Druckerinnen in Frankfurt

Das Drucken und Handeln mit Büchern und Druckgrafik war für die Stadtgesellschaft Frankfurts seit dem 16. Jahrhundert wichtige Einnahmequelle. Vor allem bei den Kaiserkrönungen wurden zeitaktuelle Ereignisbeschreibungen in Umlauf gebracht.

Dass in diesem Frankfurter Zunftgewerbe unter stark reglementierten Bedingungen auch Frauen tätig waren, zeigen zwei Beispiele aus den Beständen Historischer Bücher des historischen museums, die gerade für die neue stadtgeschichtliche Dauerausstellung Frankfurt Einst? 2015 erforscht werden. Über die Druckerinnen oder auch Verlegerinnen ist heute meist kaum etwas bekannt, ihre Biografien möchten wir deshalb – soweit noch möglich - aufarbeiten.

Die Druckerin Maria Susanna Becker(in) brachte 1711 zur Krönung von Karl VI. etwa die “Ausführliche / Beschreibung / Der [...] Galanterie Speisen/ welche /  den 22. Dec. 1711 nach vollzogener gloriosen Kayserl. / Crönung/ allhier zu Franckfurth [...] zu / sehen gewesen [...]” heraus. Darin wurde das Schauessen, welches aus Zucker gefertigt wurde und im Römersaal beim Bankett von Kaiser und Kurfürsten Verwendung fand, detailiert beschrieben. Folgerichtig zeichnete sich Maria Susanna Becker(in) für den Gesamtdruck auf dem Titelblatt Verantwortlich: “von / Maria Susanna Beckerin / verfertigt worden”. Über diese Druckerin gibt es bisher keine größere biografische Forschung.

Der selteneren, selbstständigen Tätigkeit in diesem Zunftgewerbe stand eine weitere Betätigungsoption zur Seite, mit der Frauen als Druckerinnen in Erscheinung traten: Als Witwe eines Druckers konnten sie den Betrieb ihres verstorbenen Mannes bis zur Übernahme durch die Söhne oder einen neuen Ehemann weiterführen.  Die nach dem Tod des Druckereiinhabers so vertriebenen Bücher erhielten üblicherweise eine Ordnungshilfe auf dem Titelblatt, z.B. durch Kennzeichnung „Erben“, „Nachfolger“, „Witwe und Sohn“ usw. So findet sich auf einem Titelblatt eines Buches, das ebenfalls im Kontext der Krönung Karls VI. 1728 erschien und in dem u.a. die zentralen Zusicherungen von Rechten der Stadt Frankfurt durch den Kaiser publiziert wurden, der Vermerk: “Frankfurt am Mayn. / In Verlegung Johann Maximilian von Sand seel. Wittwe.”

Mehr zu erfahren über die Rolle von Frauen im frühen Frankfurter Handwerk ist unter anderem über die Projekt-Homepage des historischen museums zu Frankfurter Frauenzimmern.

Einmal Bagger und zurück

 

Auf der hmf-Baustelle ist der Abriss des alten Betongebäudes nun abgeschlossen, übrig ist noch ein riesiger Haufen Geröll, Metall und ab und zu eine Fensterscheibe. Unter der Erde geschieht auch Einiges: Ein Tunnel musste umgelegt werden und bevor die Rohre verlegt werden, durften wir noch einen Blick in die Frankfurter Unterwelt werfen!

Der Tunnelausbau erfolgt noch in echter Handarbeit: In Vier-Mann-Schichten wird die Stein-Lehmmasse (Frankfurter Nachkriegsschutt) entfernt und in komplizierter Konstruktion der Tunnel eingebaut. Im Selbstversuch konnte auch erprobt werden, wie anstrengend diese Arbeit ist.

Das Highlight: ein Gruppenbild mit Bagger - und mit ebendiesen Bagger durfte ich später sogar noch fahren, Geröll umschichten und mit dem Arm herumschwenken. Ein echter Baustellentraum!

 

 

Übrigens: unsere Flickr-Gruppe war mit vor Ort!

Noch schönere Bilder gibt es also bald hier!

 

Baustelle bringt staufisches Juwel zutage

schießscharte im UG der Saalhofkapelle entdecktSchießscharte im UG der Saalhofkapelle

von links: Mahmut Balta, Baustellenleiter
Dr. Andrea Hampel, Leiterin des Denkmalamts Frankfurt und
Dr. Stefan Timpe, Stellvertretender Leiter des Denkmalamts

 

In Zuge der Bauarbeiten an den historischen Gebäuden des Museums wurde jetzt im Untergeschoss der Saalhofkapelle aus dem 12. Jahrhundert eine sehr gut erhaltene Schießscharte entdeckt. Der Originalputz ist sehr gut erhalten.  Dieses Bauelement ist außerordentlich selten und sehr gut erhalten.

Sobald der Bericht der Denkmalpflege vorliegt, werden wir Einzelheiten und Details auf unserer website veröffentlichen.

Auch die Haustechnik und der Handwerkerdienst verlassen die Saalgasse.

Die Haustechnik und die Haushandwerker treffen die ersten Vorbereitungen für den anstehenden Umzug von der Saalgasse in den Westen Frankfurts. Die neuen Büromöbel werden bereits aufgebaut. Für den Umzug der Maschinen und der Werkstatteinrichtungen werden dann später professionelle Kräfte einer Spedition verantwortlich sein. Der Umzug der Verwaltung und des Handwerkerdienstes wird am 21. März durchgeführt. Ab dem 22. März werden dann die angeschlossenen Häuser des historischen museums frankfurt, das Kindermuseum an der Hauptwache, das caricatura am Weckmarkt und das Porzellanmuseum im Kronberger Haus in Frankfurt-Höchst aus den neuen Räumen und Werkstätten versorgt.