Der Bauzaun ist nun endlich vollzählig!

Was lange währt wird richtig gut: Einige werden es sicher schon bemerkt haben. Irgendetwas ist anders am Fahrtor 2. Stimmt! Denn nun ist es endlich soweit: Auch die beiden letzten Vitrinen entlang unseres Bauzauns wurden nun fertig gestellt. Die Bilder, die den Bau einer U-Bahn-Station in Hamburg zeigten, wurden nun vollständig ausgetauscht. Damit ist die Bauzaungalerie mit den Bildern zum Thema „Baustelle Altstadt“ vollständig. Ab September wird es dazu auch regelmäßig eine Stadtführung geben.

Vielleicht fragt sich der Eine oder Andere, was es mit dem Plakat in der elften Vitrine auf sich hat. Dort haben wir einige “Highlights” des historischen museums ausgestellt. Christoph und ich sind gleich einmal auf “Highlight-Tour” gegangen. Unter den “Highlights” befinden sich beispielsweise der weltweit älteste Globus mit dem Eintrag „AMERICA“ aus dem Jahre 1515, der älteste Sakralbau Frankfurts – die Saalhof-Kapelle und das 15m² große Altstadtmodell. Aber darüber hinaus gibt es noch viele weitere „Highlights“ zu entdecken. Für die Besucher/innen wird es bald dazu auch eine neuen Plan geben.

Ein Stück Zeppelinhalle im Depot

Der erste Frankfurter Flughafen befand sich auf dem Rebstockgelände. Dort fand im Jahre 1909 die erste Internationale Luftfahrt-Schau statt, die ILA. Die großen Attraktionen der ILA waren die Luftschiffe der Firmen Zeppelin und Parseval. Für die Unterkunft der Luftschiffe wurden große Hallen in Eisenkonstruktion gebaut. Der Flughafen am Rebstock war bis 1936 in zivilem Betrieb. Dann wurde der Flughafen im Stadtwald erbaut.

Eine Halle der Luftschiffe wurde nach Verlegung des Flughafens zweckentfremdet. Sie wurde abmontiert und an der Mainzer Landstraße wieder aufgebaut. Hier war sie eine industrielle Lagerhalle in Gebiet des Georg von Opel Geländes, einstmals des größten Autohauses in Deutschland. Diese Halle wurde am 13. Februar abgerissen.

Doch vorher konnte das historische museum tätig werden. Wir bekamen von den Kollegen der Frankfurter Feuerwehr den Hinweis, dass hier ein Abriß geplant ist. Zwei Kuratoren eilten an den Ort des Geschehens. Es war noch nicht zu spät. Die Halle stand noch. So konnten wir einen freundlichen Mitarbeiter vor Ort bitten, eine Säule der Luftschiffhalle für uns zu bergen. Er barg eine Trägersäule und flexte sie in 2,20 m Höhe ab. Das 160 kg schwere Teil konnte umgehend in das Depot des Museums abtransportiert werden, ein kostbares Dokument der Frankfurter Verkehrsgeschichte.
Der Pfeiler wird nun in Frankfurt Einst? eingeplant – vorher überprüfen wir aber noch die Geschichte!

Im Ruderboot auf dem Römerberg – Das Making-Off

Und es geht! Für einen Pressetermin griff unser Direktor beherzt in die Ruder. Es dürfte der gefühlt kälteste Tag dieses Winters gewesen sein, als Jan Gerchow und die Journalistin von der Bild-Zeitung Andrea Adelhardt zu einer Bootstour auf dem Binnengewässer „Baugruben-See“ vor dem historischen museum aufbrachen.

Hintergrund der Bootsfahrt war das Interesse der BILD-Zeitung für das historischen museum, seinen Neubau und den Stauferhafen. In einer spektakulären Aktion wurde zunächst der Fotograf mit dem Boot an das „Ufer“ der Baugrube gebracht. Jan Gerchow und die Journalistin mussten dann bei hohem Wellengang und niedrigen Temperaturen so einige Runden auf dem See drehen, bis die Bilder perfekt waren. Doch Jan Gerchow erwies sich durchaus als geübter Steuermann und so erreichten alle Beteiligten wohlbehalten den Treppenaufgang zum Ausstieg aus der Grube.

Wie schön, dass nun seit Samstag noch mehr Frankfurter wissen:  Ab Herbst 2016 wird der Neubau mit Blick auf den „Hafen der Kaiser“ eröffnet.

