Von Heike Schuler, 4. Februar 2013
Bei Familie Haeuser ist in diesen Tagen der Frühjahrsputz angesag!
Zumindest was ihre Bildnisse angeht, von denen sich seit kurzem zehn im Besitz des historischen museums befinden. Dank einer großzügigen Schenkung durch Nachkommen des Frankfurter Industriellen und Stifters Adolf Haeuser haben ein Ölgemälde, drei Grafiken und vier Fotografien Haeusers, seiner Frau Luisa und seiner Eltern den Weg in die Sammlung gefunden.
Da die Bilder vor langer Zeit gerahmt wurden und unter ungünstigen Bedingungen lagerten, haben sie eine ganze Menge Staub, Schmutz und Schimmel abbekommen. Nun werden sie ausgerahmt, gesäubert, neu montiert, mit säurefreien Rückwänden und Abstandshaltern wieder eingerahmt und staubdicht abgeklebt. Und wer weiß, vielleicht sind sie dann bald in einer Ausstellung zu bewundern…?
Von Vasco Kretschmann, 8. November 2012
Vier beeindruckende Modelle, die im 1. Obergeschoss des Bernuspalais’ im historischen museum ausgestellt sind, lassen die Frankfurter Altstadt aus verschiedenen Zeiten dreidimensional wiederauferstehen. Von einem großen Modell der historischen Altstadt vor dem Zweiten Weltkrieg, über ein Modell der Innenstadt von 1985 kann in die Zukunft der neuen Gebäude des historischen museums frankfurt geschaut werden.
Erschütternd ist hier ein Modell der Frankfurter Altstadt am Ende des Zweiten Weltkrieges. Nahezu kein Stein steht mehr auf dem anderen, die ehemals dicht bebaute Altstadt gleicht einer Wüste – hier lohnt sich jedoch ein zweiter Blick: Wie uns der Wandtext verrät, handelt es sich bei dieser Darstellung von 1946 um eine grobe Übertreibung, angefertigt als „Argumentationshilfe“ zur Begründung eines städtebaulichen Neuanfangs.
Ich habe mich gefragt, wie hat Frankfurt wirklich damals ausgesehen? Die recherchierten Fotografien von 1944 und 1947 aus den Sammlungen des historischen museums führen die Unterschiede zum Modell vor Augen.
Als neuer Praktikant im hmf und frisch zugezogener rheinischer Berliner befinde ich mich zurzeit auf Entdeckungstour in Frankfurt. Die hier vorgestellten Stadtmodelle haben mir einen ersten Eindruck des umfassenden Wandels des Frankfurter Stadtbildes im 20. Jahrhundert vermittelt. Bei dem Frankfurter Trümmermodell müsste ich sofort an die Fotos der ausradierten Warschauer Altstadt von 1945 denken… wie so oft lohnt sich ein zweiter Blick auf vermeintliche Gleichsetzungen.
Von Luise Hofmann, 24. Oktober 2012
Im August dieses Jahres verstarb im Westerwald ein leidenschaftlicher Kamerasammler und Amateurfotograf.
Als Vermächtnis hinterließ er dem historischen museum seine wertvolle Kamerasammlung, die historische, analoge Kameras und diverse Objektive, Blitzlichtanlagen, Belichtungsmesser und vieles andere fotografische Zubehör umfasst. Welch eine riesengroße Bereicherung für unsere Kamerasammlung!
Nach Klärung aller Formalitäten mit dem Nachlassgericht, machten wir uns mit einem Transporter und einer ganzen Menge Kisten und Verpackungsmaterial auf den Weg nach Unnau, in den Westerwald. Zurückgekehrt in Frankfurt: Auspacken, Sichten, Ordnen, Recherchieren und jetzt geht es ans Inventarisieren.
Nun dürfen wir viele spannende alte Kameratypen unser Eigen nennen: die kleine Lomografiekamera, mehrere doppeläugige Mittelformatkameras von Rolleiflex , viele Voigtländer Balgenkameras, die handlichen Minox, eine dpa Speedkamera von Graflex und sogar drei große Linhof Laufbodenkamera…
Neue Schätze, über die wir sehr stolz sind!
Von Heike Schuler, 24. September 2012
Ob langes Abendkleid, sportlich-elegantes Kostüm oder praktische Arbeitskleidung – wie die deutsche Frau zwischen 1933 und 1945 am besten angezogen war, zeigt eine Sammlung von Fotografien aus dem Frankfurter Modeamt, welche das historische museum im Jahr 2001 übernehmen konnte. Nachdem eine systematische Erschließung und Inventarisierung aufgrund diverser Leihanfragen und Ausstellungen lange Zeit nicht möglich war, wird dieses Ziel nun, auch dank der tatkräftigen Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter, realisiert.
Im Zuge der Einarbeitung der Sammlung in die Bestände des Museums werden die Fotografien von säurehaltigen Rückwandkartons und Klebstoffresten befreit, einzeln in säurefreie Umschläge gelegt und in dichtschließende, alterungsbeständige Klappkassetten gepackt.
So sind also nicht nur die Damen, sondern auch ihre Konterfeis hübsch – und konservatorisch vertretbar – verpackt!
Von Dorothee Linnemann, 13. April 2012

