Ausstellen Eröffnen

„Je mehr ich davon sehe, desto weniger kann ich in den Supermarkt gehen.“

von Tanja Götzhmf_karstenBott_2017

Mein Name ist Tanja und ich absolviere gerade ein Praktikum in der Öffentlichkeitsarbeit. Mittlerweile ist es meine dritte Woche, mit vielen, interessanten Einblicken. Praktikantin im Historischen Museum zu sein, bringt definitiv einige Vorteile mit sich. Zu Zeiten des ultimativen Hochbetriebes hier im Hause, wenn jeder seinen Tätigkeiten für die große Eröffnung am 7./8. Oktober nachgeht, ist es ein Leichtes, Künstlern und Kuratoren auf die Schulter zu tippen und ihnen einige Fragen über ihre Arbeit hier im Museum zu stellen. Ich traf den in Frankfurt geborenen Künstler Karsten Bott, während er gerade im Studierzimmer in Frankfurt Einst? vor einem 45-Fächer-Regal die letzten Gegenstände an ihren Platz sortierte.

historisches-museum-frankfurt-Karsten Bott

Karsten Bott ist ein Sammler. Er ist der Herr über ein ganzes Lager voll aus Dingen und Schrott, verpackt in vielen, vielen Bananenkisten. Dagegen sieht seine Wohnung recht improvisiert aus, erzählte er mir. Einige mögen sagen: „Das ist doch nur Müll im Regal!“. Warum sollte ich das sehen wollen? Ich kann doch genauso gut in den Keller meiner Großmutter gehen. Schaut man näher hin, wird man die Systematik bemerken, die Bott anstrebt. Kein Objekt steht irgendwo. Nein, vielmehr sind sie Teil einer Art „Puppenstube“, in denen die Dinge interagieren. Groß steht gegen klein, alt neben modern. Die Zeit spielt in Botts Arbeiten keine Rolle. In vielen alltäglichen Objekten sieht man die Qualität und das Potential der Dinge, die uns etwas über das Leben ihrer früheren Besitzer preisgeben vermögen. Wie das Ticket eines Fahrgeschäfts, welches mir der Künstler zeigt, auf diesem ein Besucher das Datum 16. Mai 1964 vermerkt hat. Viele Dinge von Karsten Bott sind genauso alt, andere sogar noch älter. Einige Dinge nutze ich täglich, andere kommen mir merklich fremd vor. Gemeinsamkeiten haben diese alltäglichen Dinge doch alle: Sie sind Produkte unserer menschlichen Kultur. Objekte unserer Bedürfnisse, Erinnerungsstücke an den Alltag der Vergangenheit. Im Regal sieht man ein ganzes menschliches Leben.

Ab 7. Oktober könnt Ihr Euch selbst ein Bild davon machen: Das Regal steht im Studierzimmer der Dauerausstellung Frankfurt Einst?

historisches museum frankfurt: Karsten Bott im Detail: . Das Fach: Badezimmer, Kosmetik, Hygiene

0 Kommentare zu “„Je mehr ich davon sehe, desto weniger kann ich in den Supermarkt gehen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.