Museum mit Seeblick

Das Wasser in der Baugrube ist schon odentlich angestiegen. Den Höchststand hat der Wasserspiegel aber noch nicht erreicht. Dennoch haben wir schon jetzt vom Museum aus einen regelrechten Seeblick.
Auch ein kleines Boot und Rettungsringe sind vorhanden. Eine Schlittschuhbahn werden wir jedoch nicht einrichten, nicht nur weil es dafür viel zu warm ist. Auch die Badesaison werden wir in unserem “See” nicht eröffen, auch wenn das Wasser erst ab Mitte Mai langsam abgepumpt wird.

Für die lange Museumsnacht am 4. Mai überlegen wir uns etwas, um unser Museumsgewässer wirkungsvoll in das Proramm zu integrieren. Kommen Sie uns doch einfach so um Mitternacht besuchen und lassen Sie sich überraschen…

 

 

Stadtmodelle: Die Frankfurter Altstadt in Trümmern – zwischen Schein und Wirklichkeit

Vier beeindruckende Modelle, die  im 1. Obergeschoss des Bernuspalais’ im historischen museum ausgestellt sind, lassen  die Frankfurter Altstadt aus verschiedenen Zeiten dreidimensional wiederauferstehen. Von einem großen Modell der historischen Altstadt vor dem Zweiten Weltkrieg, über ein Modell der Innenstadt von 1985 kann in die Zukunft der neuen Gebäude des historischen museums frankfurt geschaut werden.

Erschütternd ist hier ein Modell der Frankfurter Altstadt am Ende des Zweiten Weltkrieges. Nahezu kein Stein steht mehr auf dem anderen, die ehemals dicht bebaute Altstadt gleicht einer Wüste – hier lohnt sich jedoch ein zweiter Blick: Wie uns der Wandtext verrät, handelt es sich bei dieser Darstellung von 1946 um eine grobe Übertreibung, angefertigt als „Argumentationshilfe“ zur Begründung eines städtebaulichen Neuanfangs.

Ich habe mich gefragt, wie hat Frankfurt wirklich damals ausgesehen? Die recherchierten Fotografien von 1944 und 1947 aus den Sammlungen des historischen museums führen die Unterschiede zum Modell vor Augen.

Als neuer Praktikant im hmf und frisch zugezogener rheinischer Berliner befinde ich mich zurzeit auf Entdeckungstour in Frankfurt. Die hier vorgestellten Stadtmodelle haben mir einen ersten Eindruck des umfassenden Wandels des Frankfurter Stadtbildes im 20. Jahrhundert vermittelt. Bei dem Frankfurter Trümmermodell müsste ich sofort an die Fotos der ausradierten Warschauer Altstadt von 1945 denken… wie so oft lohnt sich ein zweiter Blick auf vermeintliche Gleichsetzungen.

 

Was macht eigentlich…

unsere Baustelle? Während in den Altbautendie Sammler- und Stifter-Ausstellung vorbereitet wird, wird außen für den Neubau schwer gearbeitet. Letzte Woche sah es so aus:

 

 

Und damit ja niemand auf falsche Ideen kommt….

Archäologische Sensation im Baufeld

Die  Baugrube für das neue Museumsgebäude unmittelbar neben dem staufischen Bau liegt auf historischem Boden. Uns war klar, dass die staufische Umfassungsmauer des Saalhofs in unserem ehemaligen Innenhof liegt. Diese Mauer war im 13. und 14. Jahrhundert zugleich Teil der staufischen Stadtbefestigung. Tatsächlich haben die Bauarbeiter beim Erdaushub diese Mauer „getroffen“, und die Archäologen vom Denkmalamt haben die gut erhaltenen Mauerfundamente freigelegt. Aber erst beim Vordringen in tiefere Erdschichten kam die  Überraschung zu Tage: Vor der staufischen Stadtmauer befindet sich eine gepflasterte Wegsituation mit einem Holzbalken als Abschluss. Es handelt sich dabei nach größter Wahrscheinlichkeit um eine staufische Hafen- oder Molenbefestigung.
Einer der  beiden Balken aus Eiche wurde dendrochronologisch untersucht und auf das Jahr 1303 datiert.  Zu dieser Zeit ist dort das letzte Mal ein Holzbalken eingesetzt worden, die alle 20 bis 30 Jahre erneuert werden mussten. Alle übrigen (Klein-)Funde wie Keramikscherben, Teile von Schuhen, Ledereimer sind eindeutig dem 13. Jahrhundert zuzuordnen.
Solche Hafenanlagen des Hochmittelalters sind eine große Seltenheit, weil Fluss- oder Seehäfen immer wieder erneuert und modernisiert werden mussten. In Frankfurt blieb der Hafen der Stauferzeit nur deshalb erhalten, weil circa 150 Jahre nach der staufischen Stadtbefestigung schon ein zweiter Mauerring errichtet wurde, und der lag im Bereich des Saalhofs weiter südlich, näher am Main. Danach schüttete man den stauferzeitlichen Hafen zu und überbaute ihn  – weshalb er heute noch erhalten ist.

