Ausstellen Neudenken + Entwerfen Sammeln + Pflegen

Die Welt im Geld, Kulturpaläste und Demokratie

– das Programm 2026 im Historischen Museum Frankfurt

Ein neues Jahr öffnet seine Türen – reich an Versprechen, Perspektiven und Geschichten. 2026 lädt das Historische Museum Frankfurt sein Publikum ein, die Vergangenheit nicht nur zu betrachten, sondern sie aus wechselnden Blickwinkeln neu zu befragen und aktiv mitzugestalten. Drei Sonderausstellungen, eine internationale Tagung, zahlreiche große und kleine Veranstaltungen sowie wichtige Weichenstellungen für die Zukunft machen das Museum zu einem lebendigen Ort der Auseinandersetzung, der Begegnung und der Teilhabe.

Neue Ausstellungen 2026 – Geschichte überraschend erzählt

Den Auftakt macht am 28. März das Junge Museum mit der Ausstellung Damals 1410. In einer interaktiven und multimedialen Zeitreise begeben sich Kinder ab acht Jahren und Jugendliche in das Leben des Mittelalters. Dabei geht es nicht nur um den Alltag vor über 600 Jahren, sondern vor allem um hochaktuelle Themen: Wie erkennt man Fake News? Was bedeuten Regeln im Internet und was sind AGBs? Wie funktioniert Selbstdarstellung und wozu braucht es Datenschutz? Historisches Wissen und Medienkompetenz greifen hier ineinander und werden spielerisch, neugierig und überraschend vermittelt.

eine Person stehet vor einem Monitor
Blick in die Ausstellung „Damals 1410“, die das Junge Museum gemeinsam mit dem Kindermuseum Graz FRida & freD entwickelt hat. © FRida & freD

Am 29. April eröffnet die nächste große Sonderausstellung im HMF Die Welt im Geld. Globale Ereignisse im Spiegel Frankfurter Finanzobjekte. Ausgehend von Münzen, Banknoten und weiteren finanzgeschichtlichen Objekten erzählt die Ausstellung von globalen Ereignissen und Prozessen von der Antike bis in die Gegenwart. In zwölf Kapiteln entfaltet sich ein Panorama von frühen Handelsnetzwerken über Kolonialgeschichte und technologische Neuerungen bis hin zu aktuellen Fragen von Deglobalisierung und Lieferketten. Die Leitlinie ist stets: Wie wird Weltgeschichte in Finanzobjekten sichtbar? So kann eine Medaille die Folgen eines indonesischen Vulkanausbruchs aufzeigen, eine unscheinbare Aktie den Kolonialhandel des 19. Jahrhunderts veranschaulichen oder eine Kreditkarte die ökologischen Bewegungen der 1970er Jahre spiegeln. Frankfurt steht dabei im Zentrum: als mittelalterlicher Messeplatz, als Ort kaiserlicher Krönungen, als Finanz- und Börsenstadt, als Standort des größten deutschen Flughafens und als globaler Internetknotenpunkt. Die Ausstellung zeigt die überregionalen und sogar weltweiten Beziehungen der Stadt, die die Entwicklung Frankfurts eben auch geprägt haben.

500-DM Geldschein mit dem Bild von Sybilla Maria Merian
Von 1992 bis 2002 war die Frankfurter Malerin, Kupfer-stecherin und Naturforscherin Maria-Sybilla Merian auf dem 500-Mark Schein abgebildet. Merian reiste 1699 für Naturstudien in die niederländische Kolonie Surinam. Sie profitierte von der kolonialen Infrastruktur und der Sklavenwirtschaft. Nach ihrem zweijährigen Aufenthalt kehrte sie nach Amsterdam zurück © HMF

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Frankfurter Westen: Zum 148. Museumsgeburtstag eröffnet am 10. Juni die Stadtlaborausstellung Höchst erzählt! Über das Museum im Bolongaropalast. Im Mittelpunkt steht der Entstehungsprozess des neuen Museumsstandorts im rekonstruierten spätbarocken Bolongaropalast in Frankfurt-Höchst. Die Ausstellung gibt Einblicke in partizipative Planungsprozesse und lädt dazu ein, einen Blick in die Zukunft des Museums im Westen der Stadt zu werfen. Die Bedeutung des Höchster Porzellans, die Geschichte der Familie Bolongaro und eine kulturgeschichtliche Auseinandersetzung mit dem heutigen Frankfurter Stadtteil wird von Höchster*innen selbst erzählt. So vielfältig, wie die Bewohner*innen sind, so vielfältig sind auch ihre historischen Erzählungen über Höchst und ihre gegenwärtigen Perspektiven aus dem Frankfurter Westen.

vier Stühle stehen vor einem eingepackten Bild
Die Stadtlabor-Ausstellung „Höchst erzählt“ gibt ab dem 11. Juni 2026 einen Einblick in die zukünftigen Ausstellungen im Bolongaropalast Höchst. © HMF

Höchst bleibt auch darüber hinaus im Zentrum der Aufmerksamkeit: Am 17. und 18. September widmet sich die internationale Tagung Open Bolongaro – Wie entsteht ein Kulturpalast? mit der Frage, der Frage, wie in historischer Architektur ein demokratischer Ort entstehen kann, der vielfältige kulturelle Angebote unter einem Dach vereint – offen, zugänglich und lebendig.

Museumsfeste, Nächte und besondere Orte

Und natürlich ist das HMF auch 2026 wieder ein Ort, der zum Feiern, zur Begegnung und zu Debatten einlädt. Bei der Langen Nacht der Museen am 25. April geben wir exklusive Einblicke in einen Ausstellungsaufbau. Hier heißt es dann schnell sein, denn der Platz ist begrenzt. Außerdem bringen wir die Nachtschwärmer*innen auf zwei Floors zum Tanzen. Fans der Silent Disco werden wieder im Innenhof tanzen. Erstmals aber wird auch der Leopold-Sonnemann-Saal in einen Tanzsaal verwandelt.

Ein besonderes Highlight findet am 2. Juli statt. Unsere House Night HMF-Frequenz geht in die zweite Auflage.  Sie verbindet angesagte Live-Acts und mitreißende DJ-Sets mit einem nächtlichen Ausstellungserlebnis. Wer lieber Jazz hört, kommt zu den Konzerten der HMF-Allstars, die einmal im Monat Jazz im Museum spielen. Und bereits am 6. Juni öffnen wir zum zweiten Frankfurter Rooftop Day selten zugängliche Orte wie den Rententurm und das Belvederchen im Haus zur Goldenen Waage.

Und auch sonst hat unser vielfältiges Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm das ganze Jahr über Themen rund um Frankfurt im Angebot. Alle Termine sind übersichtlich im Veranstaltungskalender auf unserer Website zu finden.

Ein Blick nach vorn

2026 ist auch ein Jahr der Vorbereitung: Neue Designkonzepte, digitale Projekte, internationale Kooperationen und Ausstellungen für 2027 werden angestoßen. Ziel ist es, das Historische Museum Frankfurt weiter als offenen, zugänglichen und zukunftsorientierten Ort für alle zu entwickeln.

Wir freuen uns darauf, dieses spannende Jahr gemeinsam mit unserem Publikum zu gestalten – bei Ausstellungen, Diskussionen, Festen und vielen Begegnungen im Museum.

Blick in das Belvederchen mit einer bunt bemalten Decke und einem Laubengang
Das Belvederchen auf dem Haus zur Goldenen Waage ist ein beliebtes Ziel am Rooftop Day © HMF, Uwe Dettmar

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