Neudenken + Entwerfen

Familientreffen in Hamburg – ein Rückblick

Einmal im Jahr kommt der Nachwuchs der Museen- und Gedenkstättenlandschaft aus ganz Deutschland zur Bundesvolontärstagung (BVT) zusammen. Dieses Mal hatten die Hamburger in den schönen Norden geladen. Auch wir – Franziska Mucha (FM) und Arno Helwig (AH) waren mit von der Partie; zweieinhalb Tage lang tauschten wir uns mit rund zweihundert weiteren Volontärinnen und Volontären über Museumsinhalte, Arbeitsumfelder und Zukunftschancen aus, ehe wir am Sonntagnachmittag zur Heimreise wieder einen der Hamburger Bahnhöfe ansteuerten.

Und mit einem Hamburger beginnt dann auch unsere gemeinsame Rückreise. Bei weiteren Schlemmereien – man könnte fast meinen, wir hätten in Hamburg nichts zu essen gekriegt – sinnieren wir, mit frischen Eindrücken im Kopf und leichter Erschöpfung in den Beinen, über die Erfahrungen der vergangenen Tage… ob wir uns wohl absichtlich entgegen der Fahrtrichtung und mit (Rück-)Blick auf Hamburg niedergelassen haben?!

historisches museum frankfurt: BVT 2014 (01)

 

Die BVT in Worten

BVT: Bundesvolontärstagung – eigentlich müsste es ja Bundesvolontierendentagung heißen…

Ort: Völkerkundemuseum und anderen Hamburger Museen

Zeit: 21.-23. Februar 2014

Motto: Kultur gestalten – Zwischen lauter Projektarbeit und stiller Kulturpflege

Offen geblieben (Auswahl – schließlich werden immer mehr Fragen angerissen als beantwortet)
AH: Was mich jetzt noch beim Vortrag von Udo Gösswald interessiert hätte: welche wissenschaftlichen oder vielmehr methodische Ansätze gibt es denn nun, um die angesprochene subjektive Ebene von Objekten, also die individuellen Bedeutungszuschreibungen der ehemaligen Besitzer, herauszuarbeiten? Hier hätte ich mir noch etwas konkreteren Input und Diskussion gewünscht…
FM: Ich hätte ja auch noch gerne Gesa Ziemer gefragt, wie das mit der Choreografie der Nachbarschaften genau funktioniert. Überhaupt haben mir ihr Vortrag und der Gedanke an ungewöhnliche Kooperationen sehr gefallen. Bei solchen Forschungsprojekten kommt es aber oft gar nicht zu einer echten Kooperation; die UNI ist und bleibt meist der forschende und der Kulturbetrieb der kulturpflegende Teil… Eine Stellungnahme von Frau Ziemer wäre da interessant gewesen.

LieblingsrednerIn
FM: Gesa Ziemer und Thomas Overdick
AH: Hans Lochmann

Lieblingsort
AH: Stadtbank an der Elbe bei strahlendem Sonnenschein
FM: Völkerkundemuseum, genauer: EG, Ausstellung Indian Culture, Indianer Tipi (draußen: „Bitte vor Betreten Schuhe ausziehen“ drinnen: Felle, elektrisches Lagerfeuer, hmmm, zzzzz)

Lieblingsmoment
AH: Name-Dropping im Vortrag von Udo Gösswald mit randläufiger Bemerkung über Reinhart Kosellecks Kategorien vom Erfahrungsraum und Erwartungshorizont – Erinnerungen an die Studienzeit bei Dieter Langewiesche werden wach.
FM: Auf dem Weg vom Get Together zur Afterwork-Party, Kreuzung Juliusstraße und… Knight-Rider-Sound allover, irritiert schaut der Pulk VolontärInnen um sich und sieht… einen Krankenwagen?! Kleine Sirenen-Impro only for us?

