Neudenken + Entwerfen

Digitale Museumspraxis #12 – Inreach!

Willkommen in 2018, dem Jahr in dem unsere Online-Sammlung wirklich online gehen wird. Glaubt ihr nicht? Ist aber so!  Was wir sonst noch so vorhaben, möchte ich hier kurz vorstellen.

Perspektivwechsel Inreach

Nachdem wir in den letzten Jahren zuerst nach außen auf unsere User geschaut haben, geht der Blick jetzt nach innen. Wir beginnen das Jahr mit einer Befragung der Kolleginnen und Kollegen zur digitalen Museumspraxis im HMF. Das Ziel ist, auch den Inreach (also die internen Vermittlungsangebote) user-orientiert anzulegen und mit einer Bedarfsanalyse das ganze Museum mitzunehmen. Gute Beispiele dieser Praxis wurden bei der Abschlussveranstaltung „Roadmapping: Digitale Strategien in Museen“ vom Landesmuseum Württemberg und dem Naturkundemuseum Stuttgart vorgestellt – vielen Dank auch für den Austausch zum Thema im Nachgang! Ich freue mich schon auf das Feedback in unserem Haus und werde die Ergebnisse (natürlich anonymisiert) gerne hier im Blog zusammenfassen. Die Befragung wird dabei drei Bereiche umfassen:

  • Arbeitsalltag in den verschiedenen Kernbereichen
  • Digitale Kenntnisse und Interessen der Mitarbeiter/innen
  • Feedback zu den digitalen Projekten

Auswertung – Zahlen sind nicht alles… aber schon ein guter Anfang!

Auf der anderen Seite wird eine regelmäßige Analyse unserer vielfältigen digitalen Aktivitäten immer wichtiger. Im besten Falle umfasst sie alle Bereiche – Webseite, Blog, Social Media Kanäle, Newsletter, Microsites – und hilft uns, unsere Resourcen gezielter einzusetzen. Hier stellt sich die Frage nach dem richtigen Werkzeug: In einem ersten Schritt haben wir die Zahlen von den verschiedenen Plattformen händisch zusammengetragen. Für die Zukunft wären Analyse-Tools hilfreich, was jedoch mit steigenden Kosten verbunden ist, wie Christian Henner-Fehr im Blogpost neben einer praktischen Tool-Liste für 2018 ankündigt. Ein Lösungsansatz könnte der Zusammenschluss z.B. im Rahmen städtischer oder regionaler Verbünde sein zur Kostenteilung oder die Nutzung selbstgebauter excelbasierter Tools, wie etwa von der Tate entwickelt (danke für den Tipp, Christian Gries).

In jedem Fall braucht es aber zusätzlich auch qualitative Parameter, mit denen der „Erfolg“ gemessen wird. Hier ist der direkte Kontakt mit Usern, den alle Social Media Zuständigen pflegen, ausschlaggebend. Und auch dieses Feedback, die freundlichen sowie die nicht so freundlichen Kommentare sollten zusammengetragen und ins Team zurück gespielt werden.

Workshop – all together now!

Die Ergebnisse der Umfrage, Zusammenfassungen der Analyse (am liebsten in schönen Dashboards natürlich) und die Berichte aus dem Austausch mit der Community werden anschließend in einem internen Workshop mit allen Kolleg/innen diskutiert. Dabei soll es auch Einführungen in die eigenen digitale Angebote und Social Media Kanäle geben. Das Ziel des Workshops ist die Sensibilisierung für unsere digitale Strategie und die Wissensvermittlung, die es braucht um alle daran zu beteiligen. Eine abteilungsübegreifende Arbeitsgruppe soll am Ende des Workshops den Lern- und Vermittlungsprozess weiterführen. Zur Workshop-Vorbereitung warte ich schon gespannt auf das Digital Innovation Playbook, das wir im Neujahrsenthusiamus bestellt haben!

Dann ist ja alles fertig!

Naja, fast… eigentlich merke ich beim Schreiben, dass damit nur das erste Jahresdrittel beschrieben ist und nebenbei auch noch ganz viele Prozesse weiterlaufen. So sind für unsere Besucher/innen die digitalen Angebote noch kaum sicht- und findbar: Signaletik und WLAN im Museum sowie SEO online sollen die Wege zu unseren digitalen Angeboten einfacher machen. Und dann gibt’s da ja noch diese klitzekleine Online-Sammlung in der Warteschleife, aber dazu im nächsten Post mehr!

