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Die Denkerin und Dichterin von Günderrode

historisches museum frankfurt: Karoline von Günderrode, HMF.B1089Im kollektiven Gedächtnis erinnert man sie eher durch ihren tragischen Tod als durch ihr bemerkenswertes schriftstellerisches Werk. Erfahren Sie bei Frankfurter Frauenzimmer mehr über die Schriftstellerin und Dichterin Karoline von Günderrode (1780 -1806), die ein für ihre Zeit außergewöhnliches Leben führte. Früh entwickelte sie ein sensibles Bewusstsein für die bürgerlichen Einschränkungen der Freiheit von Frauen, was den Zugang zu Gelehrsamkeit und Bildung betraf  – vor allem dann, wenn sie nicht verheiratet waren.

Für sie als Denkerin und Dichterin, die notierte „… warum ward ich kein Mann!“ war das Schreiben existentiell. 1804 veröffentlichte Günderrode ihr erstes, von zeitgenössischen Literaturkritikern sehr beachtetes Werk „Gedichte und Phantasien“, 1805 ihr zweites Werk, die „Poetischen Fragmente”. Sie verbarg sich hinter dem männlichen Pseudonym Tian. Ihr Dilemma war, dass sie sich als freie Schriftstellerin und als Dichterin mit Themen beschäftigte, die nach damaligem Verständnis Männern vorbehalten waren.

Aus der Begegnung mit dem Altertumswissenschaftler  Friedrich Creuzer entspann sich eine inspirierende, wechselhafte und für Karoline letztlich zermürbende Beziehung.

Bei einem Aufenthalt bei Freundinnen in Winkel am Rhein fand man sie morgens tot am Flussufer vor. Radikal und freigeistig wie sie war, hatte sie ihrem Leben ein Ende gesetzt.

Mehr über diese interessante Künstlerpersönlichkeit können Sie ab Oktober erfahren – Günderrodes Bildnis ist Teil der Porträtgalerie „Gesichter“ in der Bürgerstadt der neuen Dauerausstellung Frankfurt Einst?.

Noch weitere „Gesichter“ der Bürgerstadt  finden Sie auf der Seite Frankfurter Frauenzimmer: Die Stifterin und Frauenrechtlerin Anna Edinger, geb. Goldschmidt (1863-1929), die Frauenrechtlerin und Sozialpolitikerin Meta Quarck-Hammerschlag, (1864-1954), die Gewerkschafterin und Journalistin Tony Sender, (1888-1964) sowie die Ärztin und Sozialpolitikerin Herta Riese, (1892-1981). Auch Hanna Bekker vom Rath (1893-1983), die Sammlerin, Künstlerin und Mäzenin sowie die Architektin Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000).

 

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