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Das Frankfurt des Drago Trumbetaš

Schon im Mai führte Angela Jannelli eine Gruppe interessierter freunde & förderer durch die von ihr kuratierte Ausstellung Dragutin Trumbetaš: Gastarbeiter in Frankfurt.

Im Jahr 1966 kam Drago Trumbetaš aus Jugoslawien als sogenannter „Gastarbeiter“ der ersten Generation nach Frankfurt am Main. In der für ihn gänzlich fremden und unzugänglichen Stadt begann er zu zeichnen. Er zeichnete Gebäude, Straßen und Menschen. Fast seine gesamte Freizeit verwendete er auf die Anfertigung von akribischen Darstellungen seiner neuen Lebenssituation in Frankfurt und deren deutschen und ausländischen Einwohnern. So entstand ein sehr umfangreiches Oeuvre an feinen, detailreichen Zeichnungen.

Sie oszillieren zwischen bekannten und eher unbekannten Ansichten und Motiven. Wer von uns kannte noch den Mouson-Turm? Wer erinnert sich an das Modehaus Ammerschläger? Im Stadtbild der 1970er Jahre sind Werbeschriftzüge wie Agfacolor, 4711 oder Kaffee Hag omnipräsent!

Drago Trumbetaš zeichnete ein Frankfurt, in dem das „Deutsche“ dominierte. Ausgrenzungen und emotionale Kälte begegneten den „Gastarbeitern“ im deutschen Alltag häufig. Der Künstler zeigt diese Perspektive oft schonungslos und wir Betrachter werden auf vielen Bildern mit bitterem Zynismus konfrontiert.

Nachdenklich und zugleich beeindruckt von diesen ausdrucksstarken Zeichnungen verlassen wir die Ausstellung und sind schließlich doch beruhigt, als Frau Jannelli uns erzählt, dass Drago Trumbetaš es als späte Genugtuung empfand, mit seiner künstlerischen Arbeit am Ende in Frankfurt gewürdigt zu werden.

Wir sind uns einig; diese Anerkennung als Künstler hat er verdient!

Übrigens: die Ausstellung ist noch bis zum 15. September im Historischen Museum zu sehen.

 

 

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