Ausstellen Neudenken + Entwerfen

Die Frankfurter Gartenlust ist da

und doch auch wieder nicht. Schon die ganzen Wochen vorher und gerade während des Aufbaus haben wir uns gefragt: Können wir weiter das Museum offen lassen? Wann müssen wir schließen? Können wir eine Pressekonferenz und eine Eröffnung machen?

Und nun ist es klar: wir haben bis einschließlich Sonntag, 28. März geöffnet. Für den Besuch benötigt man ein Ticket mit Zeitfenster – die gibt es hier. Und die Pressekonferenz und Eröffnung fielen sehr viel kleiner als sonst aus – eben im Rahmen des Machbaren.

Auf alle Fälle haben wir uns sehr gefreut, wenigstens für einige Tage die Ausstellung präsentieren zu können. Bei so einem langfristigen Projekt arbeitet man lange und intensiv auf den Termin hin und natürlich möchte man sein Projekt, an dem viele Personen beteiligt waren, gerne vorstellen und darüber diskutieren. Aber gerade können wir aufgrund der Pandemie eigentlich gar nichts mehr so richtig planen. Zum einen habe ich Verständnis für die Entscheidung, auch die Museen wieder zu schließen, da die Corona-Zahlen steigen und die Lage sehr ernst ist. Zum anderen war ich schon enttäuscht, da die Hygienekonzepte gut funktionieren, die Museen normalerweise viel Raum und gut gelüftete Räume haben. Auch war bei den diversen Reden anlässlich dieser Schließung einmal mehr nicht von Kultur die Rede, sondern – etwa in Hessen – von Nagelpflegestudios und Fitnesscentern, die öffnen dürfen…. Deshalb möchte ich hier die vielen Aktionen und Bestrebungen erwähnen, auf kommunaler wie bundesweiter Ebene, die für Kultur werben, auch für die Museen – als wichtige Orte für Bildung und Empowerment für die Gesellschaft. Der Museumsbund hat dazu auch ein Statement herausgegeben.

Doch wieder zur Ausstellung. Es ist ganz schön grün geworden – was ja auch nicht wirklich verwunderlich ist, da sich die Ausstellung mit dem Grün in der Stadt beschäftigt und die Entwicklung der öffentlichen Parks in Frankfurt nachzeichnet. In sieben Themenräumen schauen wir zunächst auf den Umgang mit dem öffentlichen und privaten Grün im Frankfurt des 18. Jahrhunderts. Dann geht es um die Wallanlagen und das Spazieren gehen im ersten öffentlichen Park von Frankfurt. Gefeiert wird der Palmengarten, der dieses Jahr 150 Jahre alt wird. Dann verfolgen wir die Grünflächenkonzepte des frühen 20. Jahrhunderts, schauen in Kleingärten und auf das Neue Frankfurt. Weiter geht der Streifzug in die 1980er Jahre, als etwa die Bundesgartenschau im Niddatal große Proteste hervorrief. Wir untersuchen aus vielen Perspektiven den Blick auf die Natur. Schließlich diskutieren wir die Situation in den Parks heute und fragen uns und die Besucher*innen, wie das mit dem öffentlichen Grünflächen angesichts der vielen Bedürfnissen eigentlich funktionieren soll. Denn hinzukommen noch Wohnungsknappheit, Bevölkerungszuwachs, Klimawandel… Wir hoffen, dass man beim Rausgehen einmal mehr die Bedeutung der Parks wertschätzt und wieder weiß, warum wir sie gut behandeln sollten und warum wir uns für noch mehr Grünflächen einsetzen sollten.

Hoffentlich können wir am 18. April wieder öffnen. Am Montag werden wir 3-D-Aufnahmen machen, um auch digitale Führungen anbieten zu können. Die möchten wir schon einmal allen ans Herz legen –  die Termine können über die Website gebucht werden. Auch der Multimediguide kann schon einmal online gehört werden.

Und wir empfehlen natürlich uneingeschränkt das Buch Frankfurter Gartenlust – zu beziehen über das Museum, aber auch über jeden Buchladen (am besten mal wieder zu dem ums Eck gehen) .

Die Ausstellung wird sozusagen eingemottet. Wir nutzen die Zeit, um einiges nachzuarbeiten.  Wir freuen uns schon sehr auf ein Wiedersehen im Museum im April!

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