Die #ABlogparade2012 marschiert! – ein Fazit

Im Dezember letzten Jahres hatten wir zu einer Ausstellungsblogparade 2012 eingeladen: wir wollten von Euch wissen, welche Ausstellung oder auch welches Museum 2012 am meisten gefiel: In welchem Museum, in welcher Ausstellung war es besonders schön? Und warum? Waren es die tollen Objekte? Die Inszenierung? Der Medieneinsatz? Die anderen BesucherInnen? Das Museumspersonal? –  Und was könnte man von dort sozusagen “mitnehmen”?

Die Blogparade ist längst losmarschiert
Die Beiträge wurden auf diversen Blogs gepostet. Einschließlich unserer beiden Beiträge aus dem historischen museum haben sich 18 museophile Personen beteiligt. 16 Ausstellungen/Museen wurden empfohlen (eine gleich doppelt). Jenni Fuchs hat darüber hinaus gleich mehrere Preise verteilt.

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligte! Ein Dankeschön geht auch an alle, die uns immer auf Twitter unterstützt haben und an den Deutschen Museumsbund, der die Ankündigung auf seiner Seite verbreitete. Und noch ein ganz besonderes Dankeschön an Tanja Praske vom Münchner Residenzmuseum für ihre tolle Begleitung!

Alle Beiträge sind aufgelistet – im Aufruf und hier unten nochmals. Die Reihenfolge ergab sich aus dem Einsendetermin, stellt also keine Klassifizierung dar. Wir sind ziemlich beeindruckt, wieviel tolle Ausstellungen es in Deutschland, Österreich, Schottland, Spanien, Armenien und Taiwan gab! Wir konnten auf diese Weise auch feststellen, dass wir viele gute Ausstellungen verpasst haben – dank Eurer Berichte bleiben sie nun für uns alle erhalten.
Wer führt die Parade an?
Wenn man von den Doppelnennungen ausgeht, dann wäre das Jeff KoonsAnnabelle Hornung und Tanja Praske waren sehr von den beiden Präsentationen in Frankfurt (Schirn und Liebieghaus) begeistert. Sowohl Jenni Fuchs als auch Tine Nowak waren vom National Museum of Scotland begeistert. Geht man von den Ausstellungsgattungen aus, marschiert die Kunst – mit einem Schwerpunkt zeitgenössische – vor den kulturhistorischen/geschichtlichen Themen. Einen geographischen Rekord haben wir mit der von Susanne Gesser in Taipei vorgeschlagenen Ausstellung aufgestellt: sie ist knapp 9400 km Luftlinie von Frankfurt entfernt!
Was war nun an den Ausstellungen so faszinierend?
Darauf lassen sich in den Beiträgen der Blogparade mehrere mögliche Antworten finden.

Die Objekte
Wir gehen in eine Ausstellung, weil wir schöne Objekte – ob Kunst, Fotografie, Alltagskultur sehen wollen, die uns gefallen. Die Objekte müssen nicht unbedingt schön sein: Wir lassen uns auch von Objekten nachhaltig beeindrucken, die uns zum Staunen bringen und uns verstören.

So entschied sich Exhibtionista für eine reine Skulpturen-Ausstellung. Auch für Jens von Fintel war klar:“Das beste Raumkonzept und das findigste Ausstellungsdesign wird nichts bringen, wenn die Exponate nichts taugen.“ Tine Nowak fand sogar in den Objektarrangements des National Museum of Scotland ein „thematisches Zuhause“.
Die Exponate können, wie Anke von Heyl in ‚ihrer‘ Ausstellung 2012 erkannte, noch mehr: „Diese Ausstellung vermittelt durch die Aura der ausgestellten Klassiker eine ganz besondere – fast körperlich zu spürende – Energie.“

Der Raum
Die Ausstellungen, die uns gefallen, ermöglichen eine besondere Wahrnehmung des Raumes.
Ganz besonders gilt das für die von Karoline Leibfried gewählte Ausstellung – der Raum bzw. die Erfahrung als Besucherin, den Ausstellungsraum der Lichtprojektionen selbst mitzugestalten: So „ist man mit einem beherzten Schritt plötzlich mittendrin und für kurze Zeit selbst Teil des Kunstwerks, taucht hinein und kann das Werk mit allen Sinnen erfahren“.

„Es braucht einfach Platz, damit sich ein Exponat entfalten kann und nicht gleich vom Ding nebenan erschlagen wird. Und es braucht Platz, damit sich der Besucher zwischen den Exponaten bewegen kann, unterschiedliche Blickwinkel einnehmen kann — ohne dem Besucher nebenan gleich auf die Füße zu treten“, so bringt es Jens von Fintel auf den Punkt.
Auch Susanne Gesser betont das „besondere Raumerlebnis: „Ich fand es toll zwischen den Kunstwerken hindurchlaufen, untendrunter durchtauchen zu können und direkt auf dem Boden darunter die Informationen zu erhalten“.
Resümierend kann hierfür die schöne Aussage von Anna Fras stehen: „Als fühlte man sich sofort wie in einer anderen Welt“.

Die Präsentation
Wenn die Ausstellung mit unseren Erwartungen/Vorstellungen bricht, dann überzeugt sie um so mehr.

