Tapeten aus dem Goethe-Haus

Ein richtig schönes Kleinod sind die Tapetenstücke aus dem Goethe-Haus. Wohl im 19. Jahrhundert hat sich jemand daran gemacht, die Stücke zu horten, einzelnen Räumen zuzuordnen und dann in einem Buch zu binden. Aber auch Einzelstücke wurden aufbewahrt und liegen bei uns im Depot. Ungewiß ist, welche Tapeten Johann Wolfgang von Goethe selbst vor Augen hatte. Ob die Tapeten in den Zeitstrahl von Frankfurt Einst? passen?

Auf den Spuren der frühen Frankfurter Druckwerkstätten

Urheberrechtsstreitigkeiten und Ängste um Nachdruck durch Dritte waren unter den Frankfurter Druckern im späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts keine Seltenheit. Gerade bei den Kaiserwahlen und -krönungen in Frankfurt waren die gedruckten Beschreibungen und vor allem illustrierte Flugblätter zur Information über und Erinnerung an diese wichtigen politischen Ereignisse des Heiligen Römischen Reiches beliebte Waren. Auf verschiedene Weise wurden deshalb die Druckerzeugnisse durch die jeweiligen Drucker, Verleger und Kupferstecher gekennzeichnet.

Bei der heutigen Begutachtung solcher Druckgraphiken ist deshalb besonders auf Signaturen und auch Druckmarken – letztere sind bildliche Darstellungen, Embleme und Symbole – zu achten. Sie geben Auskunft über den Vertrieb und die Zentren der Informationsverbreitung der Reichsstadt Frankfurt zur Zeit der Kaiserkrönungen.

Ein besonders schönes Beispiel ist die Druckermarke der Werkstatt Weys von 1612 auf dem Titelblatt einer Beschreibung zur Krönung von Matthias und seiner Frau Anna 1612: Unter einem Motto “Conando Penetrabit” (“Es muß versucht sein”) ist ein Putto zu sehen, der einen großen Ball durch ein kleines Loch zu schieben versucht. Einfachere Formen sind die Nennung der Produzentennamen an verschiedenen Stellen im Bild oder in einer Textvignette, so bei der berühmten Druckerwerkstatt von Johann Theodor de Bry oder dem Kupferstecher Eberhard Kieser aus Frankfurt.

 

 

Nicht jede Frankfurter Fastnachts-Feier ist erlaubt…

“Die kühnst Phantasie, so könnt sich e scheener Gesetz nicht denke als wie deß: Die sach is dorchaus verbotte, – wann de awer hundert Gulde Straf im voraus bezehlst, so ist es erlääbt.”
(Friedrich Stoltze in der Frankfurter Latern vom 8. Februar 1879, S. 22)

Friedrich Stoltze, der Frankfurter Mundartdichter, Journalist und Politiker, brachte es 1879 auf den Punkt: Um das Stadtsäckel aufzubessern, die sozialen Unterschiede der Stadtgesellschaft nicht verwischen zu lassen und Übermaß in Kleidung, Trinkgebahren usw. zu unterbinden, waren Verordnungen für die Karnevalszeit beliebtes Mittel des Stadtrats und Ärgernis der Frankfurter Vereine.

Ein Schildbürgerstreich war das von Stoltze genannte Gesetz, das Maskenbälle zwischen Neujahr und Fastnacht polizeilich verbot und unter Geldstrafe stellte. Wer aber im Vorhinein zahlte, konnte unbesorgt weiter feiern…

Zeugnis der regen Fastnachttätigkeiten, von der sich die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger des späten 19. Jahrhunderts nicht abhalten ließen, ist im historischen museum etwa die Fahne des Käwern Club Bornheim, der sich 1884 gründete. Sie wurde vom Verein 1908 dem Historischen Museum geschenkt. Die Fahne war 1888 in Hanau gefertigt worden und ist auf der Rückseite mit einer Widmung von den “Frauen und Jungfrauen” des Vereins versehen. Ob die 1,45 Meter große Fahne auf Umzügen verwendet wurde, versuchen wir in der gerade neu entstehenden stadtgeschichtlichen Dauerausstellung Frankfurt Einst? heraus zu finden.

Mehr zu den städtischen Auseinandersetzungen um frühe Luxus- und Feierverbote und auch zum Stoltze-Fall berichtet der Historiker Michael Stolleis in seinem Buch “Pecuniam nervus rerum. Zur Staatsfinanzierung der Frühen Neuzeit”, Frankfurt am Main 1983.

Ein Adler im Magazin

Diesen Doppeladler mit den hübsch hechelnden Schnäbeln bewahren wir im Magazin auf.  Viele Dynastien und Herrscherfamilien nutzten den Adler als Wappentier – und sehr häufig auch den Doppeladler, wie etwa das Heilige Römische Reich. Bei unserem (Blech-)Adler fehlt allerdings eine Krone; statt dessen halten die Adler ein Schwert und eine Stange in ihren Krallen. Es könnte sich um ein Wappen einer Zunft handeln. Wer weiß mehr?

 

Zu Besuch im Depot des Museums für Kommunikation

Ein Depotbesuch ist ja immer etwas sehr Aufregendes, handelt es sich dabei doch um die Schatzkammer des Museums. Spannende Dinge lassen sich im Depot des Museums für Kommunikation Frankfurt entdecken. Über 375.000 Objekte befinden sich hier und alle erzählen etwas über Telekommunikation im weitesten Sinne.

