Das Blogstöckchen will weiter wandern!

Wir haben, aus München kommend, von Tanja Praske ein Blogstöckchen gefangen. Nicht irgendeines, sondern da war ein „Best Blog Blog award“ mit dran. Dafür danken wir Tanja recht herzlich –  wir haben uns allerdings auch 11 Fragen  eingehandelt, die wir nun beantworten möchten.

 

historisches museum frankfurt: bestblogaward

Und es geht los:

1. Wer bist du? Und was reizt dich an deinem Job?
Ich bin Kuratorin und bin für die Sammlungen Alltagskultur (zum Teil)  und Spielzeug im historischen museum frankfurt zuständig. Hauptsächlich arbeite ich aber für die Neukonzeption des Museums. Ich wollte eigentlich schon immer in einem (kulturgeschichtlichen) Museum arbeiten. Über einige Stationen bin ich nun seit 2010 am historischen museum tätig: es ist soo vielfältig und spannend, auch wenn in den letzten Jahren die Organisation und Koordination die inhaltliche Arbeit zurückdrängt. Den Blog habe ich 2011 iniitiert und betreue ihn seitdem.

historisches museum frankfurt: Schnappschuss  Schreibtisch

2. Wie lange plantet ihr die aktuelle Ausstellung/Projekt? Was war die größte Herausforderung dabei und wie wurde diese gelöst?
Wir planen noch! Ich arbeite an der Neukonzeption des Museums mit, die für 2017 geplant ist. Die Planung an der Ausstellung Frankfurt Einst?, die ich koordinatorisch und zum Teil kuratorisch betreue, begann vor vier Jahren. Das hört sich lange an – es geht aber auch um 2.000 qm, und meine KollegInnen und ich arbeiten ja auch nicht ununterbrochen daran, sondern wir haben zwischendurch die Dauerausstellung Sammler und Stifter eröffnet und die Neukonzeption umfasst ja auch noch einige weitere Bereiche….
Wir sind ständig dabei, Herausforderungen zu lösen… ein paar stehen noch bevor. Spannend wird etwa die Frage: passen auch wirklich alle Objekte wie das riesige Adler-Automobil oder die Karls-Statue, überhaupt  in den Aufzug, um dann prächtig in der Ausstellung zu stehen?

historisches museum frankfurt: das neue Ausstellungshaus entsteht

3. Was ist das oder eines der kleinsten Objekte eurer Sammlung?
Eines der kleinsten Objekte in unserer Sammlung ist eine eingefasste goldene Münze mit einer Stadtansicht von Frankfurt von 1611. Sie ist gerade mal 15 x 14mm groß. Sie wurde von Lorenz Schilling gefertigt – wir wissen sogar, dass er dafür 32 Gulden bekommen hat. Die Münze gehörte zum Stadtsschatz von Frankfurt und durfte nicht veräußert werden.  (noli me tangere) Sie ist in der Dauerausstellung Sammler und Stifter in der Sammlung Waldschmidt zu sehen.

historische museum frankfurt: Stadtansicht in miniature

4. Gibt es eine kuriose Geschichte/Erlebnis um ein Objekt/Ausstellung? Erzähle sie uns. Es kann auch einfach ein kurioses Objekt aus der Sammlung sein.
Ich bin immer noch fasziniert von diesem Schirm, auch wenn die Geschichte irgendwie traurig ist: er gehörte Henriette Zobel, die während des Septemberaufstandes 1848 wohl sehr oft in die Paulskirche lief. Während des Aufstandes wurden zwei Abgeordnete ermordet. Henriette Zobel wurde verhaftet, da sie an den Morden beteiligt gewesen sein soll. Der Schirm wurde als Beweismittel ins Gericht gebracht und kam später ins historische museum. Mit dem Schirm hätte sie, so der Vorwurf, tätlich agiert und zum Tode des einen Abgeordneten beigetragen. 1853 wurde H. Zobel zu 16 Jahren Zuchthaus verurteilt. Das Urteil wurde aber wieder aufgehoben, die Strafe verringerte sich aber nicht wesentlich. Henriette Zobel kam  1865  aufgrund ihres schlechten gesundheitlichen Zustandes frei.

historisches museum frankfurt: der Schirm von Henriette Zobel

5. Hast du ein Lieblingsstück? Warum?
Diese Frage hat mich lange beschäftigt, schließe ich doch soo viele Objekte in mein großes Kuratorinnen-Herz! Ich mag vor allem Objekte der Alltagskultur, die doch die große Geschichte widerspiegeln. Gerade begeistere ich mich für ein Speisegeschirr für Kinder, das wahrscheinlich von 1914 stammt,: auch Kinder hatten so Teil an der Kriegspropaganda. Vielleicht findet das Geschirr sogar Aufnahme in die Ausstellung Gefangene Bilder. Wissenschaft und Propaganda im Ersten Weltkrieg, die mein Kollege Benedikt Burkhard gerade für September vorbereitet.

historisches museum frankfurt: Kindergeschirr mit Kriegsdekor

6. Welches Objekt habt ihr zuletzt warum restauriert bzw. restaurieren lassen und nach welchen Kriterien?
Für Frankfurt Einst? lassen wir gerade mehrere Objekte restaurieren, und auch für unsere Sonderausstellungen werden die Objekte sozusagen auf Hochglanz poliert. Eines der letzten Stücke war hier das Gemälde für die Holzhausen-Ausstellung, Das Gemälde Die Holzhausen-Oed. Darum hatte sich die Gemälderestauratorin Anja Damaschke gekümmert.

