Neudenken + Entwerfen

Digitale Museumspraxis #15 – Sammlung

Die Sammlung wird als Herzstück des Museums betrachtet – dieses Bild macht nicht nur Sinn, weil wir sie hegen und pflegen und erforschen und ausstellen, sondern leider auch weil sie oftmals gut im Inneren der Depots versteckt ist. Online-Sammlungen und Digitalisierungsvorhaben arbeiten gegen diese Unzugänglichkeit an und versuchen das Innere nach außen in die Öffentlichkeit zu tragen. Open GLAM, Creative Commons und Sharing is caring sind beispielsweise wichtige Bewegungen, die diese Öffnung vorantreiben.

Der Weg zur Öffnung ist trotzdem ein langwieriger und arbeitsintensiver Prozess; nicht nur die Digitalisate der Objekte müssen angefertigt werden, auch die Erschließung der Objekte in der internen Datenbank ist meist lückenhaft oder wie ein/e Teilnehmer/in unserer internen Umfrage schrieb: „Eine Datenbank ist immer nur so gut, wie die Daten, die eingegeben werden. Die Erwartungen an Digitales sind hoch, die Arbeit, um die Erwartungen erfüllen zu können, ist schwer zu bewältigen.“ Tatsächlich war diese Antwort symptomatisch. Auf die Frage „Welche digitalen Aspekte erschweren Ihre Arbeit?“  wurde am häufigsten das Thema Bild- und Sammlungsdatenbanken, ihre Befüllung (kontrolliert oder nicht), ihre Synchronisierung und die fehlende Verschlagwortung, genannt.

Ich glaube damit sind wir nicht allein, zumindest im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen scheint öfter durch, dass die Digitalisierung der Sammlung erst der Anlass ist, um vielen anderen Problematiken auf den Grund zu gehen. Dadurch entstehen für die Digitalisierungsprojekte, die häufig zeitlich begrenzt oder aus Drittmitteln finanziert sind, relativ unberechenbare Vorbereitungsphasen. Auf der anderen Seite ist es natürlich überhaupt keine große Neuigkeit, dass Normdaten und Thesauren die Arbeit in der Dokumentation erleichtern und wenn Digitalisierungsprozesse der Anlass sind, um diesen Stein ins Rollen zu bringen, umso besser! Apropos, wer sich gerne noch mehr mit Normdaten beschäftigen möchte, ist herzlich zur GNDCon 2018 in Frankfurt eingeladen. (Der Call for Papers läuft noch bis 27. Juli!)

Auch wir haben jetzt seit mehreren Jahren – ich glaube es sind konkret mindestens zwei Jahre  – an der Umsetzung einer ersten Veröffentlichung der Sammlung gearbeitet. Seit Mai 2018 ist die Beta-Version online und natürlich gibt es noch viele kleinere Ungereimtheiten, die wir jetzt nachbearbeiten. Aber ein erster Schritt ist damit getan, viele Diskussionen wurden geführt und einige Entscheidungen wurden getroffen. Zum Beispiel die für eine möglichst offene Lizenz – die CC-BY-SA – mit der unsere Objekte jetzt nicht nur in unserer Online-Sammlung benutzt werden können, sondern auch darüber hinaus in so tollen Projekten wie dem Coding Da Vinci Kultur-Hackathon, der ab Ende Oktober im Rhein-Main-Gebiet stattfindet. Für alle Interessierten gibt es dazu übrigens am 21. August noch einen Vortrag in der DNB und beim letzten Webmontag haben wir auch schon ein bisschen Werbung dafür gemacht. Also kommt rum, macht mit, benutzt unsere Daten und zeigt uns, was unser lange Atem und die vielen kleinen Schritte von vielen verschiedenen Kolleginnen und Kollegen ermöglichen können!

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