 

13 Kommentare zu “Digitale Museumspraxis #12 – Inreach!

  1. Ich finde es großartig, dass Ihr nicht nur die externe Kommunikation im Blickfeld habt, sondern auch die interne und entsprechende Weiterbildungsangebote konzipiert.

    Auf das Digital Innovation Playbook könnt Ihr Euch freuen, damit kommt Ihr sicher super voran. Ich habe allerdings in der Praxis gemerkt, dass es ziemlich schwierig ist, die Bedürfnisse derer, die man anspricht, zu formulieren. Der Begriff „Bedürfnisse“ ist halt recht weit gefasst. Statt der Bedürfnisse nutze ich die „Job to be done“-Methode, die Clayton M. Christensen in seinem Buch „Besser als der Zufall“ beschreibt. Darin ist nicht von Bedürfnissen die Rede, sondern von dem Job, mit dem man mit dem eigenen Angebot von den Kunden/Besuchern beauftragt wird. Im Vermittlungsbereich muss ich mir also überlegen, mit welcher Aufgabe sie mich beauftragen, wenn sie z.B. in einem Museum eine Führung mitmachen. Das kann recht spannend werden, weil wir oft ganz falsche Vorstellungen davon haben, mit welcher Aufgabe wir betraut werden.

    • Franziska Mucha

      Lieber Christian Henner-Fehr,

      vielen Dank für die positive Rückmeldung! Ich hoffe, dass wir auch die Energie aufbringen über den Workshop hinaus die Weiterbildung und das Mitnehmen aller Kolleg/innen zu wiederholen – die Verstetigung des Austauschs und der Strukturwandel in der Organisation sind einfach riesige Aufgaben. Aber es ist ein guter Anfang und ich freue mich auf den Austausch und die Konzeption.

      Die Job-to-be-done-Methode schaue ich mir nochmal genauer an, super Hinweis, merci! Das mit den Bedürfnissen ist natürlich auch so eine verschachtelte Angelegenheit: wenn durch User-Bedürfnisse Erwartungen an unsere Arbeit gestellt werden, dann sind das tatsächlich eher Aufgaben, die an uns herangetragen werden. Guter Gedanke.

      Beste Grüße und danke für die Anregungen,
      Franziska Mucha

  2. Das klingt ja alles sehr spannend, ich freue mich, dass du eure Erfahrungen hier im Blog teilst, denn dann kann ich auch daraus lernen.
    Viele Grüße nach Frankfurt!
    Marlene

    • Franziska Mucha

      Merci liebe Marlene!
      Ich bin auch gespannt, wie das weiter geht und werde hier regelmäßig die Entwicklungen dokumentieren.
      Beste Grüße und bis bald mal wieder,
      Franziska

  3. Viel Erfolg für die weiteren Schritte – wir sind gespannt, im Laufe des Jahres mehr von der digitalen Praxis zu lesen. Das Thema ist bei uns ja auch gerade recht weit oben auf der Tagesordnung, auch wenn „inreach“ bisher noch keine konkrete Rolle spielt. Aber vielleicht stoßen die Blog-Beiträge aus Frankfurt ja auch in Furtwangen noch mehr an?

    Viele Grüße vom Deutschen Uhrenmuseum

    • Franziska Mucha

      Hallo liebes Team vom Uhrenmuseum,
      schön, von euch zu hören! Ich glaube ein bisschen Inreach habt ihr doch durch den ganzen Museum4.0-Prozess schon mitgemacht, oder? Immerhin habt ihr euch intern über die digitalen Möglichkeiten ausgetauscht und für einen Blog entschieden…
      Beste Grüße,
      Franziska

  4. Yannick Opalla

    Spannend. Bin gespannt, wie es bei euch weitergeht und freue mich auf die nächsten (Work-In-Progress-) Posts!

