Ausstellen

Auch Getreidekäferlarven fühlen sich im Museum wohl

Das Deutsche Gartenbaumuseum in Erfurt wurde 1992 gegründet, geht aber auf eine Institution zurück, die 1961 in der DDR im Rahmen der I. Internationalen Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder (iga) eingerichtet wurde. Heute befindet sich das Museum in einer Festung, der Cyriaksburg, und liegt mitten im ega-Park – also auf dem Gelände der Erfurter Garten- und Ausstellungs-GmbH. Schon der Weg durch den Park mit der 1960er Jahre-Architektur ist ein Erlebnis und eine Zeitreise zugleich.

Die Dauerausstellung wurde 2000 eröffnet und führt durch das Festungsgebäude – inklusive Garten und Gewächshaus.  Es ist ein Parcours, der kultur- und sozialgeschichtliche Perspektiven auf Gärten, Gärtnern und Parks liefert und sich auch intensiv mit dem Botanik,  Züchtung, Wachstum der Pflanzen, Nutzgarten und Landwirtschaft und vielem mehr beschäftigt. So ist das Museum sowohl für Schulkalssen als auch für Gartenliebhaber*innen interessant. Das Museum bietet eine Vielfalt von Objekten und Inszenierungen, so dass der Besuch sehr kurzweilig ist. Wunderbar schon war etwa der Auftakt mit der Sammlung historischer Apfelsortenmodelle aus Pappmachée und Stuckgips.

In der Ausstellung habe ich vieles  entdeckt und auch einiges über Frankfurt erfahren. Das Paradiesgärtlein aus der Sammlung Prehn des HMF, das heute im Städel hängt, durfte etwa auch nicht fehlen und auch eine Abbildung des Gartens von Johannes Schwind aus dem 17. Jahrhundert fehlte nicht…

Interessant fand ich es, dass im 19. Jahrhundert Gartenbauvereine Konjunktur hatten! Unzählige Vereine gründeten sich in Deutschland, um das Garten und Gärtnern wissenschaftlich, künstlerisch und ganz praktisch zu fördern. Auf Gartenbauausstellungen  –  1890 gab es allein 30 in Deutschland – traf sich ambitionierte (Hobby-) Gärtner*innen, um etwa neue Züchtungen vorzustellen und sich auszutauschen.

Besonders fasziniert hat mich auch der Raum über Plagen und Schädlinge – hier ging es etwa um die Wanderheuschreckenzüge in Europa vom 14. bis 18. Jahrhundert oder, das war sehr skuril, um die Schäden durch den Getreidekäfer – man konnte den Getreidekäferlarven beim Knabbern zusehen und durch eine besondere Tontechnik auch zuhören…

2021 findet auf dem ega-Gelände die Bundesgartenschau statt, deswegen wird überall im Park heftig umgebaut. Auch die Dauerausstellung des Gartenbaumuseums soll neu konzipiert werden – da steht also bald ein nächster Besuch an!

 

 

0 Kommentare zu “Auch Getreidekäferlarven fühlen sich im Museum wohl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.