Kaiser Wilhelm II. für die Stadt in Auftrag gegeben worden, um an die ehemalige Bedeutung als Wahlort zu erinnern. In der Zeit zwischen 1562 und 1792 fanden 10 Kaiserkrönungen bei uns in Frankfurt statt.

Schüler und Schulklassen, die mehr dazu wissen wollen, können gerne eine Führung buchen: “Wie man einen Kaiser macht” besucht mehrere authentische Orte des Wahl- und Krönungsgeschehens. Anmelden kann man sich dafür hier: 069-21235154

Oder besuchen Sie selbst das Dommuseum. Dort sehen Sie auch z.B. liturgische Gewänder, die aus Kleidern von Kaiserinnen hergestellt wurden oder den Krönungsaltar.

Als Souvenir haben wir – nicht nur für Kinder – einen wunderbaren Kronen-Bastelbogen im Angebot. Der ist für 2,50 € erhältlich im kinder museum frankfurt und im Dommuseum.

Und hier noch ein Blick hinter die Kulissen: die Presse bei der Arbeit

So viel Platz wie 10 Legehennen

Im Zusammenhang mit dem Umzug müssen wir natürlich auch über die Möblierung der Büros nachdenken. In der Regel nehmen wir die vorhandenen Möbel mit, das geht aber leider nicht immer. Da sind z.B. die Schreibtische: Nicht alle passen in die neuen Büros hinein, weil zu raumgreifend. Einige  Zeit wurde bereits damit verbracht, um über Schreibtische, deren Größen und Kosten zu recherchieren, nachzudenken und zu diskutieren.
Hier nun ein Selbstversuch, wie klein ein Schreibtisch sein kann.  40 x 100 cm und alles passt drauf! Mehr Platz steht auch 10 Legehennen nicht zu. Und etwas mehr als 10 Eier pro Tag werde ich sicher produzieren können.
Aber Arbeitsmediziner keine Sorge, dies ist nur eine Übergangslöung, damit der PC nicht auf dem Boden stehen muss.

Es wird leer…

Der Umzug ist jetzt deutlich spürbar – jeden Tag wird unser Büro leerer. Seit gestern fehlt ein Schreibtisch, heute ist das Besprechungstischchen nebst Stühlen und Materialcontainer verschwunden. Aber die sind glücklicherweise gut aufgehoben: Sie möblieren derzeit das mobile Büro im Bauwagen, den wir im Rahmen unseres Ausstellungsprojekt Stadtlabor-unterwegs im Ostend geparkt haben. Im Bauwegen sitzt meine Kollegin Katja Weber und wartet auf Besucher, die Objekte und Geschichten zum Ostend abgeben wollen. Mehr dazu auf dem Stadtlabor-Blog.

Kranballett

Auch in der Mittagspause können wir nicht von unserem Arbeitsort lassen – und so erklimmen wir die 318 Stufen des Domturms, um von oben das Kranballett des historischen museums zu beobachten.

Auch die Haustechnik und der Handwerkerdienst verlassen die Saalgasse.

Die Haustechnik und die Haushandwerker treffen die ersten Vorbereitungen für den anstehenden Umzug von der Saalgasse in den Westen Frankfurts. Die neuen Büromöbel werden bereits aufgebaut. Für den Umzug der Maschinen und der Werkstatteinrichtungen werden dann später professionelle Kräfte einer Spedition verantwortlich sein. Der Umzug der Verwaltung und des Handwerkerdienstes wird am 21. März durchgeführt. Ab dem 22. März werden dann die angeschlossenen Häuser des historischen museums frankfurt, das Kindermuseum an der Hauptwache, das caricatura am Weckmarkt und das Porzellanmuseum im Kronberger Haus in Frankfurt-Höchst aus den neuen Räumen und Werkstätten versorgt.

Beim Einpacken: das Puppenhaus

Das Puppenhaus der Familie Weller aus der Zeit um 1910 hatte jahrelang seinen Platz in der Dauerausstellung des historischen museums. Die detailreiche Ausstattung ließ einen immer wieder staunen.

Das Puppenhaus wurde eigens für die Tochter angefertigt. Hier waren auch die Möbel in Kleinformat zu sehen, die auch das Haus der Familie zierten. Das Puppenhaus ist deshalb nicht nur Spielzeug, sondern auch ein Zeugnis bürgerlichen Wohnens in Frankfurt. Es überzeugte nicht nur durch die Ausstattung, sondern auch durch Modernität: Auf jeder Etage ein Telefon – und das um 1900!



Nun wird das Puppenhaus sorgfältig von der Kuratorin Ursula Kern verpackt und in Kisten verstaut.