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Auf den Spuren der frühen Frankfurter Druckwerkstätten

Urheberrechtsstreitigkeiten und Ängste um Nachdruck durch Dritte waren unter den Frankfurter Druckern im späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts keine Seltenheit. Gerade bei den Kaiserwahlen und -krönungen in Frankfurt waren die gedruckten Beschreibungen und vor allem illustrierte Flugblätter zur Information über und Erinnerung an diese wichtigen politischen Ereignisse des Heiligen Römischen Reiches beliebte Waren. Auf verschiedene Weise wurden deshalb die Druckerzeugnisse durch die jeweiligen Drucker, Verleger und Kupferstecher gekennzeichnet.

Bei der heutigen Begutachtung solcher Druckgraphiken ist deshalb besonders auf Signaturen und auch Druckmarken – letztere sind bildliche Darstellungen, Embleme und Symbole – zu achten. Sie geben Auskunft über den Vertrieb und die Zentren der Informationsverbreitung der Reichsstadt Frankfurt zur Zeit der Kaiserkrönungen.

Ein besonders schönes Beispiel ist die Druckermarke der Werkstatt Weys von 1612 auf dem Titelblatt einer Beschreibung zur Krönung von Matthias und seiner Frau Anna 1612: Unter einem Motto „Conando Penetrabit“ („Es muß versucht sein“) ist ein Putto zu sehen, der einen großen Ball durch ein kleines Loch zu schieben versucht. Einfachere Formen sind die Nennung der Produzentennamen an verschiedenen Stellen im Bild oder in einer Textvignette, so bei der berühmten Druckerwerkstatt von Johann Theodor de Bry oder dem Kupferstecher Eberhard Kieser aus Frankfurt.

 

 

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