Sammeln + Pflegen

Schnell mal ein paar hundert Kilometer umziehen

Das französische Nationalarchiv ist Archiv und Museum zugleich: am Hauptsitz im Marais, wo Napoleon I. 1808 das Nationalarchiv einrichten und alle vorhandenen Archivalien einlagern ließ, wurde schon 1867 im Hôtel Soubise ein Archiv-Museum gegründet (und ist damit auch 11 Jahre älter als unser Museum!). Das Museum zeigt nicht nur vor allem in Wechselausstellungen Schätze der Archivalien, sondern erinnert an die ehemaligen aristokratischen Wohnungen. Sehr beeindruckend sind natürlich die Grands Depots und der imposante Tresor, die man nur mit einer Führung erleben kann.

Beim letzten Besuch war schon alles auf Umzug eingestellt – es kam natürlich nicht alles mit, wie man hier auf dem Bild sieht. Viele Teile des Archivs – v.a. die älteren Archivalien aus Revolutuionszeiten bleiben weiterhin  im Zentrum der Stadt.

historisches museum frankfurt: im Nationalarchiv

 Einige Dokumente aber sind nun in den Pariser Vorort Pierrefitte-sur-Seine gezogen: es wurde nämlich auf Dauer zu eng im Gebäudekomplex im schönen Marais-Viertel! Mit dem schönen Slogan „Aux Archives, citoyens!“ (erinnert natürlich an die Marseillaise) waren Anfang Februar alle eingeladen, sich den Neubau einmal näher anzusehen. Da wir unsere Depots auch öfter mal umziehen, war klar, dass wir einmal schauen, wie das dort funktioniert. Am Eröffnungswochenende durfte man (noch vor dem Präsidenten!) mit MitarbeiterInnen durch die Depots laufen. Der Rundgang orientierte sich an dem Weg der Dokumente, also was mit ihnen passiert, wenn sie einmal mit dem LKW angeliefert worden sind.  Das war sehr interessant zu sehen, wie auf den Rollwagen, die an den Supermarkt erinnern, wichtige Akten umgezogen wurden um dann peu à peu ihre neuen Räumlichkeiten bezogen. Praktisch gesehen sind solche Kisten ja einfacher zu transportieren als etwa sperrige Möbel oder zerbrechliche Keramik. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, gab es gleich ein paar hundert Kilometer umzuziehen….

Wer sich bei der luftigen Architektur mit den hübschen Rauten übrigens an Frankfurt erinnert fühlt, liegt gar nicht so falsch: der italienische Architekt Massimiliano Fuksas ist auch der Architekt von MyZeil gewesen…

Da das Nationalarchiv zugleich ja auch immer eine museale Seite hat, darf  in der Außenstelle auch eine Ausstellung nicht fehlen: die Mini-Expo mit dem hübschen Titel: Archives sur tout, archives sur rien beschäftigt sich mit der Materialität der Archivalien – wie Papyrus, Pergament, Metall, Seide….. – und ist damit gar nicht soweit von unseren Museumsobjekten entfernt.
Und noch was hat uns gut gefallen – und so etwas könnte man für unsere Eröffnungen auch mal einführen: alle MitarbeiterInnen trugen äußerst schicke T-Shirts!

historisches museum frankfurt: tolles T-Shirt

 

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