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Wenn ein Team mal abtaucht

dann ist das bei uns nicht so sehr mit Urlaub verbunden, sondern zumeist mit Arbeit: das Frankfurt Einst?-Team war in den letzten Monaten eigentlich gar nicht so richtig ansprechbar, das wir alle fleissig am Texte schreiben waren.

Die Ausstellung wird neben medialen Zugängen eine ganz klassische „analoge“ Ebene haben. Wir haben dafür verschiedene Textebenen entwickelt – für jeden Bedarf sollte etwas dabei sein. Die Besucherin kann sich entscheiden zwischen Bereichs- oder Thementexten, kurzen oder langen Objektlegenden. Über jeden Text steht immer eine knappe Zusammenfassung in ein oder zwei Sätzen. Und jeder längere Text fasst im ersten Absatz das Wichtigste zusammen, und ist eher in einer einfachen Sprache gehalten. Auch wenn manches Objekt nur ein klitzekleines Schild bekommt, so sind über 450 komplette Manuskriptseiten zusammen gekommen – aber es geht auch um knapp 4000 Objekte!

historisches museum frankfurt: signaletik im MuCem, Marseille

Die wichtigste Frage ist natürlich: Wie schreiben wir? Wir haben uns im Vorfeld mit vielen Möglichkeiten auseinandergesetzt – denn wer liest eigentlich die Texte? Welches Sprachniveau ist vorhanden? Und welchen Inhalt will man überhaupt unterbringen? Letztendlich wurde um jeden Buchstaben bzw. um jedes Zeichen gekämpft, denn wir hatten sehr klare Vorgaben von unseren Grafikerinnen, den gardeners. Und immer wieder ist es erstaunlich zu erfahren, das es geht, auch mit wenig Text viel auszudrücken – freilich muss man sich oft von manchen Aspekten verabschieden. Zum Glück wird es noch einen Multimedia-Guide geben!

Damit die Texte auch gut zu lesen sind, gab es mehrere Redaktionsrunden. Von Anfang an stand auch fest, dass alle Texte auch ins Englische übersetzt werden – für die vielen ausländischen Besucher/innen. Auch hier haben wir die Übersetzungen nochmals querlesen lassen. Denn schließlich ist ja nicht jede/r Besucher/in aus dem Ausland ein „native speaker“ aus Großbritannien oder den Vereinigten Staaten oder so.

Nun ist der letzte Rest bei der Übersetzung, dann bei der Grafik-Agentur und irgendwann sind die Schilder und Tafeln fertig und hängen in der Ausstellung.

Auf alle Fälle war es wirklich schön, sich wieder so intensiv mit den Objekten und den Inhalten, die sie transportieren, beschäftigen zu können – das kommt ja manchmal leider zu kurz!

historisches museum frankfurt: Buchstaben

Lesetipp zum Schluss: immer wieder hilfreich: der Überblick von Tanja Praske über die wichtigste Nebensache im Museum.

 

2 Kommentare zu “Wenn ein Team mal abtaucht

  1. Liebe Nina, liebes Redaktionsteam,

    vielen Dank für die Verlinkung auf die „wichtigste Nebensache“. Ich kann euch gut nachfühlen, wie ihr ringt um die richtigen Worte, die „richtige“ Info und gut, dass ihr dabei den Multimedia-Guide schon im Kopf habt als ergänzendes Medium. Als ich damals die Raumbeschriftungen für das Neue Schloss Schleißheim schrieb, kämpfte ich auch, lernte von der Kuratorin. Das wichtigste daran war für mich zu verstehen, dass nicht alles, was ich weiß reinmuss. Hier auszuwählen, was geschrieben und worauf verzichtet wird ist hart. Aber es lohnt sich, wenn die Menschen dafür die Texte lesen, in Führungen Fragen stellen.

    Drücke euch ganz fest die Daumen!

    herzlich,
    Tanja

  2. Nina Gorgus

    Liebe Tanja, danke! ja, es geht genau um das: nicht alles, was man weiß, muss auch in den Text. ich glaube, wenn man das verinnerlicht hat, wird alles gut! herzlichen Gruß nach München, Nina

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