Ausstellen Sammeln + Pflegen

Stadtlabor-Auftakt „Wie wohnen die Leute?“

Am 25. April kamen 26 Stadtlaborantinnen und Stadtlaboranten (Bewohner/innen aus den Siedlungen, Künstler/innen und Interessierte) zum ersten Workshop für die geplante Ausstellung Wie wohnen die Leute? Mit dem Stadtlabor unterwegs in den Ernst-May-Siedlungen zusammen. In konzentrierter und produktiver Atmosphäre gab es hier Raum um sich kennenzulernen und gemeinsam die ersten Ideen und mögliche Themensetzungen zu diskutieren. Wir versammelten uns mit der World Café Methode zu vier Themenschwerpunkten: Architektur und den Fragen nach baulichen Veränderungen der Siedlungen und Grundrissen in den Häusern, Politisch-Ökonomisch und den Fragen nach Veränderungen der Mietpreise und Bewohnerschaft, Sozial-Gesellschaftlich und den Fragen nach Veränderungen der Gemeinschaftsräume, Nutzung der Frankfurter Küche etc. und Symbolik mit den Fragen nach Aneignungsprozessen und Spuren in den Siedlungen.

Zwei Bewohner/innen waren zum Beispiel da, die ihre Mietverträge vererbt bekommen haben und berichteten wie viel sie mit ihrem vererbten Mietvertrag an Miete zahlen im Vergleich zu Nachbar/innen. Eine weitere spannende Frage und Spannungsfeld zeigt das Thema Denkmalschutz auf: Wer entscheidet und wer sagt, was denkmalwürdig ist? Und wo verlaufen die Grenzen zwischen denkmalwürdigem Erhalt der Gebäude und Einschränkungen der Gestaltung durch die Bewohner/innen?

Die gesammelten Ideen werden jetzt von den Stadtlaborant/innen und uns weiter verfolgt und eine erste Ideenskizze für den zweiten Workshop am 11. Juli vorbereitet. Welcher Fragestellung soll konkret nach gegangen werden, was interessiert am meisten und wie könnte das in der Ausstellung gezeigt werden?

Doch bevor wir in den nächsten Workshop starten, sind wir in den Siedlungen mit verschiedenen Aktionen unterwegs, um noch mehr über das Leben und ihre Bewohner/innen vor Ort zu erfahren. Im Mai war ich in der Siedlung Engelsruhe in Unterliederbach und durfte in einigen Wohnzimmern und Vorgärten Platz nehmen – ich habe dort viel über Umbauten und Hausdekorationen, gegründeten Gemeinschaftsräumen und die Nachbarschaft erfahren. Ich durfte unsere Gespräche und Rundgänge durchs Haus aufnehmen und ein Fotobuch das die Renovieruungsarbeiten einer Familie zeigt für die Ausstellung mitnehmen. Die nächsten Haltestellen sind die Siedlungen in Oberrad, die Siedlung Bornheimer Hang und Riederwald. Unterwegs mit unserem Forschungsfahrrad, einem Dérive mit der Freien Kunstakademie Frankfurt im Riederwald und einem Workshop zu Fotografie und Fotocollagen am Bornheimer Hang in Kooperation mit dem Deutschen Werkbund , bin ich gespannt was ich über das Leben in den Siedlungen erfahren werde ..

Wer Lust hat, beim Stadtlabor „Wie wohnen die Leute?“ teilzunehmen und einen Beitrag erarbeiten möchte, ist herzlich zum nächsten Workshop am 11. Juli um 18:30 Uhr eingeladen. Bewohner/innen des Bornheimer Hangs laden wir herzlich zum Foto-Workshop am 16. Juni von 11 bis 18 Uhr vor Ort in den Räumlichkeiten des Deutschen Werkbundes ein. Anmeldungen über stadtlabor.historisches-museum@stadt-frankfurt.de

1 Kommentar zu “Stadtlabor-Auftakt „Wie wohnen die Leute?“

  1. Ich habe eben zum ersten mal vom Stadtlabor in Frankfurt gelesen. Interesannte Fragen die in Zuge solch einer Aktion aufkommen und ein super Beitrag zu Nachbarschaft und das Zusammenleben.

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