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Amerika erstrahlt in goldenem Licht

Neulich habe ich die Papierrestauratorin Birgit Harand zu einem Termin in den Altbau des Historischen Museums begleitet. Da ich meine Arbeitstage üblicherweise in der Grafischen Sammlung verbringe, war ich gespannt auf den kleinen Ausflug ins Museum.

Dort angekommen, hatten sich schon einige andere dort versammelt: der Hausdienst, der zuständige Kurator, die Koordinatorin von Frankfurt Einst?, eine der Ausstellungsgestalter_innen und die Lichtplaner. Grund für das Zusammentreffen dieser kleinen Expertenrunde, war der Erdglobus des Johannes Schöner von 1515.

Der „Schöner-Globus“ ist das Highlight unserer Sammlung, da er der weltweit älteste Globus mit dem Eintrag „AMERICA“ ist. Seit dem Jahr 1891 befindet sich dieses wertvolle Stück in der Sammlung des Museums. Zurzeit steht er zusammen mit zwei weiteren Globen in einer großen Glasvitrine im Sammlermuseum. Nach der Fertigstellung des Neubaus wird er in die Dauerausstellung „Frankfurt Einst“ umgesiedelt und in einer Einzelvitrine ausgestellt, damit er die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient. Deshalb auch der Termin: Da der Globus nur wenig Licht verträgt, sollte ausprobiert werden, wie er am besten präsentiert werden kann.

Nachdem wir den Globus vorsichtig aus seiner Vitrine herausgeholt hatten, haben wir zusammen besprochen und ausprobiert, unter welchem Lichteinfall der Globus am besten zur Geltung kommt. Zuerst testeten wir, wie es aussieht, den Globus auf einen Spiegel zu stellen. Die Idee dabei war, den Besuchern einen besseren Blick auf die Südhalbkugel, insbesondere Amerika, bieten zu können. Wir stellten alle jedoch schnell fest, dass der Spiegel zu sehr vom Objekt ablenkte und nicht so viel an Information liefert wie erhofft. Wir entschieden uns letztendlich einstimmig für einen vergoldeten und speziell bearbeiteten Sockel, der hervorragend zum Objekt passte und nochmals aufwertet.

Dann mussten die Lichtplaner ran! Aus konservatorischen Gründen darf die Lichteinstrahlung auf das Objekt nicht zu hoch sein, damit das Objekt nicht beschädigt wird. Andererseits sollte das Licht hell genug sein, damit die Besucher_innen die Möglichkeit haben, das Objekt richtig betrachten zu können. Die Richtlinie lautete also: „So wenig Licht wie möglich, aber so viel Licht wie nötig!“. Mit Messgeräten konnten die Lichtplaner die Lichtstärke bestimmen. Um Spiegelungen auf der Objektoberfläche zu vermeiden, wurden die kleinen Probe-Lichtstrahler nicht direkt auf das Objekt gerichtet, sondern auf die vergoldete Platte. Diese reflektiert dann das Licht auf den Globus, wodurch es weniger gebündelt auf den Globus traf.

Insgesamt hat mir der Vormittag im Museum sehr gut gefallen. Besonders schön fand ich, dass auch ich als FSJlerin in die Gespräche miteingebunden wurde und meine Ideen und Einwände miteinbringen konnte.

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