„Die Faszination des Ungewohnten erwischte mich“, so Tanja Praske über die Jeff-Koons-Ausstellung im Liebieghaus. In diesem Fall war es „die Gegenüberstellung der poppigen Figuren mit der „altehrwürdigen“ Kunst“.
Ähnlich erging es auch Susanne Breuss: „Umso größer war dann die Überraschung, als sich herausstellte, dass es sich dabei um eine vom Konzept her sehr ambitionierte Ausstellung handelte, die auf eine keineswegs übliche Weise Kunst und historischen Kontext miteinander in Bezug setzte und dabei verschiedenen Aspekten des Alltagslebens breiten Raum gewährte.“

Was sonst noch wichtig ist.
Interaktion, sei es auch für Kinder gedacht, gefällt allen sehr. Audioguides sind positiv besetzt, während Medien eigentlich nicht auftauchten. Es gilt: in einer Ausstellung, die uns gefällt, halten wir uns sehr lange auf und vergessen die Zeit. Eine Ausstellung, die fasziniert, kann man getrost mehrmals besuchen – wie etwa Annabelle Hornung die Jeff Koons-Ausstellung.

In Ausstellungen möchten wir schließlich persönlich berührt werden:
Wir möchten uns überraschen lassen und „auf Augenhöhe angesprochen werden“, war mir zum Beispiel für mein Highlight 2012  wichtig.
Wir möchten nicht nur „emotional, sondern auch physisch involviert“ sein, stellte Wiebke Hauschildt fest. Anders gesagt: die Ausstellung „haut“ um , so Astrid Müllers knappe Begründung.
Dania D’Eramo schließlich wählte ihre Ausstellung aus, weil sie  „imponierend, atemberaubend, den Betrachter herausfordend“ war. Ein schöner Schlussgedanke für die Ausstellung 2012! Und zugleich für uns selbst eine Art Programm für die nächste eigene Ausstellung…

Alle Beiträge zur Ausstellungsblogparade – mit einem herzlichen Dankeschön für die Teilnahme!

Gleich drei Ausstellungen empfehlen Dania D’Eramo, Lucas Lüdeman und Anke von Heyl im Blog Diversity Guides. Auf der Liste von stehen 2012 ganz oben:
Anselm Kiefer in der Bundeskunsthalle in Köln
El Greco und die Moderne im Kunstpalast Düsseldorf
1912. Mission Moderne im Wallraf-Richartz-Museum in Köln.
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Die spannendste Ausstellung für Annabelle Hornung sind die beiden Schauen von Jeff Koons in Frankfurt (Schirn und Liebighaus), und warum das so ist, begründet sie im Blog Digitaler_ Gap
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Ganz klar für Jens von Fintel: die documenta 13 in Kassel! Nachzulesen im Blog Die Rheinische Kulturraumverdichtung
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Susanne Breuss nimmt uns in ihrem Blog Alltagsdinge. Zur Geschichte der materiellen und visuellen Kultur nach Niederösterreich mit, genauer in eine Ausstellung über den Maler Paul Troger im Stift Altenburg.
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Bei Tanja Praske machte ebenfalls Jeff Koons – das Rennen – vor allem die Präsentation im Liebieghaus hatte es ihr angetan, wie sie in ihrem Blog in ihrem Blog Kultur – Museo – Talk schreibt.
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Nicht eine, sondern gleich mehrere Ausstellungen und Museen und das auch noch weltweit, empfiehlt Jenni Fuchs auf ihrem Blog Museum Diary.
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Eine Ausstellung, die sich quasi aus dem Nichts entwickelt, hat Karoline Leibfried im Städel Blog zu ihrer Nummer 1 erklärt: Anthony McCall. Five Minutes of Pure Sculpture war 2012 in der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, in Berlin zu sehen.
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Eine kleine Umfrage hat das Team von Verführung Freiheit des DHM in Berlin gestartet und gleich drei Berliner Ausstellungen gekürt:
Rania Sid Otmane, entschied sich für Paul Laffoley in der Ausstellungsreihe Secret Universe im Hamburger Bahnhof in Berlin.
Astrid Müller begeisterte sich für die Foto-Ausstellung von Larry Clark bei c/o Berlin.
Für Wiebke Hauschildt war die Ausstellung von Alfredo Jaar in der Berlinischen Galerie eindeutig die spannendste Schau 2012!
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So, nun reihen wir uns selbst in die Blogparade ein: Nina Gorgus hat sich nun für die Leidenschaften in Dresden entschieden. Nachzulesen im Museumsblog.
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Aus vielen tollen Ausstellungen wählte @WWecker im Blog Kultur und Kunst schließlich die Ausstellung Künstlerkinder in der Kunsthalle Emden aus.
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Und noch ein Beitrag von uns: Susanne Gesser war sehr von einer Ausstellung im Museum der National Taipei Universitiy of Education in Taipei angetan.
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Und noch eine Ausstellung in Berlin:
The Exhibitionista empfiehlt im gleichnamigen Blog die Skulpturen-Ausstellung Klage um einen verstorbenen Prinzen. Die Pleurants vom Grabmal des Herzogs Jean sans Peur in Dijon, die im Bodemuseum in Berlin gezeigt wurde.
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Auf ein Highlight in Wien weist uns Anna Fras im Blog des Joanneums hin: Die Ausstellung Claes Oldenburg. The Sixties im Museum moderner Kunst in Wien begeisterte u.a. durch eine begehbaren Mickey Mouse!
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Zu guter Letzt schließt sich noch Tine Nowak gleich mit einem ganzen Museum – dem National Museum of Scotland im Blog Tinowa werkjournal: menschen – medien- museen der Parade an.
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Nach der Blogparade ist vor der Blogparade:

Das Residenzmuseum in München bereitet im Moment eine Blogparade vor – Ein Blick hinter die Kulissen – unser Arbeitsalltag ist gefragt. (wie zum Beispiel Ausstellungen konzipieren…)

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