Von Julius Reinsberg, 31. Mai 2012
Mit dem Museums-Neubau werden 2015 viele derzeit eingelagerte Exponate ein neues Zuhause bekommen. Darunter auch die Jünglingsgestalt von Richard Scheibe, die zuletzt im Innenhof des Betonbaus stand. In Zukunft wird sie zumindest nicht einsam sein: sie wird in unmittelbarer Nähe zur Statue Karls des Großen aufgestellt, die im Betonbau der 1970er Jahre die Tür bewachte und die Besucher begrüßte.
Wenn der bronzene Jüngling auch noch nicht ganz so viel Erfahrung hat wie der steinerne Monarch, kann er doch auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Er wurde 1926 vom Bildhauer Richard Scheibe (1879-1964) gegossen. Die Stadt Frankfurt vergab den Auftrag, um den 1925 verstorbenen ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert zu ehren. Der nackte Jüngling hat jedoch keinerlei Ähnlichkeit mit dem schnauzbärtigen Staatsmann, vielmehr sollte er die Aufbruchstimmung der jungen Weimarer Republik zeigen. Er erhebt sich und fordert mit seinem gestreckten rechten Arm den Betrachter geradezu dazu auf, es ihm gleichzutun. Das Denkmal wurde 1926 auf einem Sockel an der Außenwand der Paulskirche enthüllt.
Trotz ihrer eher freundlichen Geste hatte die Skulptur viele Feinde. So wehrte sich der Kirchenvorstand heftig dagegen, damit quasi in ihren Mauern einen sozialdemokratischen Politiker zu ehren. Dabei zollte der Jüngling der Kirche durchaus Respekt; entgegen dem ursprünglichen Entwurf ist seine Blöße bedeckt.
1933 musste er schließlich den Platz räumen; die Nationalsozialisten lehnten jegliche Würdigung der Weimarer Republik ab und entfernten die Statue. In der Folgezeit sollte sie mehrmals eingeschmolzen werden, sogar der Künstler gab seine Einwilligung dazu. Das Kulturamt sprach sich jedoch dagegen aus; der Jüngling überstand den Krieg unversehrt im Magazin.
1945 plante die Stadt, das Denkmal wieder aufzustellen. Der Bildhauer bat jedoch, einen neuen Jüngling fertigen zu dürfen. Der alte sei unter solch einem Zeitdruck entstanden, dass der Künstler mit seiner Arbeit nie recht zufrieden gewesen wäre. Seiner Bitte wurde entsprochen, 1950 wurde an der Paulskirchenwand ein zweiter Jüngling enthüllt, der dort bis heute zu sehen ist. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist er gänzlich nackt und steht aufrecht, sein erhobener Arm erinnert eher an einen Gruß als an die auffordernde Geste.
Der alte Jüngling wurde in Rente geschickt, jedoch nicht eingeschmolzen. Nach einigen Jahren im Magazin des Städels wurde er dem historischen Museum übergeben, wo er unter der Bezeichnung „stehender männlicher Akt“ im Innenhof des Betonbaus Platz fand. Wenn er auch momentan wieder im Magazin verweilt, wird seine Zukunft an der Seite Karls des Großen sicherlich aufregender. Ob der republikanische Jüngling sich jedoch mit dem monarchistischen Karolinger verstehen wird, bleibt abzuwarten.
Von Nina Gorgus, 30. Mai 2012
Wenn Sie uns im Saalhof besuchen, haben Sie vom 1. OG den perfekten Blick auf die Baustelle! Hier wurde gerade mal nicht am Museums-Neubau gearbeitet – es war Sonntag!

Von Nina Gorgus, 29. Mai 2012
Was für ein Wochenende! Über 8.000 BesucherInnen wollten die Reichsinsignien in der unteren Saalhofkapelle sehen oder die Uhr im Rententurm ticken hören. Im Rententurm war es natürlich eher etwas warm – dafür in der Stauferzeit umso kühler. Und wenn die BesucherInnen mit einem großen Umschlag durch das Haus liefen, war klar: da hatte jemand im Bernusgewölbe beim kinder museums-Team Papier geschöpft!
Auch die Bibliothek der Alten war gut besucht, ebenso wie die Modelle: das Treuner-Modell funktionierte wie immer als Besucher-Magnet. Und dass wir richtig liegen, wenn wir die Altstadtdebatte zu einem Thema in Frankfurt Einst? machen, hat sich einmal mehr bestätigt: am neuen Umgebungsmodell, das eigentlich vorrangig unseren geplanten Museums-Neubau zeigt, aber auch die geplanten Rekonstruktionen auf dem Dom-Römer-Areal, wurden hitzige emotionale Diskussionen geführt, wie nun die Altstadt auszusehen hat…. Zum Glück konnte man sich im Café der freunde & förderer etwas abkühlen!
Auch beim mental mapping für Frankfurt Jetzt! haben sich viele mit tollen persönlichen Stadtplänen von Frankfurt verewigt – wir sind schlichtweg begeistert von all unseren BesucherInnen, sagen DANKE und freuen uns über viele weitere Besuche!
Wir haben sehr sehr viele positive Rückmeldungen bekommen – dafür danken wir ganz herzlich! Auch vielen Dank für weitere Anregungen – in der nächsten Zeit werden wir versuchen, diese zu berücksichtigen…
Und nun läuft wieder der ganz “normale” Museumsbetrieb bzw. bereiten wir den Aufbau des Sammler- und Stiftermuseums vor. Davon demnächst mehr!
Von Dorothee Linnemann, 26. Mai 2012

