Sammeln + Pflegen

Ein aufregendes Jahr geht zu Ende!

eine Frau im Rollstuhl und ein mann sitzen vor einem hafenmodell im Museum

von Jonathan Greenleaf

Während des Freiwilligenjahres habe ich einen umfangreichen Einblick in die Arbeit am Historischen Museum Frankfurt bekommen: Vom Besucherservice über den technischen Dienst bis zur Museumspädagogik. Und dort lag mein Schwerpunkt. Die Verknüpfung zwischen Besucher*innen und dem Museumsteam. Anne Gemeinhardt, meine pädagogische Anleitung (oder formal meine „Chefin“), ist die Kuratorin für Bildung und Vermittlung. Sie hat mir viel und geduldig erklärt und gezeigt, worum es bei diesem Beruf geht. Sie hat mal gesagt, das Museum soll wie ein Buffet sein: Man weiß es kommen Leute, die z.B. eine Nuss-Allergie haben oder die nur vegetarisch essen. Das bedeutet aber nicht, dass alles ohne Nüsse und vegetarisch gemacht werden muss. Sondern: Es muss für jeden was dabei sein. So, dass alle Spaß haben und teilnehmen können am Buffet bzw. an den Museumsangeboten.

Deshalb heißen auch drei Schwerpunkte am HMF Inklusion, Partizipation und Superdiversität.

Die Einarbeitungsphase meines Freiwilligenjahres war sehr spannend. Für mich war es etwas ganz Neues mit geregelten Arbeitszeiten, Routineaufgaben und Kolleg*innen. So ein richtiger Blick hinter die Kulissen! Schnell fühlte ich mich von allen Kolleg*innen respektiert, was für mich sehr wichtig war. Ich bekam auch relativ bald Aufgaben, die ich selbständig durchführen konnte, wie z.B. die Pflege der Familienstationen im neuen Ausstellungshaus.

Es gab ruhigere und auch stressige Tage, aber mit dem Team zusammen ließ sich alles immer irgendwie bewerkstelligen!

Mein Highlight während meines Freiwilligenjahres war das Projekt „Museum inklusiv“. Hierbei erarbeiteten zehn Menschen mit kognitiver Einschränkung von den Praunheimer Werkstätten eine Tour für den Multimediaguide des Museums entlang von elf frei gewählten Exponaten. Ich habe das Projekt von Anfang an begleiten dürfen und so auch viele neue Leute kennengelernt. Mit einem der Teilnehmer, Philipp, bin ich sogar zu einem Eintracht Frankfurt Spiel gegangen! Die Arbeit mit diesen Menschen hat mir unglaublich viel Freude bereitet. Und die Videoclips am Ende sind echt richtig gut geworden! Ich bin froh und stolz, bei so einem Projekt dabei gewesen zu sein.

In der zweiten Hälfte meines Jahres hier am Museum beschäftigte ich mich vor allem mit der Erarbeitung meines eigenen Jahresprojekts. Nach vielem hin und her hatte ich mich schließlich für eine Besucherumfrage entschieden. Und zwar zu dem Thema „Attraktivität des Historischen Museums für junge Erwachsene“. Mit Hilfe von Frau Metzler vom Deutschen Museumsbund, Frau Birkert von der Stiftung Jüdisches Museum Berlin und meinen Kolleg*innen konzipierte ich einen Fragebogen. Mit dem Fragebogen, Bonbons und Kulis bewaffnet, befragte ich Besucher*innen im Museum. Die Auswertung ergab unter anderem, dass sich die Besucherinnen unter 26 günstigere Eintrittspreise, eine lockerere Atmosphäre und mehr aktuelle Themen in Form einer Sonderausstellung wünschen. Außerdem halten 85,5% der Befragten den sinnvollen Einsatz von VR-Technologie im Museum für eine sehr gute Idee und noch vieles mehr…

Leider ging das Jahr dann doch schnell vorbei. Ich habe so viele schöne, neue und spannende Erfahrungen hier am Historischen Museum gemacht und ich bin sehr glücklich und zufrieden damit, wie mein BFD am Historischen Museum abgelaufen ist. Dafür bin ich allen Kolleg*innen sehr dankbar!

Aber vor allem möchte ich mich bei Anne Gemeinhardt bedanken. Von ihr wurde ich so herzlich aufgenommen. Die enge Zusammenarbeit mit ihr hat mir unglaublich viel Spaß gemacht!

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