7. Welchen Stellenwert besitzt das Blog für das Haus?
Ich sehe ihn als Rückgrat unserer social media-Aktivitäten; das Blog lässt alle an unseren Aktivitäten teilhaben und legt offen, was für Tätigkeiten in einem Museum überhaupt anfallen und wer sie ausführt.  Manche KollegInnen vom Haus benutzen es gerne zur Recherche – auch mir dient es zuweilen als Archiv – andere sind manchmal verwundert über die Auswahl der Themen – wie die Geschichten über Betriebsausflüge oder Weihnachtsfeiern. Die steigenden Besucherzahlen und das positive Feedback von (externen) KollegInnen zeigen, dass auch (oder gerade?) Interesse an den vermeintlich „banalen“ Geschichten bestehen.

8. Hast du einen Artikelfavoriten im Blog? Wenn ja, warum?
Ich mag viele Artikel: gut finde ich etwa die Geschichten rund um Objekte, das macht mir immer wieder bewusst, was unsere Basis ist. Ich mag auch Beiträge, die erlauben, über unsere Arbeit zu reflektieren – wie etwa das Fazit zu der Ausstellungsblogparade, zum Tweetup oder zu diesem Blogstöckchen.

9. Was bedeutet dir Kultur?
Gibt es noch etwas anderes?

10. Wenn du kulturell „fremdgehst“ (außerhäusliche Aktivitäten), was machst du?
Kino, Theater aber viel öfter: Museen oder Ausstellungen  besuchen. Dafür fahre ich auch ziemlich weit, verpasse aber so manche Ausstellung in Frankfurt. Sonst pflege ich meine diversen Gartenkulturen…

11. Du hast drei Wünsche frei, welche sind das?
Zeit, Zeit, Zeit.

 

So, wir reichen das Blogstöckchen und den best blog award weiter – in Frankfurter Manier an sieben (grie Sos!)  BloggerInnen, die kreuz und quer über Kulturelles bloggen: FrankfurterInnen, alte Hasen, Newcomer, Institutionen – alles mit dabei. Eben eine typische Frankfurter Mischung…

 

Die Fragen lauten

1. Worüber schreibst Du in Deinem Blog?

2. Erinnerst Du Dich an Deinen ersten Blogartikel?

3. Hast du einen Artikelfavoriten im Blog? Wenn ja, warum?

4. Gibt es ein Leben außerhalb des Blogs?

5. Was sind Deine liebsten kulturellen Aktivitäten?

6. Was findest Du an Ausstellungen/Museen gut?

7. Was findest Du an Ausstellungen/Museen nicht so gut?

8. Dein Ausstellungstipp für den Frühling?

9. Dein liebstes Museumscafe?

10. Möchtest Du uns sonst noch etwas sagen?

11.Du hast drei Wünsche frei, welche sind das?

 

Wir bitten um Antworten von:

@TanjaNeumann  –  Museums(t)raum und hier steht der Blogstöckchenbeitrag

@FrankfurterBlog –  FrankfurterBlog  

@SoNurInFFM –  So Nur in Frankfurt  und hier steht der Blogstöckchenbeitrag

@KulturWelt –  Kulturelle Welten

@Domid_MigMus – Virtuelles Migrationsmuseum und hier steht der Blogstöckchenbeitrag

@juedischemuseum – Jüdisches Museum München – DAS BLOG

Susanne Breuss –  Alltagsdinge und hier steht der Blogstöckchenbeitrag

Darum geht’s: (so ungefähr, es kann alles passend gemacht werden)

  1. Baut das Best Blog Award-Bildchen ein und verlinkt es mit unserem Artikel.
  2. Verfasst elf neue Fragen, spielt damit und reicht das Best Blog Blogstöckchen an zehn oder weniger Blogger eurer Wahl weiter..
  3. Gebt hier im Kommentar Bescheid, wenn der Beitrag fertig ist.