Wann war das höchste Hochwasser in Frankfurt?
Was ist ein Reiterpfennig?
Wie hörte sich Frankfurt über die Jahrhunderte an?
Wie zerstört war Frankfurt nach 1945 ?
Warum bauten sich die Stauferkönige in Frankfurt einen Herrschersitz?
Wie funktioniert die Rententurmuhr?
Welche Gestalt wird der Museumsneubau neben dem Saalhof 2015 haben?
Was kann ich im Museum mitmachen?
Diese und viele andere Fragen können an den Tagen der offenen Tür vom 26. bis 28. Mai zur Wiedereröffnung der Altbauten des historischen museums am Mainufer / Römerberg gestellt werden! Die neuen Ausstellungen in den historischen Gebäuden des ‘Saalhofs’ laden zu Entdeckungen der Stadtgeschichte und -gegenwart Frankfurts ein.
Mit einem vielseitigen Programm für Kinder und Erwachsene öffnet das Museum kostenlos am Pfingstwochende seine Türen. Was alles im Museum los sein wird – von Kuratorengesprächen in den Ausstellungen über Papierschöpfen, Stadtmodellplanen mit dem Stadtlabor bis hin zu einer Filmmatinee – zeigt der aktuelle Veranstaltungskalender des historischen museums.
Zu diesen und vielen weiteren abwechslungsreichen Programmpunkten finden Sie hier auch das gesamte Programm (pdf)
Von Nina Gorgus, 25. Mai 2012
Uff, geschafft: Der Saalhof ist wieder begehbar: fast alle Gewerke haben die Gebäude verlassen und Sie sind nun herzlich eingeladen, alles zu besichtigen.
Gestern rollten wir schon mal den roten Teppich aus für geladene Gäste – vor allem für alle Beteiligten von der Stadt, die Architekten, Gestalter…. Es gab einige Reden, Musik und Apfelwein – und ein erschöpftes, aber glückliches Museumsteam.

Heute morgen ging es quasi nahtlos weiter: hier bauen die Volontärinnen Sonja und Dorothee mit dem Praktikanten Julius noch die Aufsteller vor dem Fahrtor auf – also: es ist angerichtet, wir freuen uns ab morgen auf viele neugierige Besucher/innen!

Von Nina Gorgus, 24. Mai 2012
Alle, die es gewohnt waren, durch den Betonbau das historische museum zu betreten, müssen sich nun umgewöhnen: anstelle einer breite Betontreppe (flankiert mit Karl dem Großen) führt nun eine elegante Glastür ins Museum. Vom Foyer im Zollgebäude geht es dann mit der Treppe nach oben - in den Rententurm, in den Leopold-Sonnemann-Saal, den Saal mit den Modellen und in die Bibliothek der Alten. Oder man geht gleich nach unten, um die Stauferzeit zu erkunden.
Wie man auf dem Foto sieht, ist der Bauzaun endlich weg. Und es sieht noch nicht ganz fertig aus. Gearbeitet wird natürlich ganz bis zum Schluss!

Der Eingang am Fahrtor wird übrigens bis 2015 bestehen bleiben – wenn das neue Ausstellungshaus fertig ist, gibt es wieder eine breite Treppe, die in ein schönes großes Foyer führt…
Von Julius Reinsberg, 22. Mai 2012
Ein – oder besser gesagt mehrere – Meilensteine auf dem Weg zum Eröffnungswochenende der Altbauten vom 26. bis 28. Mai wurden gestern im Untergeschoss des Saalhofes genommen. Für die Ausstellung zur “Stauferzeit“, die hier bald dauerhaft beheimatet sein wird, wurden mehrere steinerne Zeitzeugen mit einem Flaschenzug zu ihrem Bestimmungsort auf den Boden des Bauwerks gehievt.
In der Ausstellung werden sie den Besuchern, die auf einem Steg etwa einen Meter über dem Grund wandeln, von der Geschichte des Saalhofs erzählen. Auf dieser “Spur der Steine” kommen sowohl vier in der Mitte gelochte Exemplare zu Wort, die einst einen Kanal bildeten, als auch der fast 900 kg schwere “Knoblauchstein”, den das Wappen des einstmaligen Herrn des Saalhofes, Jakob Knoblauch, ziert.
Von Nina Gorgus, 21. Mai 2012
Die Hessenschau hat uns am Freitag im Saalhof besucht, hier kann man sich das Video anschauen und sich schon mal auf’s kommende Wochenende freuen!

Von Nina Gorgus, 20. Mai 2012
Auch das Modell aus den 1980er Jahren, das zum großen Umbau der Altstadt (mit Schirn und Ostzeile) zum Teil aus Kunststoff erstellt wurde, ist mittlerweile selbst Geschichte: es zeigt die Frankfurter Altstadt noch mit dem Technischen Rathaus und dem Betonbau des historischen museums. Hier wird das Modell aufgebaut.
Von Nina Gorgus, 18. Mai 2012
|
Flickr-Galerie
|