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Bericht von der 3. Asiatischen Kindermuseumskonferenz in Südkorea

Die 3. Asiatische Kindermuseumskonferenz vom 29. – 31. Mai 2014 war im Gyeonggi Children’s Museum in Suwon, einige Kilometer südlich von Seoul/ Südkorea zu Gast. Sie stand unter dem Thema  „Children & Cultural Diversity“.

Seit einigen Jahren erst wandelt sich die homogene koreanische Gesellschaft mit einer weitgehend einheitlichen Kultur hin zu einer vielfältigen Gesellschaft. 2,2% Einwanderer verzeichnet die Statisik, die vor allem aus dem asiatischen Raum nach Südkorea kommen. Politische, gesellschaftliche und pädagogische Bemühungen werden unternommen, um den Wandel zu einer multikulturellen Gesellschaft zu vollziehen und größere soziale Spannungen zu vermeiden..

Die Tagung ging zwei Fragen nach: 1) Können Kindermuseen ein multikulturelles Verständis fördern? und 2) wie können wir Kinder darin unterstützen, dass sie anderen Kulturen ohne Vorurteile begegenen können?

Aus diesem Grund waren Kindermuseen aus aller Welt eingeladen, ihre Erfahrungen und Programme in den Museen zur museumspädagogischen Praxis der interkulturellen Erziehung vorzustellen und mit den koreanischen Kollegen Ansätze, Ideen und Praxisbeispiele auszutauschen und zu diskutieren. Das genaue Programm findet sich hier

Wir waren eine kleine Gruppe internationaler Gäste aus Asien, den USA und Europa: Nina Lim-Yuson vom Museo Prambata aus Manila/ Phillipinen ; Tresnawati Prihadi vom Singapore Philatelic Museum, Bijaya Kumar Shani aus Nepal und Keiko Kuroiwa aus Osaka/ Japan. Aus den USA Leslie Swartz vom Bostoner Children’s Museum und Loretta Yajima vom Hawaii Children’s Discovery Center, außerdem Douglas Simpson, Penny Sander und Yongjoo Kim von Cambridge Seven Associates. Aus Europa waren wir zu zweit: Annemies Broekgaarden, Leiterin der Museumspädagogik im Rijksmuseum Amsterdam und frühere Leiterin des Tropenmuseum Junior sowie ich als Leiterin des kinder museums frankfurt.

Alle Vorträge wurden wurden in Podiumsdiskussionen von koreanischen Kindermuseumsdirektoren/innen und Universitätsprofessoren/innen reflektiert und flankiert.  Sie kommentierten die Vorträge und setzen sie in Beziehung zur koreanischen Museumsarbeit und zu pädagogischen Ansätzen. Dazu wurden  vertiefende Fragen gestellt und es fand ein Austausch statt über die Bedeutung des Ansatzes, Kinder möglichst früh schon mit unterschiedlichen Kulturen, Religionen, Lebensweisen in Berührung zu bringen. Man war einhellig der Meinung, dass gerade Museen mit ihren reichen Kulturschätzen aus unterschiedlichen Zusammenhängen und besonders Kindermuseen dafür geeignet seinen. Denn Museen sind Orte, in denen sich Kinder verschiedener Kulturkreise und Herkunftsfamilien treffen und miteinander spielen und lernen können.

Themen waren auch die sammlungsbasierte Kindermuseumarbeit und Ausstellungen die sich mit den Phänomenen des Alltags, des Körpers und der Gesundheit sowie den Elementen rein spielerisch auseinander setzen. Die Zielgruppen und Alterstufen der Besucher wurden besprochen, aber auch die Einbeziehung der Eltern und Erzieher der Kinder in die Prgramme der Kindermuseen. Die Interaktion des kindlichen Besuchers mit Objekten und anderen Besuchern war ein ebenso diskutiertes Thema wie ein partizipativer Ansatz und inwieweit Kinder auch Gestalter ihres Kulturortes sein können.

An den zwei Vortragstagen hatten wir immer wieder Gelegenheit das Gyeonggi Children’s Museum zu besuchen, mit den Kindern in Kontakt zu kommen und uns alles ganz genau anzusehen.

Nach zwei Tagen intensiver Vortrags- und Diskussionstätigkeit besuchten wir am dritten Konferenztag zwei Kindermuseen in Seoul:  Im Children’s Museum des National Folk Museum of Korea lernten wir die Sonderausstellungen kennen, konnten aber auch Blicke hinter die Kulissen werfen. Außerdem wurden uns mehrere ‚Cultural discovery boxes‘  zu unterschiedlichen Kulturen vorgestellt.  Eine sehr schöne Idee war ein kleiner Kreativworkshop, der eine willkommene Auflockerung in das Tagungsgeschehen brachte. Der zweite Besuch führte in das Seoul children’s museum, es ist ein vierstöckiges Gebäude mit über 8000 m² und beeidruckte mit seiner schieren Größe aber auch seiner Fülle an Themen und Spielmöglichkeiten.

Die koreanischen Kollegen haben eine wunderbare, vielfältige und intensive Konferenz ausgerichtet. Sie waren ausgezeichnete Gastgeber und es war ein große Ehre dorthin reisen zu dürfen. Das Schöne war so viele internationale Kollegen zu treffen und sich auszutauschen. Ich bin ganz beschwingt (und ein bisschen müde) an meinen Schreibtisch zurückgekehrt und freue mich über das Interesse der internationalen Kollegen und hoffe, dass der Eine oder die Andere tatsächlich mal in Frankfurt einen Zwischenstopp einlegt, um das Frankfurter Kindermuseum mit eigenen Augen zu sehen.

Hier ist mein Beitrag für die Tagungspublikation:

Gesser-Kultur der Vielfalt im kinder museum frankfurt

Gesser-The Culture of Diversity at the Frankfurt Children’s Museum

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