Was ist Kunst und was macht etwas zu Kunst?
Im historischen museum stellt sich bei der Betrachtung der für ein stadtgeschichtliches Museum typischen und breiten Objektvielfalt - vom Bembel über historische Spielkarten bis zu Gemälden - die Frage immer wieder. Ist es die künstlerische Originalität, die einen Gegenstand zu einem Kunstwerk macht? Ist die Funktionalität eines Gegenstandes Ausweis des Objekts als Alltagsgegenstand in Abgrenzung zum Kunstwerk? Und in welcher Form spielt diese Einschätzung für die Bewahrung von Gegenständen eine entscheidende Rolle?
Dass diese Fragen nicht leicht zu beantworten sind, zeigen die beiden Fotografien, die im Objekt-Konvolut von der D. Stempel AG heute im historischen museum liegen – es könnte sich bei dem oberen Gezeigten um eine künstlerische Installation handeln, auf den zweiten Blick und in Verbindung mit dem weiteren Foto verändert sich die Wahrnehmung des merkwürdigen ‘Exponats’ zu einem Alltagsgegenstand: einem Blasebalg für Druckerei-Setzkästen der D. Stempel AG aus den 1920er oder 1930er Jahren.
Verantwortlich für eine erste Wahrnehmung des Bildes als Fotografie eines Kunstobjekts ist aber vor allem die Wahl der/des Fotografen/in, den Blasebalg auf einem Podest frontal vor einer weißen Wand zu fotografieren, eine typische Form der Exponatfotografie. Das Wissen der/des Betrachters/in um diese Bildformel verleitet deshalb dazu, das Objekt als Kunstwerk wahrzunehmen – aber vielleicht ist es doch Kunst – oder nur ein Blasebalg?

