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Ein kleines Männchen für den großen Triumph – Wie „Justitio“ ins Museum kam

Drei Monate ist es nun her, dass die Frankfurter Eintracht nach 30 langen Jahren den DFB-Pokal mal wieder nach Hause holen konnte! Am 20. Mai, einen Tag nach dem legendären Sieg gegen den FC Bayern München steht Frankfurt Kopf: Der Römerberg hat sich schon gegen Mittag in ein rot-schwarz-weißes Meer aus Fans verwandelt, das die Sieger gebührend feiern will. Mitten unter ihnen: ein 50 Zentimeter großes Holzmännchen, das den vakanten Platz von Justitia auf dem Gerechtigkeitsbrunnen eingenommen hat. Es steht in vier Metern Höhe im rot-schwarz gestreiften Eintrachttrikot mit dem Adler auf der Brust, die hochgestreckten Ärmchen tragen eine aus Thunfischdosen gebastelte Waage.

Tage später, als auf dem Römer wieder Ruhe eingekehrt ist und die Pokalsieger ihren wohlverdienten Urlaub angetreten haben, steht das kleine Holzkerlchen immer noch auf dem Brunnen. Justitio, so hat die Frankfurter Bürgerschaft das Männchen in der Zwischenzeit getauft, ist längst zum Stadtgespräch und beliebten Fotomotiv geworden.

Langsam wird die Frage laut: Wer hat ihn geschaffen und aufgestellt? Und was passiert jetzt mit ihm?

Als das Stadtmarketing Frankfurt bei uns anrief und fragte, ob wir den kleinen Mann nicht in unsere Sammlung aufnehmen möchten, zögerten wir natürlich nicht lange! Schließlich erzählt Justitio auf ganz besondere Weise von diesem tollen Sieg, der ein klein wenig Gerechtigkeit nach diesem spannenden und turbulenten Bundesligasaisonende der SGE brachte.

Nach einem Aufruf in der Presse und den sozialen Medien meldete sich der Schöpfer von Justitio, der Sachsenhäuser Künstler Uwe Grodd. Grodd hatte sich unmittelbar nach der Nachricht des Finaleinzugs an die Arbeit gemacht und das Holzmännchen geschaffen. Sein Plan, Justitio bei einem Sieg der Eintracht der Öffentlichkeit zu präsentieren, ging auf. Gemeinsam mit einem Freund stellte er Justitio am Sonntagmorgen um acht auf dem Brunnen auf.

Grodd fertigt seit 15 Jahren die sogenannten Q’es – kleine Holzfiguren, die aus möglichst wenigen Elementen zusammengesetzt werden. Abgeleitet ist der Name vom englischen Wort für Warteschlange oder Reihe, queue, denn Grodds Q’es stehen nach Mannschaften geordnet in Reih und Glied auf Holzbrettern. In seiner Sammlung findet sich nicht nur die Eintracht, sondern auch die deutsche oder argentinische Nationalmannschaft. Mittlerweile hat er über 300 kleine Q’es erschaffen.

Dass es Justitio mal ins Museum schaffen würde, damit hat der Künstler nicht gerechnet. Nun hat das Eintrachtmännchen vorläufig einen Platz in einer Vitrine neben dem großen Frankfurt-Modell auf Level 3 gefunden und erinnert an diesen tollen Tag im Mai, der vielen Frankfurtern noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Blick auf eine Vitrine mit dem Eintrachtmännchen

Tatsächlich ist Justitio mittlerweile sogar über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und hat es in das Fußball-Magazin 11 Freunde geschafft! Der Pokalsieg der Eintracht über die großen Bayern war eben doch etwas Besonderes – vielleicht ein Sieg der Gerechtigkeit, der auch über den traurigen Pokalauftakt der neuen Saison hinwegtrösten kann…

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