  5. Liebe Franziska,

    ich finde euch großartig und man spürt die Motivation zum Wandel durch und durch. Das ist schon mal die beste Grundlage. Ich finde ja, dass man mit genügend Zeit schon sehr viele Erkenntnisse gewinnen kann. Zum Beispiel habe ich letztens noch gedacht, dass ich mir mal genauer anschauen will, was in den FB-Bewertungen der Museumsseiten so alles zu finden ist. Da merkt man schon viele Pain-Points (um mal das Thema Customer Journey aufzubringen). Interessant, dass es viele ähnliche Dinge gibt, die man da identifizieren kann. Und so gibt es sicher viele Berührungspunkte, an denen man mal genauer hingucken sollte. Ich glaube im Guggenheim Museum (Mist, ich habe das wieder vergessen, wo ich das gelesen habe), haben sie eine sehr aufwändige aber tolle Befragung der Besucher gemacht. Eine, wo wirkliche Gespräche mit den Leuten geführt wurden. Nicht nur so standardisierte Fragen abgehakt. Das war beeindruckend, was die Besucher alles erzählt haben, wenn man mal über „das ist alles schön“ hinauskommen kann.

    Ich frage mich auch schon sehr lange, was die Wünsche und Bedürfnisse der Besucher sind, die zu Führungen kommen. Da glaube ich auch, dass das überraschend vielfältig ist. Und gar nicht mal unbedingt mit den Ansprüchen des Museums deckungsgleich! Und ich frage mich oft, ob das Publikum überhaupt weiß, auf welche Bedürfnisse das Museum eingehen könnte.

    ich freue mich sehr, wenn ihr uns weiter an den spannenden Ideen und Gedanken teilhaben lasst.

    Herzlichst

    Anke

    • Franziska Mucha

      Heihei liebe Anke,

      danke für deine motivierenden Worte! Und die Idee schon öffentlich vorliegende Bewertungen genauer zu untersuchen, finde ich großartig! Wir haben leider auf Facebook noch das Problem, auf mehreren Seiten/Orten vertreten zu sein und damit landen viele Rückmeldungen erstmal nicht direkt bei uns (aber wir arbeiten daran beide Seiten bald zusammenzuführen). Jedenfalls kann man da noch viel herausfinden über das Verhältnis von Besucher/innen und Museum, was man dann natürlich in ganz neuen Formen und Formaten wieder anwenden kann. Es braucht nur… Zeit, wie du schon richtig geschrieben hast 😉
      Oder externe Interessierte, die Lust haben das Museum zu beforschen (na, wie wär’s?) – wir sind da ganz offen und freuen uns immer über neue Perspektiven!

      Beste Grüße und auf bald,
      Franziska

      • Liebe Franziska,

        ich will mir das schon lange mal vornehmen und gezielt durch die Bewertungen verschiedener Häuser gehen. Mal sehen, dass ich dazu komme. Ich bin übrigens auch bei der VHS gerade in ein Programm-Angebot reingerutscht, das ein Kollege eigentlich ausgeschrieben hatte. Er hatte sich „virtuelle Museumsbesuche“ ausgedacht. Allerdings eher über Geschichte und Architektur der Häuser vorgetragen. Da er das Angebot nicht weiterführen konnte, bin ich eingesprungen. Und teste mit der Gruppe (Ü 60) die Angebote der unterschiedlichsten Museen im Netz. Bislang mit Schwerpunkt auf Kunst. Aber das ist echt interessant, was man da an Rückmeldungen erhält. Was diese Teilnehmer, die in der Regel überhaupt nicht online unterwegs sind, plötzlich alles entdecken, was man im Netz machen kann. Welche Angebote sie da erhalten und wie sie das finden. Das ist echt spannend und lohnt sich, das weiter zu machen. Vielleicht mal demnächst eine Runde Stadtmuseen.

        Viele Grüße
        Anke

      • Franziska Mucha

        Heihei liebe Anke,
        das ist ja spannend – gibt’s eine Sammlung der Erkenntnisse schon online?
        Freue mich, wenn ihr die Stadtmuseen ins Visier nehmt, allerdings gibt’s da wahrscheinlich nicht so viele Angebote wie im Kunstbereich, oder?
        Beste Grüße,
        Franziska

      • Nein, noch nichts online. Da kommt es auch nur hin, wenn ich es verblogge – ansonsten ist das ja ne analoge Veranstaltung 🙂
        Ich bleibe aber dran am Thema.
        Liebe Grüße
        Anke

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