Von Sebastian Steenpaß, 5. April 2012

Was auf der Fotografie so aussieht wie eine zerstörte Kriegslandschaft, stellt in Wirklichkeit den Durchbruch der Frankfurter Braubachstraße zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts dar. Während der Durchsicht alter Zeichnungen und Fotografien zu tiefgreifenden Veränderungen im Stadtbild Frankfurts stößt man auf interessante und spannende Einblicke!
Dieses 1904 durch Carl Andreas Abt aufgenommene Motiv zeigt die Hinterhäuser der Borngasse zwischen Schnurgasse und Braubachstraße. Die heute kaum mehr aus der Altstadt wegzudenkende Braubachstraße wurde vor etwa 108 Jahren in Auftrag gegeben mit dem Ziel, das alte Stadtviertel rund um die Altstadt verkehrstechnisch zu erschließen und dadurch wiederzubeleben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die gesamte Gegend im Zuge der voranschreitenden Industrialisierung und der Erbauung neuer Wohnsiedlungen in umliegenden Stadtteilen geprägt durch heruntergekommene Gebäude, Armut und sozial schwache Bewohner, weshalb man sich ein Beispiel an der Stadt Paris nahm und die Idee des Straßendurchbruchs entwickelte.
Der Name der Straße geht mitunter auf den Namen der Braubach, eines kleinen Nebenarms des Mains zurück, und sie soll in etwa parallel des Baches verlaufen. Für unsereins heute schwer nachvollziehbar, wurden für den Straßendurchbruch über hundert historischer (aber zum Teil sehr maroder) Gebäude abgerissen, da zu damaligen Zeitpunkt nahezu die gesamte Altstadt aus Fachwerk bestand. Aus Sicht von manchen Zeitgenossen wurde sehr wenig Wert auf Denkmalschutz wert gelegt – wie die Altstadt auszusehen hat, darüber streitet man sich ja noch heute!
Weitere aufschlussreiche Einblicke zu prägenden Veränderungen Frankfurts wird es an einem Medientisch in der Dauerausstellung Frankfurt Einst? ab 2015 geben.
Von Dorothee Linnemann, 5. Dezember 2011
Der vereiste Main ist seit Jahrhunderten beliebtes Motiv für Künstler und (Hobby-)Fotografen!
Schlittschuhläufer, Fahrradfahrer, Spaziergänger, Familien, Verkäufer und Kinder nutzten die ‘Eiszeit’ zur ‘Auszeit’. So wurde der Main zur spektakulären Vergnügungsfläche in den kalten Dezember- und Januarwochen.
Eindrücke und Informationen über das Main-Eis wird es in den Ausstellungsräumen des historischen museums im Rententurm ab Frühjahr 2012 geben.
Dazu werden gerade die Fotobestände des Museums gesichtet. Einige spannende Einblicke aus dem frühen 20. Jahrhundert sind schon hier zu sehen…
Von Angela Jannelli, 29. September 2011
Rund um die Baustelle des historischen museums frankfurt wird es ab dem Frühjahr 2012 eine Bauzaungalerie geben. Auf 11 großen Leuchtkästen können wir hier zukünftig Ausstellungen präsentieren, die besonders schön nach Sonnenuntergang zu sehen sein werden!
Den Anfang wird eine Ausstellung über das “Sammlermuseum” machen, bei der wir Porträts und ausgesuchte Objekte aus diesem Teil der neuen Dauerausstellung zeigen werden. Ab Herbst 2012 sollen dann Baustellen-Fotos unserer Flickr-Community gezeigt werden. Es wird sicherlich nicht leicht sein, aus den bisher eingegangenen 285 Fotos die 11 schönsten auszuwählen…
Wir konnten die Bauzaungalerie von der Hamburger Hochbahn übernehmen, die die Leuchtkästen rund um die Baustelle der U4 am Jungfernstieg aufgestellt hatte. Dort sah das so aus:

Die Bauzaungalerie wird sicherlich auch am Römer einen strahlenden Auftritt haben! Wir freuen uns darauf!
Von Nina Gorgus, 29. Juli 2011
Auf der Suche nach Fotografien zum Senckenbergianum in der Graphischen Sammlungen gefunden: die Fotografien eines unbekannten Fotografens, der die Abnahme der Christusfigur vom Bürgerhospital festgehalten hat. Anlass war die Verlegung des Bürgerhospitals an die Nibelungenallee. Das war 1906.
Der Historiker Thomas Bauer hat beschrieben, dass der Umzug der Christus-Statue einen kleinen Skandal in der Stadt verursachte, da die Figur für viele untrennbar zum Gebäude gehörte. Die Figur, die bereits wieder eine Nische im neuen Bürgerhospital bezogen hatte, wurde schließlich wieder an ihren angestammten Platz zruückgebracht. Der Gründungsdirektor des historischen museums, Phlipp Otto Cornill, sorgte am neuen Standort für Ersatz.*
Sehr schön finde ich, wie die Arbeiter vor der Skulptur stehen: wie vor einem erlegten Stück Wild!

*nachzulesen ist das bei: Thomas Bauer: Mit offenen Armen. Die Geschichte des Frankfurter Bürgerhospitals. Frankfurt 2004, S. 69f.
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