Neudenken + Entwerfen

Bergfest! Halbzeit! Und weiter geht’s mit unserem Stadt- und Kulturtrip durch Frankfurt bei der Sommertour 2016

Seit Ende Juni sind wir jetzt mit der Sommertour in Frankfurt unterwegs und erkunden mit den unterschiedlichsten Methoden, Veranstaltungen und Akteuren die Stadt. 21 Aktionen an 17 Tagen liegen hinter uns. 21 Aktionen stehen noch an. Was haben wir bis jetzt erfahren? Mit wem waren wir wo unterwegs? Wo fange ich bloß an?

Als Anreiz für den ersten Rückblick dient natürlich auch die schöne Frage von Tanja Praske: Was ist dein Kulturtrip für mich im Sommer?

Ein kleiner Schwank aus der Sommertour

  1. Juni, 10Uhr, Treffpunkt: vor dem historischen Museum Frankfurt.

Sechs Stunden wandern wir mit dem Künstler Kai Söltner durch Frankfurt und nehmen dabei 30 Ortsproben mit. Vom Römer, Kunstverein, meinem Geburtsort, einem Bananenblatt aus dem Nizzagarten, dem ersten besetzten Haus in Frankfurt in der Eppsteiner Straße 47, einem brasilianischen Supermarkt, Goethes Geburtshaus, Frankfurter Börse und viele Weitere. Ein verrückter Spaziergang mit einer noch verrückteren Weiterverarbeitung. Was aus den Proben entstanden ist und was wir daraus über Frankfurt gelernt haben, kann hier detailliert nachgelesen werden.

  1. Juli, 18Uhr. Treffpunkt: Willy-Brandt Platz vor dem Eurozeichen.

Maximale Teilnehmerzahl 25 Personen. Wir treffen uns mit frankfurt postkolonial  für den Stadtrundgang Frankfurt´s Colonial Amnesia. Wir ziehen los mit 40 Teilnehmer/innen! Ein interessanter Austausch entsteht. Wir bleiben stehen, diskutieren und lernen viel über lokale Frankfurter Spuren der deutschen Kolonialgeschichte. Wir enden am Kindermuseum und diskutieren über den Umgang mit dem dortigen Kolonialwarenladen.

  1. Juli, 18:30Uhr. Treffpunkt: Campus Bockenheim.

Die Projektleiterin spricht ins Mikrofon, dann ich, danach Jörg Thums von red park. Tatattaa. Die Sommertour ist nun offiziell eröffnet und die ersten Anspannungen lösen sich in meinem Körper. red park performt an diesem Abend mit ihrer ersten GPS Bar (Konspirieren 1) – agitieren & propagieren. Bei Lavendelwodka & Pommes kann dem kritischen Geist der Frankfurter Schule auf dem ehemaligen Campus Bockenheim nachgespürt werden. Die zweite GPS Bar – konservieren & konstruieren führt uns zwei Wochen später in das Dickicht des Frankfurter Stadtwaldes. Hier fühlen wir den Protesten gegen die damalige Startbahn West des Frankfurter Flughafens nach, lauschten den Klängen des Waldes & der Soundinstallation von mõnõraïn. Drei GPS-Bars folgen noch. Wo und über welche Proteststätten? Das wird 48 Stunden vorher hier bekannt gegeben.

  1. Juli, 15 Uhr. Treffpunkt: Heimatsiedlung in Sachsenhausen.

Seit drei Stunden performen Stefanie Trojan, Barak Reiser und Snežana Golubović von TRaG mit ihrer fünftägigen Performance Stadt-Halten in der Heimatsiedlung, einer Siedlung des „Neuen Frankfurt“. Holzlatten, bemalt in Bauhausfarben werden in einer Choreografie von a nach b getragen. Unterschiedliche Figuren entstehen. Ich versuche dabei die Logik der Choreografie zu verstehen. Die Holzlatten fügen sich dabei immer wieder neu angeordnet in die Häuser- und Stadtstruktur ein. Die klare Formsprache des Funktionalismus wird deutlich. Meditativ bleibt mein Blick dabei hängen, wie sich Holz und Hauswand begegnen. Es ist 16 Uhr die Performance ist für heute beendet und geht am nächsten Tag am Bornheimer Hang weiter. Ich muss los zur nächsten Aktion an die Städelschule. Davor aber noch schnell zum Supermarkt ein paar Cracker kaufen für das, bevorstehende kollektive Forschungs-Aperitif mit dem Stadtteilhistoriker Jens-Holger Jensen.

Weiter geht´s

Noch weitere sechs Wochen, bis zum 17.9., kann im Rahmen der Sommertour mit dem Stadtlabor unterwegs Frankfurt erkundet werden. Dabei fragen wir uns zum Beispiel am kommenden Samstag: Wie klingt eigentlich Frankfurt? Am 6.8. erforschen wir mit Tine Nowak und ihrem Workshop „Geschichten der Stadt hörbar machen“ das Ostend rund um den Osthafen. Diesmal fangen wir die Stadt mit Tönen ein. Hörstücke, Feldreportagen und persönliche Berichte werden aufgezeichnet und können Ende dieses Jahres in unserer digitalen Frankfurt Karte veröffentlicht werden. Es gibt noch freie Plätze, unbedingt anmelden bis Freitag um 15 Uhr bei unserem Besucherservice unter besucherservice.historisches-museum@stadt-frankfurt.de. Los geht’s um 10.00 Uhr im Institut für Neue Medien.

Wer Lust hat, aber schon verplant ist, kann am 10. September in Bockenheim mit Tine Nowak bei einem weiteren Workshop auditiv die Stadt erkunden.
Das weitere Programm der Sommertour 2016 – Stadtlabor unterwegs mit vielen Aktionen zum mit machen oder einfach nur berieseln lassen gibt es hier, sowie regelmäßige Berichterstattungen.

So Tanja, auf nach Frankfurt, oder?

 

2 Kommentare

  1. Liebe Katharina,

    famoses Programm – so toll! Sehr gerne wäre ich dabei, zumal ich die liebe Tine gut kenne. Das nenne ich mal ein fantastisches Vermittlungsprogramm. Zu meiner Studi- und Doktoratszeit in Frankfurt 1994-2004 kann ich mich nicht an so klasse Führungen erinnern. Ehrlich gesagt habe ich mich da kaum bei euch verirrt. Meine Anlaufstation war immer das Liebieghaus.

    Ein Stadtmuseum hat natürlich ganz andere Möglichkeiten der Vermittlung, der Themen und sie werden bei euch ja prima angenommen, wenn ich die 40 Teilnehmer sehe.

    Klasse – ich wünsche ganz viel Erfolg weiterhin und danke nochmals für deinen Beitrag zu meiner Blogparade!

    Herzlich,
    Tanja

  2. Katharina Böttger

    Liebe Tanja, danke dir!
    Ich freue mich auch immer wieder darüber, im Rahmen meines Volontariats, so experimentell und kreativ zur Vermittlung städtischer Prozesse und Phänomene arbeiten zu dürfen.

    Und ja, das Liebighaus ist auch immer einen Besuch wert. Gerade im Sommer, mit dem schönen Café im Innenhof.

    Viele Grüße aus Frankfurt,
    Katharina

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