Von Nina Gorgus, 29. Juli 2011
Auf der Suche nach Fotografien zum Senckenbergianum in der Graphischen Sammlungen gefunden: die Fotografien eines unbekannten Fotografens, der die Abnahme der Christusfigur vom Bürgerhospital festgehalten hat. Anlass war die Verlegung des Bürgerhospitals an die Nibelungenallee. Das war 1906.
Der Historiker Thomas Bauer hat beschrieben, dass der Umzug der Christus-Statue einen kleinen Skandal in der Stadt verursachte, da die Figur für viele untrennbar zum Gebäude gehörte. Die Figur, die bereits wieder eine Nische im neuen Bürgerhospital bezogen hatte, wurde schließlich wieder an ihren angestammten Platz zruückgebracht. Der Gründungsdirektor des historischen museums, Phlipp Otto Cornill, sorgte am neuen Standort für Ersatz.*
Sehr schön finde ich, wie die Arbeiter vor der Skulptur stehen: wie vor einem erlegten Stück Wild!

*nachzulesen ist das bei: Thomas Bauer: Mit offenen Armen. Die Geschichte des Frankfurter Bürgerhospitals. Frankfurt 2004, S. 69f.
Von Nina Gorgus, 27. Juli 2011
Das filigrane und sehr hübsch anzusehende Modell des Senckenbergianum wurde von den Treuner-Brüdern gebaut. Es zeigt das Gelände der Dr. Senckenbergischen Stiftung, die Johann Christian Senckenberg 1763 begründete. Es lag etwas östlich vom Eschenheimer Tor (in der Nähe der heutigen Stiftstraße) und umfasste u.a. eine Bibliothek, Gewächshäuser, ein Anatomisches Institut und das Bürgerhospital. Die Gebäude wurden ab 1766 sukzessive gebaut. Das Gebäude im 1. Bild zeigt den Erweiterungsbau des Bürgerhospitals. Die beiden zusammenhängenden Gebäude im 2. Bild beherbergten das Museum und die Bibliothek; sie standen unmittelbar am Eschenheimer Tor.
Das Modell entstand 1914, zu einer Zeit, als das Stiftungsgelände in dieser Form gar nicht mehr bestand. Zu Beginn des 20. Jahrhundert erfolgten städtebauliche Maßnahmen, die die einzelnen Gebäude und ihre Funktionen auf die ganze Stadt verteilten und wo sie sich heute zum Teil noch befinden, wie das Botanische Institut am Palmengarten oder das Bürgerhospital an der Nibelungenallee. Welchen Zustand das Modell wiedergibt, muss noch recherchiert werden.
Von Nina Gorgus, 25. Juli 2011
Am Römerberg ging es wegen des Ironman am Sonntag hoch her – deswegen wurde die Baustelle am historischen museum stark eingeschränkt.
Von Nina Gorgus, 20. Juli 2011
Um die Objekte der graphischen Sammlung in den Schubladen beim Umzug zu schützen, wurden die Mappen nochmals eingepackt. Nun werden sie sukzessive wieder ausgepackt – zum Beispiel um Plakate der Buchmesse anzuschauen, die eventuell für Frankfurt Einst? gebraucht werden.

Von Nina Gorgus, 18. Juli 2011
Wieder haben wir ein schönes Stück in unserer Sammlung “entdeckt”: ein Halbpanorama der Zeil. Es ist vom selben Künstler, Karl Sager, der auch das Mainpanorama gemalt bzw. des Wiener Malers Karl Georg Enslen kopiert hat. Die Vorlage von Enslen stammt wohl aus der Mitte des 19. Jahrhundert; Sager fertigte (auf Bestellung) die Kopie Anfang des 20. Jahrhunderts an.
Auch hier ist wieder das Besondere; die hübschen Einzelszenen, die Auskunft geben über das städtische Leben: man kauft nicht etwas Regenschirme oder Handschuhe, sondern Parapluies und Gants. Nur wohlbekleidete Personen befinden sich auf der Strasse (die anderen schafften es wohl nicht auf’s Bild); es gibt keine Sitzgelegenheiten, dafür Kutschen, die Milch verkaufen. Von den Gebäuden heute übriggeblieben ist die Hauptwache.
Von Nina Gorgus, 15. Juli 2011
Der Umzug war nicht ganz so spektakulär wie damals, als Karl der Große das Museum verließ. Nun wurde auch der gemauerte Kanalbogen weg transportiert (18 Tonnen!) und steht nun sicher im Steindepot.
Von Nina Gorgus, 14. Juli 2011
Es ist schon beeindruckend zu sehen, aus wieviel Teilen so ein Bau besteht und wieviele Geräte dafür möglich sind, sich dieser zu entledigen.
Schauen Sie selbst!
Und noch etwas ist zu sehen: die Sanierung der Altbauten ist wirklich vorangeschritten.
Von Nina Gorgus, 13. Juli 2011
In Frankfurt Einst? wird es mit dem Zeitstrahl auch einen Bereich geben, der die Stadt chronologisch präsentiert. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf habe ich mir die Ausstellung Hier & Dort in der ehemaligen Güterhalle in Basel angeschaut. Die Güterhalle ist ein beeindruckender Ausstellungsort; es reicht nach Eisenbahn und der passende Sound wird als Raumton eingespielt.
Das Basel im 20. Jahrhundert wird in mehreren thematischen Kapitel ertählt; in der Mitte verläuft eine Zeitschiene mit Leitobjekten. Während die Vertiefungsräume wie Ordnung & Moral oder Körper & Staat und die Objektgeschichten ganz spannend sind, habe ich dann doch vor der Textflut der Chronologie kapituliert – es reizte mich so gar nicht, mich durch die Jahreszahlen durchzuarbeiten. Das muss bei unserem Zeitstrahl anders werden.
Von Birgit Harand, 11. Juli 2011
In der Werkstatt für Papierrestaurierung des historischen museums frankfurt wurde kürzlich mit den Restaurierungsarbeiten für das Sammlermuseum begonnen: Zahlreiche Bücher aus dem Bestand der Historischen Bücher sollen in der Ausstellung in einem Bücherregal präsentiert werden und so die Aufstellung in einer Bibliothek wiederspiegeln.
Aus konservatorischen und ästhetischen Gründen müssen daher einige Bucheinbände restauriert werden, d.h. die Buchrücken werden trockengereinigt, Fehlstellen und Risse im Pergamentbezug ergänzt bzw. geschlossen. Eine Klotzpresse, in die das Buch fixiert werden kann, dient der Arbeitserleichterung. In anderen Fällen werden aufgespaltene Ecken der Pappdeckel wieder verklebt und gefestigt. Klammern werden hierbei zur Unterstützung einer gleichmäßigen Verklebung verwendet.
Von Susanne Gesser, 5. Juli 2011
Seit einer Woche ist der Abriss des Historischen Museums auch für den vorbei schlendernden Flaneur sichtbar.
Die Abrissbagger rücken dem Beton-Baukörper von Osten auf den Leib und beißen Stück für Stück ab.
Dass in diesem Baukörper mehr Leben ist, als auf den ersten Blick zu sehen, werden wir im Laufe einer Reihe hier vorstellen.
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