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Digitale Medien im Museum: #AskACurator

Vor einer Woche war mal wieder #AskACurator-Day – einen Tag lang saßen Kuratoren und Kuratorinnen rund um den Globus am PC und plauderten 140-Zeichen-lang aus dem musealen Nähkästchen. Auslöser war eine Vielzahl von Fragen, die die twitter-community per Hashtag #askacurator direkt an Museen richtete (twitter bietet ja grundsätzlich immer die Möglichkeit des direkten Austauschs – an diesem Tag wurde aber besonders die Beziehung zwischen Museum und Besucher*innen in den Fokus gerückt). Das nahm auch die Kollegin @tinowa zum Anlass und fragte nach den digitalen Plänen für die Felder Lernen, Bildung und Wissen im Museum. Mit 140 Zeichen konnten wir da nicht nachkommen, drum gibts hier nachträglich ein paar Gedanken zu den spannenden Fragen:

Was sind aktuelle Projekte oder Pläne für den Bereich des Wissens (Sammlungen, Publikationen, Forschung etc.)?

historishes museum frankfurt: stadtmodell mit historypinAktuell arbeiten wir an verschiedenen Baustellen. Einerseits sollen die Kernaufgaben des Museums (Sammeln und Forschen) mit digitalen Mitteln für eine breitere Online-Öffentlichkeit zugänglich und nutzbar gemacht werden. Dazu wollen wir mit Teilen unserer Sammlung bis 2017 online gehen und in Form einer bildlich-intuitiven Datenbank allen Interessierten selbstständiges Forschen, Kommentieren und Browsen ermöglichen. In die gleiche Kerbe schlägt ein vorgelagertes Projekt: die Sammlung Prehn, die in der aktuellen Dauerausstellung Sammler und Stifter gezeigt wird, soll noch in diesem Winter als Mini-Online-Datenbank verfügbar gemacht werden. Auf der anderen Seite bieten die grundsätzlichen Funktionsweisen des Internets, die aktive Communities und kreative User-Praktiken befeuern, viele „Best-Practice-Beispiele“ für Crowdsourcing von denen Museen lernen können. Vor allem in der Frage, wie das gegenwärtige Frankfurt ausgestellt werden kann, wollen wir die Online-Gemeinde involvieren. Dafür ist eine interaktive Frankfurt-Karte in Planung, die durch User-Generated-Content zu einer dynamisch-kollektiven Wissenssammlung wachsen soll. Als Testballon experimentieren wir dafür gerade mit historypin

Was sind aktuelle Projekte oder Pläne für den Bereich der Bildung (Medien in Ausstellungen o.ä., Multimediaprojekte, Vermittlung von Bildung etc.)?

Screenshot der App Stadtlabor unterwegs in den WallanlagenIn der Dauerausstellung Sammlung und Stifter sind bereits eine Vielzahl von Medienstationen integriert, die erweiterte Möglichkeiten in der Interaktion mit den ausgestellten Objekten eröffnen. Zu dieser „Standard“-Ausrüstung kam in der letzten Stadtlabor unterwegs Ausstellung in den Wallanlagen die erste Erfahrung mit einer Smartphone-App hinzu. Für die bewegungsintensive Outdoor-Ausstellung drängte sich ein portables Vermittlungswerkzeug, das jede*r auf dem eigenen Gerät nutzen kann, geradezu auf. Während der Ausstellung konnte die App als Orientierungshilfe und Informationsträger heran gezogen werden. Außerdem konnten hier Geschichten zu den Wallanlagen in Form von Audiotracks abgespielt werden, die, unmittelbarer noch als Texte, die unterschiedlichen Stimmen der Stadtlaborant*innen vermittelten. Nachdem die Ausstellung momentan schon wieder abgebaut wird, erweist sich die App darüber hinaus als kompakte Wissenssammlung, die auch in Zukunft noch zur Tour durch die Wallanlagen einlädt. Download gibt’s hier!

Was sind aktuelle Projekte oder Pläne für den Bereich des Lernens (Medienpädagogik, Online-Kurse, MOOCs, Webinare, Schulkooperationen)?

Im Bereich des Lernens stehen wir im Historischen Museum noch am Anfang der Planungen. Natürlich wird beispielsweise die Einladung zur Partizipation am interaktiven Stadtmodell von Medien-Werkstätten und Kooperationen begleitet werden. Allerdings ist das noch Zukunftsmusik, die vermutlich erst mit dem neuen Internetportal zur Aufführung kommen wird. Was Medienpädagogik angeht ist das kinder museum frankfurt schon länger aktiv und bietet nicht nur Werkstätten an, sondern setzt auch in seinen Ausstellungen medienpädagogische Vermittlungsziele um.

 

1 Kommentar zu “Digitale Medien im Museum: #AskACurator

  1. Pingback: Ask a Curator 2014: Es zwitschert Antworten

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