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„Frauenwahlrecht und Klassenkampf“ – die leidenschaftliche Kämpferin Dr. Rosa Luxemburg

1893 trafen sich im Hörsaal der juristischen Fakultät der Uni Zürich die Frauenrechtlerinnen und Kriegsgegnerinnen Rosa Luxemburg (1871-1919) und Anita Augspurg. Beide gehörten zu den Mitbegründerinnen des „Internationalen Studentinnenvereins“ und schlossen hier in der Schweiz ihr Studium mit einer Doktorarbeit ab, was zu jener Zeit in Deutschland nicht möglich war. Mit ihrer Freundin Clara Zetkin gehörte Rosa Luxemburg bereits 1910 zur linken Opposition in der SPD. „Stell dir vor, Clara hätte ihr Mandat schon und säße mit Rosa im Reichstag! Da würdet ihr erst was erleben!“ – schrieb ein führender österreichischer Sozialdemokrat an seinen deutschen Genossen Kautsky. 1912 folgte die bahnbrechende Streitschrift Luxemburgs „Frauenwahlrecht und Klassenkampf“, in der sie  gleiche politische Rechte für Frauen und Männer einforderte.

schwarz-weiß-Fotografie mit einer Menschenmenge auf dem Römerberg, vor dem Rathaus in Frankfurt
Es verwundert nicht, dass anlässlich der Beerdigung Rosa Luxemburgs am 13.06.1919 die Frankfurter Bevölkerung so zahlreich von ihr Abschied nahm. Sie  war hier keine Unbekannte – ihre eindringliche Antikriegskampagne 1913 hatte die  Menschen bewegt aber gleichzeitig zu ihrer monatelangen Haft in Frankfurt geführt. Rosa Luxemburg wie auch Karl Liebknecht waren am 15.Januar 1919 ermordet worden. Doch Luxemburgs Leiche wurde erst am 31.Mai in Berlin –Tiergarten aufgefunden.

Fast als hätte sie das furchtbare Ende der Freundin vorausgesehen, schrieb ihr Clara Zetkin am 13.Januar 1919 aus Stuttgart: „Ach Rosa, welche Tage! Vor meinem Geist steht die geschichtliche Größe und Bedeutung deines Handelns…Meine liebste, meine einzige Rosa, ich weiß, Du wirst stolz und glücklich sterben.[…] Ich drücke dich fest, fest an mein Herz. Immer Deine Clara“

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