Lieblingszitat
AH: „Ich stelle am liebsten Quereinsteiger ein.“
FM: „Das Museum soll nicht zum Dschungelcamp werden!“

Lieblingsobjekt
AH: Pfeife in Form eines Frauenbeins (Museum der Arbeit)
FM: Krokodil (Altonaer Museum)

Lieblings-ÖPNV-Haltestelle
AH: Albertstraße (von dort gelangt man ohne Umsteigen vom Hostel zum Hamburg Museum, was aber kaum jemand wusste und nutzte)
FM: Landungsbrücken (weil man da mit dem Boot fahren kann)

Liebster kulinarischer Genuss
AH: Schoki-Franz-Brötchen (vielmehr ein Wagenrad von einem Franz-Brötchen) für 1€
FM: Egg-Bacon-Cheese-Toasty+Ketchup

Liebstes Unwort
AH: Get-Together
FM: Promotion

Am häufigsten thematisiert/heraufbeschworen
FM: Hot Topic sowohl in den Vorträgen als auch abseits davon waren: Arbeitsverhältnisse, Promotion, Karriere. Stichwort: ‚Ihr, die ihr in den Kinderschuhen der Leitungsposten steckt!‘ Dazu gab es interessante Gespräche und völlig unterschiedliche Meinungen. Vom toughen Wissenschaftsnachwuchs bis zum verunsicherten Volo war alles vertreten. Dabei hängt auch viel davon ab, wie sehr die Leistung und Denkweise der Volo-Generation in den einzelnen Museen wertgeschätzt werden.
AH: Überhaupt wären mehr Diskussionen, mehr Nachfragen und inhaltliche Tiefgänge im Plenum möglich gewesen. Aber im Grunde geht es bei der BVT doch vielmehr um den Austausch unter den VolontärInnen. Und das ist den Hamburgern bei der Organisation jedenfalls gut gelungen.

Am häufigsten gefragt
AH: „Wo geht’s denn hier am schnellsten zum…“
FM: „Haste mal ne Mark?“

Am häufigsten geantwortet
AH+FM: „… vom historischen museum frankfurt“

 

 

Die BVT in Zahlen

TeilnehmerInnen (gesamt): rund 200

Bleibende neue Kontakte: 13 Visitenkarten und 7 Telefonnummern

Kaffees und Kuchenstücke: nur 2 Kaffee (AH + FM), aber unendlich viele Franzbrötchen in Fragmenten

Betrunkene Briten in der Hostel-Lobby angetroffen: 7

Tagungsdauer: 23 ½ h

Stunden Schlaf: Durchschnittlich 4 ½ h pro Nacht

Stunden Fahrt: 3:55 h (einfach)

Workshops: 19

Antworten auf all die großen Fragen nach dem Arbeitsleben, dem Museumswesens und dem ganzen Rest: 42

Mitglieder des Orga-Teams der BVT: 20

Neue Ämter: 2-3 (AH: Finanzbeauftragter des AK Volontariat, FM: Reiseleiterin „Finkenwerder Hafenrundfahrt“ für VolontärInnen, evtl. neue Landessprecherin?! Kandidatur ist zumindest nicht ausgeschlossen)

Zeichen der BVT-Ankündigung: 1018 (ohne Leerzeichen)

Erfahrungswerte:

Text: Arno Helwig und Franziska Mucha

 

Die BVT in Bildern

 

2 Kommentare zu “Familientreffen in Hamburg – ein Rückblick

  1. Liebe Franziska, lieber Arno,

    herzlichen Dank für diesen tollen Rückblick.
    Es war eine Freude ihn zu lesen.

    Uns hat die Tagung im Vorfeld zwar viele Nerven gekostet, aber als es endlich los ging, hat es Spaß gemacht – vor allem so viele nette Volontäre aus ganz Deutschland gekennenzulernen!

    Herzliche Grüße aus dem Norden vom Freilichtmuseum am Kiekeberg!
    Wera Wecker

  2. […] im Kern, um den Austausch untereinander – wir haben an dieser Stelle bereits letztes Jahr von der BVT in Hamburg berichtet. Auch dieses Mal spielte das Wetter, im wahrsten Sinne des Wortes, blendend mit. Das […]

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