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Die Goethe-Uni hat ein neues digitales Schaufenster

Die Sammlung des Historischen Museums Frankfurt umfasst derzeit weit über 630.000 Objekte aus mehr als zwölf Jahrhunderten Frankfurter Stadtgeschichte. In den Ausstellungsräumen, die 2017 eröffnet werden, kann nur ein Bruchteil dieser Objekte gezeigt werden. Das ist mit ein Grund, weshalb immer mehr Einrichtungen ihre Sammlungsbestände online stellen und auf diese Weise einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Bei uns im HMF kümmern sich ebenfalls schon mehrere Arbeitsgruppen um die Realisierung des künftigen Webauftritts des Museums und der geplanten Online-Sammlung. Dazu werfen wir auch immer wieder einen Blick auf die Online-Datenbanken anderer Museen und Institution. Vor kurzem hat nun die Goethe-Universität Frankfurt eine digitale Plattform zu ihren Sammlungen präsentiert.

Die Frankfurter Goethe-Universität feiert dieses Jahr ihren 100. Geburtstag. Dazu gratulieren wir gerne und beglückwünschen die Universität zu dem Geschenk, das sie sich nun selbst und ihren Nutzern mit der neuen Online-Plattform gemacht hat.

Unter http://sammlungen.uni-frankfurt.de/ werden erstmals Gegenstände aus rund 40 Sammlungen der Universität in ihrer Vielfältigkeit gemeinsam präsentiert. Neben den obligatorischen Informationen zur Herkunft und den äußeren Merkmalen der einzelnen Objekte (Material, Maße, Gewicht etc.) bilden die sogenannten „Objekterzählungen“ ein besonderes Merkmal dieser Sammlungspräsentation. Diese kleinen Essays bieten einen Einblick in die individuelle Nutzungs- oder Rezeptionsgeschichte der Objekte, geben Auskunft über ihre Bedeutung in Forschung und Lehre oder beschreiben den Weg des jeweiligen Gegenstandes in die Sammlung. Diese anregende Anreicherung der objektbezogenen Informationen macht die Online-Plattform der Goethe Universität zu einem Informationsportal, das zudem zum Verweilen und Schmökern einlädt (ein nettes Gimmick dabei; eigene Lieblingsstücke lassen sich mit einem ♥ markieren). Grundlage der Objekterzählungen ist die dreijährige Arbeit der Studiengruppe „sammeln, ordnen, darstellen“ am Forschungszentrum für historische Geisteswissenschaften, die Judith Blume, Vera Hierholzer und Lisa Regazzoni initiert haben. Gemeinsam mit den Studierenden und Sammlungskurator/innen wurden so einzelne Stücke der vielfältigen Uni-Sammlungen mit interessanten, zum Teil interdisziplinären Perspektiven ausgestattet und miteinander verknüpft.

Für unsere Arbeitsgruppen in Sachen Museum-Portal und Online-Sammlung ist mit der neuen Plattform der Universität jedenfalls ein originelles Anschauungsmaterial entstanden.

historisches museum frankfurt: die Online-Plattform der Goethe-Universität Frankfurt

 

 

3 Kommentare zu “Die Goethe-Uni hat ein neues digitales Schaufenster

  1. Carolin Raabe

    Liebes HMF,
    von wem ging eigentlich die Idee aus, dass es „Sammlung Online“ zukünftig geben sollte? War der Ideengeber das HMF selbst? Und wer war in den Arbeitsgruppen beteiligt? Fand hier demnach schon eine Beteiligung und Austausch über die Plattform mit den Bürgern statt oder bestanden die AGs ausschließlich aus MitarbeiterInnen des Museums?
    Vielen Dank für eine Antwort,
    herzlichen Gruß

    • Nina Gorgus

      Liebe Carolin Raabe, oh, das ist schon so lange her…Der Wunsch, Teile der Museumsdatenbank online zu stellen und damit vielen zugänglich zu machen, bestand schon lange – von wann genau, kann ich nicht mehr sagen. Wir hatten in der Vorbereitungsphase in der Tat viele Arbeitsgruppen, die aber zumeist intern stattfanden. Bei manchen Sachen haben wir aber mit usern kooperiert. Mein Tipp: Franziska Mucha, zwischen 2015 und 2018 digitale Kuratorin am HMF, hat regelmäßig über die digitale Museumspraxis gebloggt – zum Beispiel hier:
      https://blog.historisches-museum-frankfurt.de/digitale-museumspraxis-9-use-the-museum/
      Im Moment machen wir ein kleines Projekt zu social tagging und online Sammlung – darüber wollen wir demnächst mal hier im Blog berichten.
      herzlichen Gruß, Nina Gorgus

      • Carolin Raabe

        Vielen Dank für die Antwort und den Link! Franziska Muchas Vortrag und „Use the museum“ kannte ich bereits, den Blog-Eintrag vom März 2017 noch nicht. Ich bin über den Blog-Eintrag zum Social Tagging Projekt gespannt und hoffe, ihn bald zu lesen 🙂 Durch das Projekt kam es vermutlich dazu, dass es inzwischen mehrsprachige tags bei Sammlung Online gibt? Wie viele TeilnehmerInnen sind denn über welchen Zeitraum beteiligt?
        Nochmals vielen Dank und herzliche Grüße aus Berlin

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