Auf diesen Stühlen nimmt niemand mehr Platz – der Verwaltungstrakt im historischen museum ist verwaist und wir sind nun komplett in unserem neuen Domizil angekommen.
Zum Vormerken: am 7. Mai gibt es an der Nacht der Museen eine große Sause im Betonbau!
Die Recherche für die Neukonzeption, genauer für Frankfurt Einst? führte mich nach Darmstadt. Im Druckmuseum, einer Außenstelle des Hessischen Landesmuseums, interessierte ich mich für den Nachlass der Frankfurter Schriftgießerei Stempel AG aus Frankfurt-Bockenheim und schaute bei der Gelegenheit natürlich auch die beeindruckende Zusammenstellung von Linotypes an!
vor dem Museum, die Statue von Karl dem Großen: der Sockel ist leer!
Was vorher geschah:
Die Statue wird ordentlich vergurtet; und denn der Transport auf dem Lastwagen ist ganz schön heikel. Rund 2,8 Tonnen müssen schließlich bewegt werden.
Vor dem Abtransport bekommt Karl naürlich noch eine Abschiedsrede – von Museumsdirektor Jan Gerchow und Kulturdezernent Felix Semmelroth. Dann kommt der Kran zum Einsatz.
Karl harrt nun im Depot auf seinen Einsatz in der neuen Dauerausstellung Frankfurt Einst?
Gestern sind wir umgezogen. Trotzig hat die letzte Kuratorin, die für den Abbau der Tüllmann-Ausstellung noch ein paar Tage länger an der Saalgasse verweilt, ihren Schreibtisch verteidigt und auch den Stuhl ließ sie sich nicht von den Mitarbeitern von Fermont entreißen. Meine anderen Kolleginnen und Kollegen kämpfen noch mit dem Chaos im neuen Domizil in der Solmsstraße, Telefone und PCs gehen auch noch nicht. Und ich seh das alles recht gelassen, denn ich mache einfach einen Home-Office-Tag.
Noch steht “Herr Ebert” im Hof und wartet auf den Abtransport. Aber warum eigentlich Herr Ebert, genauer gesagt Friedrich Ebert – denn es handelt sich doch um einen stehenden männlichen Akt. Ganz einfach: Die Stadt Frankfurt wollte 1926 den ersten Repräsentanten der parlamentarischen Republik ehren und beauftragte den Bildhauer Richard Scheibe damit, eine Skulptur zu schaffen. Der Akt soll für die Gleichberechtigung aller Deutschen stehen. Die Skulptur wurde in einem feierlichen Akt 1926 an der Außenwand der Paulskirche aufgestellt. 1933 wurde sie durch die Nazis entfernt, überstand aber den Zweiten Weltkrieg und steht – noch – im Innenhof des historischen museums. Der Künstler fertigte 1950 nochmals eine andere Version an, die heute noch an der Paulskirche steht. “Unser” Mann wird künftig einen neuen Platz in der Dauerausstellung Frankfurt Einst? finden.
Halt – bitte nicht ganz so schnell mit dem Abriss unseres Gebäudes. Wir sind doch noch ein paar Tage hier!
Erst Montag ziehen die letzten mit ihren Kisten in die Solmsstraße und und auch die Ausstellung ist noch eine gute Woche zu sehen…
Hier spricht Hans Jürgen Krahl 1968 auf dem Römerberg. Das ist ein interessantes Zeitdokument, aber noch spannender finden wir, wie links hinter ihm die Frankfurter Fotografin Abisag Tüllmann mit ihrer Kamera hantiert.
Wer Fotografien aus der 1968er Zeit von ihr anschauen möchte, sollte sich sputen: die Ausstellung Abisag Tüllmann im historischen museum ist noch bis einschließlich dem 27. März geöffnet!
Nächste Woche steht der Umzug der Verwaltung an – da laufen schon mal die Drähte heiss, so viel muss beachtet werden. Und man muss zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen…