Ausstellen Sammeln + Pflegen

Sammelleidenschaft auch bei den freunden & förderern?

Eine Gruppe hoch interessierter Mitglieder ließ sich neulich von Kurator Frank Berger in die individuell gestalteten Kabinette der Frankfurter Sammler- und Stifter führen.

Johann Martin Waldschmidt zum Beispiel systematisierte und erweiterte als Sammler und Stadtbibliothekar in der Zeit von 1650‐1706 die ’städtische Kunst‐ und Wunderkammer’, die heute als Keimzelle des historischen museums gilt.

Um dies zu illustrieren, ist ‚sein‘ Museumsraum sehr stimmungsvoll gestaltet: einmal als Bibliothek mit einem riesigen Wandschrank, der die eindrucksvollen Lederrücken alter Bücher aus dem 16. Jahrhundert hinter Glastüren zeigt, und eben als Wunderkammer, die Artificialia, Antiquitates und Naturalia ausstellt. Unter diesen Preziosen lassen sich viele spannende Entdeckungen machen.

Dazu gehört unter anderem der kostbare Globus, den der Kosmograf Johannes Schöner im Jahr 1515 anfertigte. Dieser Globus ist die erste Weltkugel, auf welcher der Name „AMERICA“ erscheint.
1749 kam die Sammlung Barckhaus in die Stadtbibliothek und mit ihr das in Frankfurt berühmte Glock’sche Münzkabinett.

Als Besucher können wir die Atmosphäre der ehemaligen Sammlerkabinette nachempfinden, wie sie in Frankfurter Familien üblich waren. Nicht nur Gelehrte, sondern gerade interessierte Bürger trafen sich im privaten Rahmen, zeigten sich gegenseitig ihre Sammlungen, bildeten sich darüber in Gesprächen und pflegten auf diese Weise den intellektuellen Austausch.

Es macht uns Spaß, sich in die teilweise noch umfangreich erhaltenen Sammlungen zu vertiefen und längst versunkenen Welten nachzuspüren.

Aber heute? Welche Kollektionen würde ein Sammler heute aufbauen? Gibt es wohl da Leidenschaft und Interesse unter den freunden & förderern? Wir wissen es nicht……

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