20 etwas andere Einblicke ins historische museum

Wir haben von Tanja Praske ein Blogstöckchen aufgefangen. So genau wussten wir nicht, was wir da gefangen haben. Aber voilà: hier sind 20 Dinge – im eigentlichen und übertragenem Sinn – die das historische museum und die Menschen, die hier arbeiten, näher vorstellen.

1. Wer sich immer noch über die Baustelle wundert: ja, die Stadt baut ein neues Ausstellungshaus anstelle des Betongebäudes von 1972. Nein, das historische museum ist nicht geschlossen: zu sehen sind im Saalhof die Stauferzeit, der Rententurm, die Stadtmodelle, Bibliothek der Alten, die Frankfurter Sammler und Stifter, Sonderausstellungen…..und dann gibt es noch das kinder museum und das caricatura museum, die auch zur Museumsfamilie gehören…

2. Der Rententurm ist einer der spätmittalterlichen Stadtbefestigungen. Mit der Sanierung des Saalhofes kann er erklommen werden. Bei ganz besonderen Führungen geht es auch in den hölzernen Dachstuhl mit den vier Erkern, von dem man einen tollen Blick auf den eisernen Steg und den Main hat. Also, auf die Führung mit dem Titel „Der Rententurm von oben bis unten“ achten!

3. Schön ist die Stimmung im Museum, wenn eine Ausstellung eröffnet wird. Dann scheint das Gebäude so richtig zu vibrieren! Denn alle Kolleginnen sind aufgeregt, auch die, die nicht direkt mit der Ausstellung zu tun haben. Es sind viele wichtige Leute da, die Presse, FreundInnen, Kollegen und man fragt sich etwas bange die ganze Zeit: wie kommt die Ausstellung an?

4. Der Saalhof liegt an der tiefsten Stelle in der Altstadt. Jedes Hochwasser staut sich hier direkt vor der Tür – bisher haben die Mauern immer noch gehalten.

5. Wir sitzen gerne mittags auf unserem roten Sofa und essen Kekse und Schokolade.

6. Unser kostbarstes und seltenstes Objekt ist der Globus von Johannes Schöner von 1515. Er ist in der Dauerausstellung der Frankfurter Sammler und Stifter ausgestellt (in der Sammlung Waldschmidt), und bekommt demnächst sogar ein eigenes Buch.

7. Es ist schon so, dass wir alle in unseren Urlauben IMMER auch ins Museum gehen, statt einfach nur am Strand zu liegen. Egal, wo man gerade ist – mindestens ein Museumsbesuch wird absolviert!

8. Weil wir so gerne ins Museum gehen, planen ein paar Kolleginnen und ich eine Museumsreise, die nach Bregenz ins neue Vorarlbergmuseum, nach Ravensburg ins Humpisquartier, nach Lenzburg ins Stapferhaus und nach Bern in Alpine Museum führen soll. Und dann möchten wir gerne noch in diverse Museen in den Niederlanden… Werden wir dafür jemals einen Termin finden?

9. Der See, der im Winter 2012/13 vor dem Saalhof lag, war allein für den Frostschutz angelegt – er taugte leider NICHT zum Schwimmen oder Schlittschuhlaufen – sonst hätten wir dazu längst eingeladen!

10. Wir sind sehr ambitioniert, was das Selbermachen anbelangt: Bei den Workshops für die Neukonzeption mit den Gestaltern aus Basel oder Amsterdam offerieren wir zumeist Selbstgebackenes. Bei Frankfurt Einst? gab es zuletzt köstliches Quittenbrot! Auch die Abschiede von Kolleginnen zelebrieren wir gerne mit ausgefallenen, selbstgestalteten Dinge – wie etwa hier mit einem Geschenk eines musée sentimental.

11. Unsere Objekte sind auf sechs verschiedene Depots in der ganzen Stadt verteilt.

12. Etwa ein Viertel von uns kommt regelmäßig mit dem Rad ins Museum (naja, vielleicht nicht im Winter). Wir beteiligen uns an Aktionen wie „Mit dem Rad zur Arbeit“ und sind auch regelmäßig beim JP Morgan Lauf vertreten.

13. Das größte Objekt in unserem Bestand ist der
Pferdebahnwagen Nr.167 der Frankfurter Straßenbahn von 1872. Er steht aber nicht bei uns, sondern ist im Verkehsmuseum Schwanheim zu besichtigen.

14. Wir sind ein mobiles Museum, sind wir doch mit dem kinder museum und mit dem Stadtlabor unterwegs in der ganzen Stadt unterwegs. Das Stadtlabor war schon im Ostend, im Stadionbad und in Ginnheim. Derzeit planen wir ein Stadtlabor unterwegs in den Wallanlagen. Hierfür suchen wir noch viele Unterstützerinnen!

15. Das kleinste Objekt in der Sammlung ist ein Löffel um 1750. Er ist ganze 3 x 8 mm gross! Ein Reiskorn könnte hier locker draufpassen…

16. In der Museums-Baustelle versteckt liegt eine Sensation: eine Hafenmole aus der Stauferzeit. Sie stammt von 1303! Keine Sorge, sie wird aber für den Neubau wieder ausgebuddelt und bekommt im neuen Museum selbstverständlich einen Ehrenplatz.

17. Kinder sind gerne und immer willkommen: es gibt eine tolle Kinderspur bei den Frankfurter Sammlern und Stiftern (auch viele Erwachsene wurden schon dabei beobachtet, als sie etwa die Petersburger Hängung auszuprobierten) und es gibt ein eigenes kinder museum!

18. Das älteste Objekt sind gleich mehrere: Münzen aus der Zeit des lydischen Königs Kroisos und stammen aus der Zeit vom 6. Jahrhundert vor Christus. (ja, von diesem König kommt natürlich der Krösus her)

19. Wenn alles mal fertig sein wird, dann wird das historische museum eine Fläche von etwa 6.000 qm bespielen. Da kann man sich richtig verlaufen….

20. Da sind wir mal ganz ehrlich – was uns so richtig glücklich macht: viele BesucherInnen, aktiev StadtlaborantInnen, überhaupt viele Menschen, die mit uns den Dialog suchen und aktiv das Museum mitgestalten wollen!

Da wir sehr neugierig auf die kleinen Geheimnisse anderer Museen sind, werfen wir das Blogstöckchen flugs nach Stuttgart ins Stadtmuseum und sind schon sehr gespannt, welche 20 Dinge hier zum Vorschein kommen!

2012_Fassade_schmal

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