Neudenken + Entwerfen

Exponate finden

Neukonzeption eines Museums heisst auch, die Sammlungen neu zu befragen, aber auch gegebenfalls zu ergänzen, da die Schwerpunkte nun etwas anders liegen.

Dazu muss man nicht immer unbedingt gleich etwas kaufen – abgesehen davon, dass es für die Objekte, die wir suchen, keinen Markt gibt.  Vielmehr ist es auch interessant, zu schauen, was andere Institutionen in ihren Sammlungen haben. Und manche Institutionen sind auch daran interessiert, die Stücke als Leihgabe länger zur Verfügung zu stellen.

Eine solche Institution ist das etwa Museum Walldorf. Im Museum wird die lokale Erinnerung gepflegt – in der älteren und in der jüngeren Vergangenheit. Hier werden u.a. Stücke aufbewahrt, die an die Bürgerproteste der Startbahn West erinnern, die Ende/Anfang  der 1970/80er Jahre das Rhein-Main-Gebiet nachhaltig prägten und darüber hinaus auch ganz Deutschland erschütterten. 2004 erarbeitete die heutige Stadt-Archivarin Frau Hecht eine Ausstellung über die „Küchenbrigade“ – jenen gestandenen Walldorfer Bürgerinnen, die für das gesamte Hüttendorf im Stadtwald kochten. Teile der Ausstellung sind im Museumsdepot verblieben. Darunter etwa ein Rad mit Protestaufklebern, das während der Zeit des Hüttendorfes gute Dienste tat. Oder das Walldorfer Wappen, nun mit Kochlöffeln aus Keramik – ein Erinnerungsstück an die FAG – das hat nichts mit dem Flughafengesellschaft zu tun, sondern bezieht sich auf die kochende Frauenarbeitsgemeinschaft Walldorf.

Begeistert hat mich auch das kleine Stück Badesalz, das kreativ umgetauft wurde zu „Börners Waldersatz FAG Instant Baum“ (sorry, das Foto ist leider etwas unscharf).

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