Ausstellen

„Gefangene Bilder“: Wenn (fast) alles getan ist

Die Ausstellung ist eröffnet, das Führungspersonal unterrichtet, der Katalog erschienen, die Journalisten informiert. Was macht der Kurator dann? Die Pflicht ist, die Rechnungen der Firmen, die die Ausstellung gebaut und aufgebaut haben, zu prüfen und anzuweisen. In den letzten Wochen sind viele Rechnungen eingegangen und die braven Architekten haben sie schon einmal vorgeprüft. Aber wenn man alles zusammenzählt – hat das Museum auch nicht mehr Geld ausgegeben als es zu Anfang eingeplant hat?

historisches museum frankfurt: Schreibtisch nach der Eröffnung der Ausstellung "Gefangene Bilder"

Die Kür ist, dass ich heute mit zwei Kolleginnen, Yvette Mutumba vom Weltkulturen Museum und Alexandra Karentzos von der TU Darmstadt diskutiere, wie Museen mit ihren „sensiblen Sammlungen“ umgehen. Die Diskussion unter dem Titel „Denkräume entkolonisieren. Koloniale Fotografien im Museum zeigen?“ gehört zum Rahmenprogramm der Ausstellung „Gefangene Bilder“, in deren Zentrum  ja 15 Porträts von französischen Kolonialsoldaten aus West- und Nordafrika stehen, die in einem Gefangenenlager des Ersten Weltkriegs aufgenommen wurden.

Soll man solche „Fotografien-wider-Willen“, von denen es in Museen ganz viele gibt, in Ausstellungen zeigen? Alle – oder nur ausgewählte? Was für Wissen repräsentieren sie? Welchen Interessen entspringen sie? Ich bin gespannt, wie wir morgen darüber sprechen werden: in „kalter Sachlichkeit“ oder „melodramatisch aufgeladen“? Das Begriffspaar entnehme ich dem Aufsatz Vor aller Augen von Cornelia Brink.

Die Diskussion beginnt um 19 Uhr. Bis 21 Uhr kann man sich heute auch noch die Ausstellung anschauen.

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