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Digitale Museumspraxis #10 – Brainstorming Bar rocks!

Wow, die erste Brainstorming Bar im Historischen Museum war ein echter Hit – ich bin immer noch beeindruckt von der kreativen Atmosphäre und möchte als erstes allen danken, die sich so engagiert beteiligt haben!

Was im März noch nach einem schlechten Alibi für Freibier klang (Brain gegen Bier), nahm letzte Woche die allerschönste Form an: 52 Gäste aus Frankfurt, Köln und Bonn tauschten sich angeregt und interdisziplinär mit acht Musemsmenschen aus. Aufhänger war das Stadtlabor Digital, eine Webseite auf der wir nach dem Stadtlabor-Prinzip usergenerierte Beiträge über die vielen verschiedenen Frankfurts, in denen wir leben, sammeln. Sie befindet sich noch im Entwicklungsprozess und soll im Herbst gelaunched werden. Als Grundlage der digitalen Museumspraxis haben wir uns vorgenommen offen zu sein und mit unseren Usern schon während der Entwicklung zu sprechen. Die Brainstorming Bar war ein Format, in dem wir genau das schaffen wollten: Austausch auf Augenhöhe, Kennenlernen und kritische Diskussion. Die Einladung war darum an medienaffine Frankfurter/innen gerichtet und versammelte am Ende eine bunte Expert/innen-Gruppe aus den Bereichen Gamedesign, Blog, Audiopodcast, Maker, Sketcher, Social Media, Software-Programmierung, Medienplanung, aber auch interessierte Kulturkolleg/innen, Künstler/innen und Wissenschaftler/innen waren dabei.

Wie funktioniert eine Brainstorming Bar?

Die Veranstaltung war zweiteilig aufgebaut: Im ersten Teil boten unsere Kuratorinnen Führungen durch die alten und neuen Museumsgebäude an und stellten den Hintergrund unserer Museumsarbeit vor. Im zweiten Teil trafen wir uns alle wieder in einem gemeinsamen Workshop-Raum, die Brainstorming Themen wurden vorgestellt und die Bar eröffnet. Es gab drei vorgegebene Themen: Inhalt & Nutzung, Vermittlung & Veranstaltungen, Technik & Medienproduktion. Dazu gab es noch einen offenen Tisch, an dem Teilnehmer/innen eigene Themen setzen konnten und das Projektannahme-Fahrrad, an dem konkrete Projektideen gefragt waren. Und dann wurde eine Stunde lang gebrainstormed bis alle Tischdecken, Postits und Flipcharts vollgeschrieben waren. Am Ende wurden wir mehr oder weniger vom Schließdienst nach draußen gegongt.

Was bringt eine Brainstorming Bar?

Vielfältigen Input und Feedback per Mail und Blogposts, persönliche Rückmeldungen, Moderationskarten en masse, Videoaufnahmen… So ein Event bringt ganz viel Material aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und es ist gar nicht so einfach dafür eine Form zu finden. Ich hab mich für einen eklektischen Ideen-Überblick in Mindmap-Form entschieden (alles andere wäre reduktionistisch). Die Mindmap ist hier online und kann kommentiert bzw. bewertet werden. Manche Ideen konnte ich im Nachhinein leider nicht ganz genau nochvollziehen, hier wäre ein Kommentar in der Mindmap oder hier unter diesem Blogartikel hilfreich. Dann gibt es noch die breite Reaktion der Teilnehmer/innen:

Und das alles ganz ungefragt, ohne Voranmeldung, einfach so, weil so eine Brainstorming Bar nicht nur Ideen, sondern viel mehr Menschen in Kontakt bringt und Beziehungen entstehen lässt. Ich bin wirklich überwältigt und es fällt mir schwer abschließende oder zusammenfassende Worte zu finden. Ich probier’s mal in kurzen Thesen:

  • Warum eine Brainstorming Bar? Wir brauchen ständig neue Formate, um die beschränkte „Digital“-Defintion von Kulturinstitutionen zu erweitern.
  • Wer kann uns helfen? Digitale Expert/innen bringen Ideen, Wissen, Technik und Engagement in ungeahntem Ausmaß mit.
  • Wie funktioniert das? Der Austausch muss authentisch sein, beiden Seiten sollen sich kennenlernen und nachhaltige Beziehungen knüpfen.
  • Was sind die Konsequenzen? Aus Kuratorinnen werden Community Manager, die sich um Netzwerke kümmern.
  • Wer ist dann Kurator/in???

Um die letzte Frage zu beantworten und einige Ideen (wir werden nicht alles auf einmal schaffen) einen Schritt weiter zu entwickeln, wird es eine zweite Runde geben, wahrscheinlich im Juli. Und nachdem es diesmal Brainstorming Bar hieß, wird es dann Zeit für den zweiten Gang – genug Drinks, genug Brainstorming – wir brauchen Inhalte! Yummy!

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