Ausstellen Sammeln + Pflegen

Thomas Ganter, Abisag Tüllmann und Bewohner des Howard-Philipps Haus

sind diesmal die Protagonisten für die kommende kleine Ausstellung im 13. Sammlerraum. Nach Rudi´s Bilder wird es im 13.Sammlerrraum erstmals eine kleine thematische Ausstellung geben und nicht wie bisher – ein/e Sammler_in vorgestellt.

Ausgangspunkt für die kommende kleine Ausstellung ist der Erwerb des Gemäldes Man with a Plaid Blanket des Frankfurter Malers Thomas Ganter. Das fast lebensgroße Porträt, zeigt den Frankfurter Obdachlosen Karel Strnad. Damit gewann er 2014 den British Portrait Award . Anlass genug, um das Gemälde nach Frankfurt in unsere Gemäldesammlung zu holen. Nun soll es natürlich auch präsentiert werden.

Nur wie? Wir haben uns dazu entschlossen, dieses Gemälde zum Anlass zunehmen um, das Thema der Wohnungslosigkeit in Frankfurt zu thematisieren. Zurzeit leben ca. 2200 Menschen ohne festen Wohnsitz in Frankfurt. In den späten achtziger Jahren und  Anfang der 90er Jahre, mit dem Beginn einer neoliberalen Stadtpolitik und großer  Privatisierungsprozesse, hat sich die bekannte Frankfurter Fotografin Abisag Tüllmann mit dem Thema der Obdachlosigkeit und der „Unbehaustheit des Menschen“ in Frankfurt auseinander gesetzt. Im Gegensatz zu dem Gemälde von Ganter nehmen die Fotografien neben den Menschen auch die Orte in den Fokus an denen sie leben. Die Serie von Tüllmann umfasst weit mehr Fotografien, als wir in dem kleinen Raum zeigen können. Bereits 2011 gab es eine große Ausstellung zu den Arbeiten von Abisag Tüllmann im Historischen Museum und auch fünf Fotografien aus der Reihe zur „Obdachlosigkeit“ wurden dabei ausgestellt. Wir werden somit hauptsächlich andere Fotos aus der Reihe auswählen, denn die Fotografien müssen nach der Ausstellung 10 Jahre lang ruhen und vor Licht geschützt werden.

Ergänzend zu den Arbeiten von einem Maler und einer Fotografin, möchten wir gerne eine weitere Perspektive integrieren. Unabhängig von dem Gemälde von Ganter und den Fotografien von Tüllmann, die sich in der Sammlung des Historischen Museums befinden sind wir im Sommer vergangenen Jahres mit dem Stadtlabor unterwegs, der Frage nachgegangen: Wer wohnt wie in Frankfurt? Eine Antwort auf die Frage hat das Howard-Philipps-Haus mit fünf Bewohnern gegeben. Das Howard-Philipps-Haus beherbergt ehemals wohnungslose Männer. Fünf von ihnen haben die Orte mit dem Fotoapparat dokumentiert, die für sie während der wohnungslosen Zeit wichtig waren. Daraus sind fünf Collagen entstanden. Die Fotos wurden ergänzt durch individuelle Beschreibungen, die im Gespräch mit den Mitarbeiter/innen des Howard-Phillips Haus entstanden sind.

Gemeinsam haben alle drei Arbeiten, dass sie über einen langen Zeitraum Kontakt und Vertrauen zu den (ehemals) wohnungslosen Menschen aufgebaut haben, bevor sie sie gemalt, fotografiert oder sich selber haben darstellen lassen.

Nach den ersten Sichtungen und grafischen Übersetzung wird schnell klar ein Gemälde , 21 Fotografien und 4 Collagen auf A0 sind viel zu viel für den kleinen Raum. Also müssen wir auswählen, auswählen und auswählen.

Eröffnet wird am 21.Juni, die Gestaltung des Einladungsflyers ist im vollen Gange. Bis dahin ist aber noch einiges zu erledigen: Die finale Auswahl der Exponate, Texte schreiben für den 13.Sammlerraum, die Bilder rahmen und hängen, den 13.Sammlerraum streichen und spachteln, Objektbeschriftungen montieren, einleuchten … Es gibt einiges zu tun. Weiter geht’s!

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