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Mehr Grün als Grau?

Nun ist alles wieder grau in grau, und das erinnert mich daran, dass ich noch einen Beitrag über die letzte Sequenz in der Ausstellung Frankfurter Gartenlust schreiben wollte. Hier stand die Frage: „Ist Frankfurt eine grüne Stadt?“ Unter Ja und Nein konnten die Besucher*innen Klebepunkte verteilen und Kommentare auf die grünen oder grauen Klebepunkte schreiben. Wie wurden die Punkte verteilt und gab es mehr grün als grau, wie es das Bild aus der Anfangszeit vermuten lässt?

Blick auf eine Wand mit vielen grünen und grauen runden Aufklebern
historisches museum frankfurt: Abstimmung in der Frankfurter Gartenlust, Foto: H. Ziegenfusz

Es gibt viele unterschiedliche partizipative Praktiken, die wir am Haus umsetzen.  Die Klebepunkte sind ein Beispiel für ein niedrigschwelliges Angebot, das, so die Erfahrung, auch gerne mal genutzt wird. Ergänzt durch die Möglichkeit, einen Kommentar aufzuschreiben und so mit allen zu teilen, kann hier ein Austausch stattfinden. Unsere Idealvorstellung war, dass hier vor Ort die Besucher*innen miteinander in den Austausch treten können.

Die Frage: ist Frankfurt eine grüne Stadt? schwang schon ganze Zeit in der Ausstellung mit – wir sahen ja sozusagen dem Grün beim Wachsen zu. Im letzten Raum, „Geteilte Flächen oder umkämpfter Raum?“ ging es um die engen Flächen in der Stadt, um Wünsche und Anforderungen der Stadtbevölkerung,  um Stadt- und Parkplanung. Es wurde einmal mehr offensichtlich: es ist sehr eng in der Stadt und es gibt viele widerstreitende Interessen. Ideen und Wünsche der Bevölkerung müssen von der Stadt aktiv und mit langem Atem eingefordert werden, um überhaupt eine Chance zu haben.

Die Wand wuchs von Tag zu Tag und: wir mussten die grünen Klebepunkte nachbestellen. Doch ging die Tendenz wirklich so eindeutig hin zur Aussage, Frankfurt ist eine grüne Stadt?

Wenn man genauer hinschaute, dann bekam das Grün am Ende einige graue Flecken. Und die die Kommentare auf den Punkten waren dann doch etwas differenzierter  – also nicht immer ganz eindeutig für die jeweilige Farbe. In einem Kommentar wird das gut zusammengefasst: „Auf einem guten Weg“, heißt es das auf einem grünen Punkt.

Der Kommentar auf dem grauen Punkt, „Das Grün muss man oft erst finden. Der Verkehr lenkt sehr davon ab“ gibt eine treffende Alltagsbeobachtung wieder.

Und im Besucher*innenbuch gab es zum Schluss gewissermaßen noch eine Handlungsanleitung: „Autos raus, Bäume rein“.

Dem können wir uns nur anschließen!

Text: man bekommt Lust, die eigen Stadt noch grüner zu gestalten. Autos raus, Bäume rein! Weniger versiegelte Flächen, begrünte Hochhäuser (vertical gardening)
historisches museum frankfurt: Aus dem Besucherbuch der Frankfurter Gartenlust

Apropos Nachhaltigkeit: die Ausstellung ist schon längst wieder umgebaut und am 9. Dezember wird die Ausstellung Frankfurt und der Nationalsozialismus. Eine Stadt macht mit eröffnet.

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