Sammeln + Pflegen

Pistolen aus der Barfüssergasse

Frankfurt ist eine friedliebende Stadt, Kriegsbegeisterung war hier fremd. Wenn der Frankfurter sich Waffen zulegte, dann eher zur Zierde und Anschauung, weniger um sie auch tatsächlich zu benutzen…

Das historische museum konnte jüngst von einem Texaner Waffenhändler ein Paar Pistolen aus dem 19. Jahrhundert erwerben. Die Pistolen befinden sich mit weiterem Zubehör in einer edlen Kassette aus Holz. Hersteller waren, wie es auf den Pistolen eingraviert ist, die Büchsenmacher Weber & Schultheis in Frankfurt am Main. Ihre Werkstatt befand sich in der Barfüssergasse, nördlich der Paulskirche. Jacob Weber und Johannes Schultheis, beide Büchsenmacher, hatten 1840 ihre Produktion zusammengelegt. 1872 finden wir die Firma Weber & Schultheis an der Schönen Aussicht 11.

Das Pistolenpaar wurde sicherlich bei der Auswanderung eines Frankfurter Bürgers in die USA im 19. Jahrhundert mitgenommen. Solche Stücke waren kostbar. Ein Paar kostete mindestens 36 Gulden, ein Monatsgehalt.

Der zuständige Kurator Frank Berger, freut sich über diese Neuerwerbung, ein großer Gewinn für die Sammlungen des historischen museums!

2 Kommentare zu “Pistolen aus der Barfüssergasse

  1. Auch als ausgesprochen friedliebender Mensch freue ich mich über die Waffensammlung im Historischen Museum Frankfurt. Wie in dem kurzen Artikel sehr schön zur Geltung kommt, haben Waffen immer auch eine Geschichte zu erzählen. Das beschriebene Waffenpaar könnte sicherlich eine ganze Menge davon erzählen. Die Fantasie des Betrachters wird aber auch ganz schön heftig angeregt, beim Anblick der beiden eleganten Exemplare in der Schatulle. Verständlich, dass sich der Kurator über den Erwerb der beiden Prachtstücke freut. Nun haben sie einen Ehrenplatz erhalten und stehen der Allgemeinheit zur Besichtigung zur Verfügung. Eine bessere Verwendung kann man sich nicht denken.

    • Georg von Schmidt

      ach bitte, „Ehrenplatz, der Allgemeinheit zur Besichtigung, Kurator ist erfreut“? Das ist über sechs Jahre her und ich habe im letzten Jahr weder den Ehrenplatz zur Besichtigung, noch einen erfreuten Kurator vorgefunden. Meine etwas enttäuschte Anfrage an das Haus wurde dann von einem Mitarbeiter beantwortet, der – wohl mit Befriedigung – mitteilte, der Pistolenkasten sei im Depot ( Anm.: vergraben ). Befriedigung, weil es ihm wichtig war, mir weiter klarzumachen, dass er mein Bedauern über die geringe Praesentationsfläche des historisch nicht ganz unwichtigen Waffensektors durchaus nicht teile, sondern sie für noch zu groß halte. Na ja, die Sammlung der Taschentücher mit Klöppelrand ist sicherlich wichtiger für solche Menschen, denn gerotzt wurde öfter, als geschossen, also Bedeutung nach Statistikkriterien. – Und so rosten manche für ewig gestrige interessante und bedeutungsvolle Stücke dann langsam dahin, wie im Museum in Wertheim.

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