Ausstellen

Film ab!

Am 9. November waren der Filmer Thomas Tode und der Kameramann Rasmus Gerlach für uns in Hamburg unterwegs. Die beiden haben die Lukasfeier der Hamburger Malerinnung in der Hamburger Hauptkirche St. Jakobi gefilmt. Bei der Feier bekamen unter anderem die frisch ausgebildeten Hamburger Maler ihre Meistertitel verliehen und erhielten einen Segen vor dem Lukasaltar.

Die Filmarbeiten sind Teil der Vorbereitung für die Ausstellung Das Meisterstück – Kunst kommt von Können. Malerausbildung von der Zunft zur Akademie. Diese wird in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Universität Trier durchgeführt und vom 5. September 2019 bis zum 20. Januar 2020 am HMF gezeigt. Thematisiert wird die Ausbildung der Maler. Im Mittelpunkt stehen dabei die sogenannten Probe- oder Meisterstücke der Maler. Diese musste der Künstler vielerorts am Ende seiner Ausbildung anfertigen und bei der Zunft oder städtischen Amtsträgern abgeben. Erst wenn er die Prüfung des Meisterstücks bestanden und alle anderen Voraussetzungen erfüllt hatte, durfte er den Meistertitel führen. Und erst dann war es ihm erlaubt, eine eigene Werkstatt zu führen, selbstständig Kunstwerke herzustellen und zu signieren sowie in seiner Werkstatt Lehrlinge und Gesellen auszubilden. Bisher untersuchte die Kunstgeschichte vornehmlich Meisterwerke von Künstlern. Die Rolle des Künstlers als Handwerker, und mit ihr die Bedeutung der Meisterstücke, wurde von der kunsthistorischen Forschung hingegen weitestgehend ausgeblendet. Die geplante Ausstellung will dem Besucher daher anhand hochkarätiger Kunstwerke, zentraler Objekte der Material Culture der (Maler)Zünfte und zahlreicher weiterer Exponate die sozialhistorischen Hintergründe der Künstlerausbildung in Zunft und Akademie näher bringen. Dabei wird auch die große Zahl der am Haus erhaltenen Frankfurter Meisterstücke präsentiert, von denen viele nie zuvor ausgestellt worden sind.

Der Film zum Lukasfest wird in der Ausstellung die lange Tradition und den zeremoniellen Charakter von den Lukasfeiern der Malern verbildlichen: Die Zünfte, in denen die Maler in Spätmittelalter und zu Beginn der Frühen Neuzeit organisiert waren, regelten neben vielen weiteren Belangen des Lebens und Arbeitens ihrer Mitglieder auch die Ausbildung. Sie organisierten Messen für die Gläubigen und sprachen in feierlichen Zeremonien die frisch gebackenen Lehrlinge und Meister der Maler frei. Das bedeutet, dass diese offiziell ihre Lehre beziehungsweise ihre Ausbildung abgeschlossen hatten. An diese Tradition knüpfen die heute wieder stattfindenden jährlichen Lukasfeiern der Hamburger Malerinnung an. Sie beinhalten zeremonielle Akte wie das Trinken aus einem Zunftpokal, die ähnlich auch vor 500 Jahren stattgefunden haben mögen. Ihren feierlichen Abschluss finden die Lukasfeiern in Hamburg heutzutage mit einem Segen vor dem bereits von der ursprünglichen Malerzunft genutzten Lukasaltar.
Der von Hinrik Bornemann entworfene Altar hat eine komplexe Ikonographie und blickt auf eine lange Geschichte zurück, die eng mit der Geschichte der Hamburger Maler verbunden ist. Er ist auf 1499 datiert und stand früher in der Lukaskapelle des Hamburger Doms. Vor ihm fanden die Messen der der Hamburger Zunft der Maler und Glaser und der Hamburger Lukasbruderschaft statt. Im geschnitzten Schrein ist der Schutzpatron der Maler, der Evangelist Lukas, dabei zu sehen, wie er die Muttergottes mit dem Jesusknaben malt. Diese Darstellung hat eine lange Tradition und ist in der Legende begründet, dass der Heilige das erste Portrait Mariens anfertigte.

Mehr zur Geschichte der Maler, ihrer Ausbildung und zur Materiellen Kultur erfahrt Ihr ab dem 5. September 2019 in unserer Ausstellung!

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