Neudenken + Entwerfen

Digitale Museumspraxis #7 – Users wanted!

Das Museumsportal ist das Dach, unter dem alle zukünftigen digitalen Angebote zusammengeführt werden. Es ist die vielseitige Webpräsenz des Museums, die das neue Haus in Inhalt und Funktionsweise widerspiegeln soll. Analog zur Ausrichtung des HMF als Ganzes, soll auch mit dem Portal mehr als nur ein Ort der Information und Wissensvermittlung geschaffen werden; es gilt, einen anregenden virtuellen Ort des Austauschs und der Vernetzung entstehen zu lassen, der zur aktiven Mitgestaltung des Museums einlädt.

So die Theorie… Ein erster Bestandteil davon wird nun bald online gehen: Anfang 2017 launchen wir die neue Museumswebsite. Über ein Jahr lang haben verschiedene Kolleg/innen, Gestalter und Medienplaner daran gearbeitet. Als Vermittlungsstelle zwischen den Beteiligten habe ich vor allem die wahnsinnige Koordination und Kommunikation miterlebt, die in so einem Projekt steckt. Mittlerweile haben wir wie Architektinnen die Struktur der Website gebaut und mit Inhalten befüllt. Wir haben versucht den Styleguide der Gestalter umzusetzen und immer wieder bei den Entwicklern die benötigten Elemente angefragt und ausprobiert. Viele kleinteilige „Nodes“ später stehen wir vor einem Prototyp, der bereit ist von Test-Usern benutzt zu werden! Denn wir sehen nur noch Puzzleteile und brauchen dringend andere Perspektiven. Die Zeit ist reif für Usability.

Einen Teil der Tests lassen wir von einem externen Anbieter machen. Dabei wird vor allem die Barrierefreiheit der Website im Fokus stehen. Zusätzlich wollen wir aber auch mit Usability-Tests hier in Frankfurt arbeiten. Dafür laden wir am Dienstag, 15.11.2016 verschiedene User ein, sich 15 Minuten lang durch die Website zu klicken und dabei ihr Feedback zu geben. Wie funktioniert die Navigation? Sind die Inhalte logisch strukturiert? Ist die Gestaltung übersichtlich? Wer spontan Lust hat, ist herzlich eingeladen noch teilzunehmen – we want you for Test-User! Einfach per Mail an Franziska.Mucha(at)stadt-frankfurt.de anmelden oder unten einen Kommentar schreiben. Wir sind gespannt, was wir lernen und erleben werden bei den Tests. Alle Ergebnisse werden dann Ende November in einer Feedback-Runde mit Gestaltern, Programmierern und Museumskolleg/innen ins Projekt zurückgetragen und hoffentlich dazu beitragen, dass wir die eingangs formulierten Ansprüche auch wirklich erfüllen!

2 Kommentare

  1. Karl-Heinz Steiner

    Dazu eine aktuelle Meldung – Dezember 2016 – aus Nürnberg.

    Zitat:

    Zur Eintrittskarte in die neue Dauerschau „Krone – Macht – Geschichte“ im Nürnberger Stadtmuseum im Fembohaus wird dem Besucher ein Tablet-PC samt Kopfhörer überreicht. Mehr als 300 Filme sind darauf hinterlegt, Persönlichkeiten der Nürnberger Stadtgeschichte erzählen Wissenswertes aus ihrer Epoche.

    „Solch ein Vermittlungssystem ist in Deutschland einmalig“, sagt Matthias Kutsch aus Erlangen, der in Berlin Museologie lehrt, und betont: „Die Erwartungshaltung der Besucher in Museen hat sich verändert. Ihr Anspruch lautet: Wissensvermittlung mit Unterhaltung“

    Dazu die Fragen:

    Verleihen eines Tablet-PC durch das Museum?

    Der Königsweg oder besser nur die passende „APP“ plus „Free Wifi“ für ein mitgebrachtes Gerät – Smartphone/Tablet-PC – anbieten?

  2. Franziska Mucha

    Lieber Herr Steiner,

    bitte entschuldigen Sie die verspätete Antwort!
    Aber sie kommt: obwohl die Mehrheit der Deutschen mittlerweile mit einem mobilen Gerät im Internet unterwegs ist (66% laut ARD/ZDF Onlinestudie http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/), sind die Downloadzahlen von Museumsapp immer noch eher gering – das Leihgerät sticht die Version fürs eigene Gerät meist aus. Das kann verschiedene Gründe haben: z.B. kein freies Wifi im Museum oder kein Speicherplatz für eine App, die nach dem Museumsbesuch überflüssig ist. Viele Apps sind in Wirklichkeit auch die alten Audioguides in neuem Design und damit nicht besonders attraktiv oder innovativ für App-Nutzer. Und vermutlich besitzt der/die regelmäßige Kulturnutzer/in (ca.10% der Deutschen) auch seltener ein mobiles Endgerät als Nicht-Besucher/innen…

    Bei Ihrem Beispiel ist das Leihgerät sicher die bessere Wahl: Eine App mit 300 Filmen würde zuviel Speicherplatz auf einem Besuchersmartphone beanspruchen und der größere Bildschirm spricht auch für das Tablet.

    Bei anderen Inhalten wären aber auch Hybrid-Lösungen denkbar: z.B. werden wir unsere Multimedia-Guide als Web-App umsetzen, d.h. die Tour durchs Museum kann über den Browser wie eine Webseite besucht werden. Der Vorteil ist, dass Besucher/innen nichts herunterladen müssen. Um eine funktionierende Tour zu ermöglichen, müssen wir allerdings ein stabiles Wlan im ganzen Gebäudeensemble anbieten. Zusätzlich bieten wir auch Leihgeräte mit der selben App an. Mit der Eröffnung des neuen Ausstellungshaus im Herbst 2017 werden beide Angebote dann testbar sein und wir können selbst ein bisschen Statistik führen über das Nutzungsverhalten der Besucher/innen!

    Was meinen Sie?

    Beste Grüße,
    Franziska Mucha

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