Für Frankfurt Einst? haben wir im Bereich der Weltstadt das Thema Kommunikation eingeplant. Doch leider haben wir nicht genug Platz für all die Telefone, Modelle, Anlagen oder Fahrzeuge…

Aber anschauen macht auch schon sehr viel Spaß! Besonders gut gefallen haben mir die Kabelbäume, die Dokumentations- und Demonstrationsobjekt zugleich darstellen, um die in der Erde verlegten Kabel bei Bedarf austauschen zu können.

Übrigens: das Museum bietet regelmäßig Führungen im Depot an. Mehr Infos stehen auf den Seiten des Museums.

Zehn Kaiser und Könige in Frankfurt hinterlassen 100 Mappen Grafik …

Für die neue Dauerausstellung Frankfurt Einst? (2015) grabe ich mich gerade durch viele illustrierte Einzelblätter, Bildserien und Buchdrucke, die anlässlich der Kaiserkrönungen von 1562 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts vor allem in der Stadt Frankfurt produziert wurden! Bei zehn Kaisern bzw. Königen und auch Kaiserinnen ist einiges an Bild- und Textquellen zusammen gekommen. Und noch nicht alle Grafiken sind gesichtet, beschrieben und fotografiert…

Vorder- und Rückseiten berichten durch handschriftliche Vermerke, Stempel oder Inschriften häufig von ihrer Entstehung, aber auch über ihre Rezeption und Verwahrung über die Jahrhunderte.

Das alte Zugangsbuch des Museums verrät, von wo aus das Objekt ins Museum gekommen ist und auch, ob es geschenkt, verkauft oder zufällig gefunden wurde.

Dies alles wird mit den technischen Daten, Maßen, Material und Technik ergänzt und mit einer Inventarnummer in die Museums-Datenbank eingegeben.

Um auch einen schnellen Eindruck davon zu bekommen, mit was für einem Objekt wir es zu tun haben, bevor jede/r wieder erneut die Grafik aus dem Depot heraussuchen muss, wird auch ein erstes Arbeitsfoto für die Datenbank gemacht!

An dem Vorhaben, die Museums-Datenbank öffentlich zu machen, damit die Objekte für viele Interessierte zugänglich sind, wird gerade im historischen museum intensiv gearbeitet. Wie dies aussehen kann, zeigt zum Beispiel die großartige Datenbank des British Museum in London, die für jede/n über das Internet leicht zugänglich ist! Dort kann nach Ereignissen, Personen, Jahreszahlen uvm. gestöbert werden, der passende Kupferstich findet sich bestimmt!

Basel: Schnee, Eis und eine neue Dauerausstellung

In der letzten Woche war unsere Kuratorenrunde zu Besuch in Basel!

Dort hat das Historische Museum Basel seit November eine schöne neue Dauerausstellung! In den “Wegen zur Welterkenntnis” erfährt die Besucher_in von Geschichten, die hinter den mittelalterlichen Wandteppichen stecken, von Sammlern, die die frühneuzeitlichen Kunst- und Wunderkammern bestückten und von gefälschten und echten Münzen. Anschauen! Bei der Kälte konnten wir uns danach zum Glück noch kurz bei heißer Schokolade im Traditionscafé Schiesser aufwärmen.

Die Ausstellung wurde übrigens vom Büro Gillmann&Schnegg gestaltet, das auch unsere neuen Dauerausstellung  Frankfurt Einst? ab 2015 gestalten wird!

 

 

Endspurt im Altbau!

Am 26. Mai wird das historische museum wieder am Römerberg geöffnet!

In den historischen Altbauten Richtung Main werden dann die ersten zwei Dauerausstellungen zu sehen sein. Es geht in ihnen um Frankfurt in der “Stauferzeit” und um die Frankfurter/innen und ihre Beziehung zum Main (“Mainpanorama“).

Um den Ausstellungen einen architektonisch spannenden und ansprechenden Rahmen zu geben, in dem auch die historischen Gebäude im Einzelnen sehr gut zur Geltungen kommen, laufen gerade die Arbeiten im Innern der Gebäude auf Hochtouren. Hier schon einmal erste Eindrücke von einer der aktuellsten Baustellen-Besichtigungen letzte Woche: von der zukünftigen Bibliothek, den Ausstellungsräumen und Vielem mehr!

 

Was ist schon ein Jahr im Leben eines Museums

Kaum zu glauben: wir feiern heute unser einjähriges Blog-Jubiläum!

Heute vor einem Jahr haben wir damit angefangen, Ihnen hier Einblicke in unsere Tätigkeiten zu geben – knapp 160 mal, das heißt also alle 2-3 Tage. Unser absoluter Renner ist der Blog-Eintrag über den Globus von Johannes Schöner, der ja wirklich wunderschön ist und soviel darüber erzählt, wie man die Welt um 1515 gesehen hat. Sie können ihn übrigens ab diesen Sommer ‘in echt’ im Sammler- und Stiftermuseum sehen.

 

Vieles ist in diesem Jahr passiert: wir sind aus dem Betonbau ausgezogen und in ein Interimsgebäude eingezogen, die Altbauten wurden weiter saniert und das Betongebäude wurde abgerissen. Das war alles ganz schön aufregend! Wir sind sehr gespannt, wie es weiter geht und freuen uns sehr darüber, dass Sie sich auch dafür interessieren. Auf jeden Fall besuchen uns immer mehr Leute auf dem Blog – das spornt uns auf alle Falle an, Ihnen weiterhin viele Facetten unserer Arbeit darzureichen. Und wenn es etwas gibt, über das Sie noch mehr wissen möchten, dann geben Sie uns doch einfach Bescheid!