Sammeln + Pflegen

Museumsding oder nicht?

historisches museum frankfurt: Peitschenkegel aus Schokolade

Als Kuratorin muss man sich ja häufig mit der Frage herumschlagen, welches Objekt man letztendlich in die Sammlung aufnimmt oder nicht. Zum Glück gibt es definierte Sammlungsbereiche und einige Hilfestellungen in Form von allerlei Leitfäden – wie der etwa vom Deutschen Museumsbund.
Bei diesem Objekt ging es nun nicht so sehr um die Frage, ob wir es in die Sammlung aufnehmen – denn dazu hatten wir uns bereits entschieden, als wir die Sammlung Binding aus Marbach übernahmen. Es ging nun um die Frage: können wir das Objekt materialgerecht lagern? Im Peitschenkreisel-Set – einem Spiel, das hierzulande gerne im 18. und 19. Jahrhundert praktiziert wurde – lagen nicht nur Kreisel aus Holz, sondern auch aus Schokolade. Wir konnten nicht genau feststellen, von wann das Set ist, ob es von Rudolf G. Binding selbst stammt oder von seinen Kindern. Aber das wäre auch schon länger her – die Schokolade ist also gleich mehrere Jahrzehnte alt… Die Gefahr, dass sich darin irgendwelches Getier aufhält oder bei widrigen Umständen einfach schmilzt und alle andere Objekte damit „ansteckt“ ist groß.  So haben wir uns entschieden, die Schokolade sicherheitshalber zu entsorgen und fotografisch zu dokumentieren.

Über Dinge im Museum und was sie uns erzählen können, wenn sie gerade mal nicht aus Schokolade sind, geht es übrigens heute Abend im Vortrag mit Professor Thomas Thiemeyer aus Tübingen!

historisches museum frankfurt: Peitschenkreisel aus Schokoklade

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