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Ein Nachmittag zur Geschichte der Fotografie

historisches museum frankfurt: Alte Fotografien von Frankfurt

Die fotografische Sammlung des historischen museums frankfurt ist eine wahre Schatzgrube. Hier sind die Arbeiten zahlreicher namhafter Fotografen aus dem 20. Jahrhundert verwahrt. Daneben gibt es aber auch Kostbarkeiten aus dem 19. Jahrhundert. Frau Caspers, Leiterin der Sammlung, und Herr Dr. Mayer-Wegelin, ein langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter des Museums, zeigen den freunden & förderern ausgesuchte Arbeiten aus den Anfängen der Fotografie, die nur selten – und wenn, dann auch nur ganz kurz – an das Tageslicht dürfen.
Die ältesten Beispiele wurden ab 1840 mit einer Kamera aufgenommen, wie sie Louis Daguerre aus einer Camera Obscura entwickelt hatte. Die so genannten Daguerreotypien wurden auf teuren versilberten Kupferplatten aufgenommen mit einer Belichtungszeit von mehreren Minuten. Ernst und steif schauen die abgelichteten Personen in die Kamera. Oft stützen sie sich ab, damit sie nur ja nicht wackeln.
Wenige Jahre später entstand das Negativ-Positiv Verfahren, mit ersten Abzügen auf Salzpapier und in den 1850er Jahren Albuminpapier. Damit wurden nun Abzüge desselben Motivs möglich und die Fotografie wurde preisgünstiger. Das war der Beginn der Massenfotografie!
Der Stadtfotograf Carl Friedrich Mylius zog nun durch Frankfurt, ausgerüstet mit seiner Kamera und einem Dunkelkammerwagen und fotografierte den Dom, Kirchen, wichtige Gebäude und ganze Straßenzüge. Häufig waren das Auftragsarbeiten für Privatleute oder Mylius verkaufte die Stadtansichten an Touristen. Für uns heute ist er ein wichtiger Dokumentarist des 19. Jahrhunderts.
Höhepunkt seines gesamten fotografischen Werks und der krönende Abschluss dieses spannenden Vortrags ist „DAS MAIN-PANORAMA“. 32 Fotografien hat Herr Mayer-Wegelin in einer mehrere Meter langen Reihe ausgelegt, auf denen Mylius das Mainufer auf einer Strecke von 2,5 km von der Friedensbrücke bis zum Osthafen, sowie die Sachsenhäuser Seite minutiös abgelichtet hat. Dafür baute er seine Kamera alle 100m wieder auf und hat so das Mainufer in den Jahren 1860/61 lückenlos dokumentiert.

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