Ein Déjà-vu in der Graphischen Sammlung: Baustelle des Historischen Museums vor 42 Jahren

Auf der Suche nach Spuren der Frankfurter Altstadtdebatte in der Graphischen Sammlung drängt sich der Eindruck auf, dass sich vieles zu wiederholen scheint. 1970 war der Bau des Betonsbaus, der Neubau des Historischen Museums am Römerberg, in vollem Gange – und schon damals nicht unumstritten.

Deshalb interessieren wir uns für die Dauerausstellung “Frankfurt Einst?” auch für den damaligen Neubau des Historischen Museums, der nahezu zeitgleich mit dem Bau des Technischen Rathauses erfolgte – der Abriss beider Bauten der 1970er Jahre erfolgte schließlich auch wieder fast gleichzeitig nach 2007 – und war/ist ebenfalls begleitet von heftigen Diskussionen um deren architektonische Gestalt, die Nutzung der Orte und die Kosten.

Große Parallelen zeigen sich dementsprechend auch in den Bildspuren, die in Fotografien der 1970er Jahre erhalten sind. Die heutigen Baustellenfotos mit den damaligen vergleichend tun sich verblüffende Ähnlichkeiten auf, auch wenn die entstehenden Bauwerke schließlich doch große Unterschiede in ihrer Gestalt aufweisen.

Wer mehr über die Baustelle des heutigen Neubaus erfahren möchte, der kann sich nun im neuen Modellsaal im Altbau des Museums mit Blick auf die Baugrube anhand von Modellen, Entwürfen uvm. informieren.

 

Jahresmagazin AURA 2011/2012

Da standen sie in unseren Büros: etliche Kisten mit 10.000 Informationsbroschüren zum Jahresende 2011.

Das Jahresheft der Museumsfamilie des historischen museums, das über Erreichtes aus 2011 und Vorhaben, Ausstellungen sowie Veranstaltungen für 2012  informiert, ist gedruckt und erhältlich!

Zuvor haben für die 64 Seiten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses Artikel geschrieben, die wissenschaftlichen Volontärinnen haben die redaktionelle Betreuung  übernommen, und gemeinsam mit der Grafikagentur Surface aus Frankfurt vollendeten wir das Heft mit der Bildauswahl und der grafischen Gestaltung.

Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass wir für das Heft eine spannende Bildstrecke auswählen konnten, die viele faszinierende Blicke auf und interessante Details vom Abriss des Betonbaus zeigen!

Viele Fotos sind von dem Flickr-Projekt, das mit der Abrissparty zur Nacht der Museen 2011 gestartet ist: Die in dem Projekt zusammengeschlossenen Hobbyfotograf/innen haben den bisherigen Abriss des Betonbaus am Römerberg schließlich weiterbegleitet und stellen ihre Bilder auf flickr online. Wir hoffen, in der AURA 2011/2012 auf ihre künstlerisch-dokumentarische Arbeit aufmerksam machen zu können und laden ein zum Genießen der Bilder!

Die Jahresgabe ist in den geöffneten Häusern der Museumsfamilie kostenlos an der Kasse erhältlich. Der pdf-Download und eine Bestellung der Zusendung für einen kleinen Bearbeitungspreis ist auf unserer Homepage möglich. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Schauen…

 

Einmal Bagger und zurück

 

Auf der hmf-Baustelle ist der Abriss des alten Betongebäudes nun abgeschlossen, übrig ist noch ein riesiger Haufen Geröll, Metall und ab und zu eine Fensterscheibe. Unter der Erde geschieht auch Einiges: Ein Tunnel musste umgelegt werden und bevor die Rohre verlegt werden, durften wir noch einen Blick in die Frankfurter Unterwelt werfen!

Der Tunnelausbau erfolgt noch in echter Handarbeit: In Vier-Mann-Schichten wird die Stein-Lehmmasse (Frankfurter Nachkriegsschutt) entfernt und in komplizierter Konstruktion der Tunnel eingebaut. Im Selbstversuch konnte auch erprobt werden, wie anstrengend diese Arbeit ist.

Das Highlight: ein Gruppenbild mit Bagger - und mit ebendiesen Bagger durfte ich später sogar noch fahren, Geröll umschichten und mit dem Arm herumschwenken. Ein echter Baustellentraum!

 

 

Übrigens: unsere Flickr-Gruppe war mit vor Ort!

Noch schönere Bilder gibt es also bald hier!