Rückschau #KultUp: was hat’s gebracht?

Schnell, kurz, vergänglich – das sind nicht gerade Schlagworte, die man mit der Institution Museum verbindet. Unser KultUp Anfang August in der – damals noch nicht eröffneten – neuen Dauerausstellung Frankfurter Sammler und Stifter steht dafür, handelte es sich doch um eine (bislang) einmalige Aktion, die sich später nicht mehr so richtig nachvollziehen lässt. Was hat der KultUp uns gebracht? Passt das überhaupt ins Museum? Und zu uns?

Was war:
Am 9. August trafen sich einige, vorzugsweise jüngere Menschen im Foyer des Museums. Das geheime Kennzeichen war ein Handy und ein Aufkleber an der Bluse oder Jacke, der den Twitternamen verriet. Und es wartete auch die Kollegin Susanne Gesser, die alle über – noch – herumliegende Kabel in das Erdgeschoss der Dauerausstellung führte und die Sammlungen vorstellte. Das Ganze dauerte eine Stunde und das reichte auch, galt es doch nicht nur, zuzuhören und die Eindrücke zu verarbeiten, sondern das Gehörte in einen kurzen Text zu verwandeln. Und 140 Zeichen sind sehr kurz, und wenn man noch ein Bild hinzufügt, ist man schon beschäftigt. Wir, die wir für unseren Account @histmus selbst mitgetwittert hatten, waren hinterher ganz schön erschöpft, obwohl wir einen gewissen Heimvorteil hatten.

Wer hat’s gemacht
Wir haben den KultUp nicht alleine durchgeführt, sondern uns Unterstützung von außen geholt. Ulrike Schmid und Tanja Neumann hatten das in München entwickelte Modell des TweetUps nach Frankfurt geholt und in kurzer Zeit etabliert. Sicherlich hätten wir das auch (noch) alleine stemmen können – aber da wir die social media-Aktivitäten quasi nebenher pflegen, wäre das vielleicht doch zuviel geworden. Außerdem verfügen wir nicht über das große Netzwerk der beiden – noch nicht! Denn der Reiz des Twitter-Rundgangs ist es auch, dass von außen mitgetwittert wird – also fern des Museums. Genaueres kann man auf dem KultUp-Blog noch nachlesen. So kam es auch, dass etwa nicht nur der Annenaltar, sondern ein Staubsauger große Aufmerksamkeit erregte und durch die Tweets wanderte….

 

 

Wer twittert
Vor Ort waren es 13 Twitterinnen, es wurden knapp 400 Tweets versendet – an insgesamt über 55.000 Accounts wurden durch das Schlagwort #kultup, das immer mit getwittert wurde, erreicht. Das sind schon mal gewaltige Zahlen! Wer getwittert hat, sieht man auf der twitterati-Torte, den wunderbaren Tortendiagramm.

 

 

Auch wenn die Zahlen gut klingen – letztendlich geht es hier auch wieder mal um Qualität. Es ist ja wohl schon so, dass zu einem KultUp eher kulturaffine Menschen kommen, die sowieso ins Museum gehen. Aber wären sie auch ohne Kultup zu uns gekommen? Das Feedback einer Twitterin bestärkt, wie wichtig es ist, auf möglichst vielen Kanälen tätig zu sein.

 

 

Gefreut hat uns sehr, dass auch die Frankfurter Rundschau mit auf dem Rundgang war: zu einem kleinem Artikel in der Printausgabe kamen nochmals ein kürzerer Artikel und ein sehr ausführlicher Artikel in der Fr-Online-Ausgabe.

 

Twitter wirkt nicht nur nach Außen
Twitter ist ein recht junges Medium und bei vielen noch nicht richtig „angekommen“. Das ist bei uns im Museum nicht viel anders:  Der KultUp hat bewirkt, dass die KollegInnen sich aufgrund dieser Aktion nun auch dafür interessieren, was Twitter eigentlich ist und wie das funktioniert. Vor allem der interaktive Aspekt begeistert.

 

Unser Fazit
Der Einsatz hat sich für gelohnt. Wir haben von vielen Seiten ein Lob bekommen. Das beflügelt natürlich! Aber wir konnten auch für uns feststellen: relativ neue (im Vergleich zur Institution Museum) Medien und Vermittlungsformate lassen sich gut mit herkömmlicher Museumsarbeit wie Ausstellungen machen und präsentieren verbinden. Wir waren beeindruckt vom Interesse der TwitterInnen an unseren Themen und von dem, was getwittert wurde – da ging es vor allem und in erster Linie um Inhalte. Der oben erwähnte Staubsauger ist dann so etwas wie das Sahnehäubchen, denn Museum soll ja auch Spass machen.

Was bleibt: zum Beispiel die Bilder auf der flickr-Galerie und die Lust auf neue KultUps!

2 Kommentare zu Rückschau #KultUp: was hat’s gebracht?

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