14 Kommentare zu Das Blogstöckchen will weiter wandern!

  • Jörn

    Vielen Dank! Mal sehen, ob mir übers Wochenende zu den Fragen etwas einfällt.
    LG
    JB

  • Liebe Nina,

    ich liebe dieses Best Blog Award Blogstöckchen. Mit Euch haben bereits fünf Museen geantwortet und weitere Museen sind „dran“ – dank euch. Es heißt ja immer für einen Blogartikel, dass ein Thema behandelt werden soll, damit er auch gelesen wird. Hier gibt es zwar ein Thema „dein Blick hinter die Kulisse“, gleichzeitig ist der Blick so facettenreich. Das gefällt mir richtig gut daran. Ich bin sehr gespannt, ob ihr das Adler-Automobile oder die Karls-Statue an Ort und Stelle „verfrachten“ könnt. 2017 kommt schneller als man denkt und bis dahin freue ich mich um jeden Artikel, den ihr uns hier darbietet. Macht weiter so!

    Auf die Antworten „eurer“ Blogger bin ich neugierig. Tatsächlich ist das hier mein erstes Blogstöckchen, das ich weiterverfolge, weil die Antworten mir einfach ein großes Lesevergnügen bereiten. Witzig auch, dass es jetzt wieder nach München kommt 🙂

    Sonnige Grüße
    Tanja

  • Nina Gorgus

    Liebe Tanja,
    danke! Solche Blogstöckchen haben es in sich (auch wenn es zudem der Best Blog award) ist: die Fragen wirken so harmlos, sind aber dann doch sehr komplex und ich bin so richtig ins Grübeln gekommen!
    Du hast ja so recht: 2017 wird flugs da sein und bis dahin wird es auch noch die eine oder andere neue Herausforderung geben. Und wir werden natürlich davon berichten und ich freue mich, dass Du in Münschen so eifrig mitliest!
    Ich bin jetzt auch wirklich gespannt, wie sich die Blogstöckchen weiter entwickeln und allüberall verteilen…
    herzliche Grüße, Nina

  • Vielen Dank für die Nominierung. Das freut mich sehr und ich werde mir diese Woche mal gern Gedanken machen. Bin von meinen ersten Ideen ganz überrascht, war anders als ich erwartet hätte;-) Und ganz lieben Dank auch für die schöne Idee an Tanja! LG Sabina/ So nur in Frankfurt/Oceanblue Style

  • Nina Gorgus

    Liebe Sabina, wir freuen uns auf Deinen Beitrag! Wir wünschen noch viele weitere gute Ideen, herzlich, Nina

  • Liebe Nina, danke für das Stöckchen! Ich habe deine Fragen beantwortet und es weitergeworfen… http://www.museumstraum.de/der-best-blog-award-geht-an/

    • Nina Gorgus

      Liebe Tanja, danke – wirklich schöne Antworten. Und ich versuche auch noch, Deinen Ausstellungstipp zu befolgen! Herzliche Grüße über den Main, Nina

  • Liebe Nina,

    herzlichen Dank für das Stöckchen! Wir haben die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet. Es hat wirklich Spaß gemacht und wir mussten diskutieren. Jetzt sind wir gespannt wie unser Wurf aufgenommen wird!

    Hier der Link: http://virtuelles-migrationsmuseum.org/2014/04/08/best-blog-award/

    Viele Grüße vom Rhein

    • Nina Gorgus

      Liebe Sandra,
      super und danke. Ja, bei manchen Fragen kommt dabei ganz schön ins Grübeln – aber Ihr habt ja alles elegant beantwortet! Dann bin ich mal gespannt, wie der Wurf weitergeht…
      schöne Grüße,
      Nina

  • Liebe Nina,
    vielen Dank nochmals für Stöckchen und Award – hab mich sehr gefreut und nun endlich Zeit gefunden, die Fragen zu beantworten (dabei ist es mir ähnlich ergangen wie Dir – sie wirken auf den ersten Blick so harmlos und haben es dann doch in sich…): http://susannebreussalltagsdinge.blogspot.co.at/2014/04/in-eigener-sache-nr-1-ein-blogstockchen.html
    Jetzt habe ich mir erlaubt, das Stöckchen wieder an Dich zurück zu werfen, und zwar an Dein zweites „Blog-Ich“, denn Du betreibst ja nicht nur Euren wunderbaren Museumsblog, sondern noch einen weiteren (bei dem ich übrigens die Rubrik „Tiere im Museum“ besonders nett finde – abgesehen von den vielen interessanten Berichten über Deine Museums- und Ausstellungsbesuche)!
    Herzliche Grüße aus Wien, Susanne

  • Nina Gorgus

    Liebe Susanne,
    vielen herzlichen Dank für Deine Antworten, die eine Wien-Reise ja unbedingt erfordern. Und autsch, schon wieder ein Blogstöckchen – da brauche ich aber auch etwas Zeit…. herzliche Grüße, nina

  • […] How did you get the idea of setting up the blog? Once upon a time – last summer, to be more precise – Kristiane and Katrin met for a chat in a café in Bonn, Germany. Historisches Museum Frankfurt. Das Blogstöckchen will weiter wandern! « Blog des Historischen Museums Frankfurt. […]

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