Das Ende des Jahres naht

Wir haben natürlich auch einige Objekte zum Thema Weihnachten in unserer Sammlung. Neben zahlreichen Kalendern, Tellern, Gemälden… klingt das Rezeptblatt “Es duftet schon wie Weihnacht” des Mondamin-Beratungsdienstes aus den 1950-60er Jahren doch sehr interessant. Auf ganz andere Weihnachten verweist das Textplakat aus dem Ersten Weltkrieg: hier rief die Kriegsfürsorge dazu auf, Wollsachen, Lebensmittel, Tabak, Zigarren und Zigaretten zu spenden, um damit Familie zu untestützen, die einen Angehörigen im Kriegsdienst hatten.


Ganz entzückend finden wir den Tannenbaum für Puppen, hat er doch alles, was ein Baum so braucht: Grün, Lametta und Kugeln. Vielleicht fehlen noch die Kerzen. Auf alle Fälle verweist er auf eher üppige Weihnachten, wenn schon Puppen einen eigenen Baum bekommen.

Eine schöne Stimmung verbreitet das Aquarell des Frankfurter Künstlers Kurt Thorandt: der Weihnachtsmarkt am Römer verbreitet eine beschauliche Atmosphäre – anders, als wir sie heute kennen. Zu sehen sind Stände vor der Nikolaikirche und ein nicht ganz so gut besuchter Römerberg. Als Entstehungsjahr ist 1949 angegeben – so kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und der Zeit des Nationalsozialismus lag die Altstadt allerdings noch in Trümmern und der Weihnachtsmarkt fand an wechselnden Orten statt.

Auf alle Fälle: Schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr – wir freuen uns, wenn Sie uns auch 2012 als Leser_innen gewogen bleiben.

Bunte Weihnachten – Die Weihnachtsfeier des historischen museums

Ein Weihnachtstraum: Noch vor den Weihnachtstagen hatte die Belgeschaft des Museums bei der Museumsweihnachtsfeier die Gelegenheit, die eigenen Geschenke mit handgeschöpftem Papier, Schmuckstücken oder eigenhändig gestalteten Weihnachtskarten zu vergolden.

Bei der gestrigen Weihnachtsfeier der museumsfamilie (hmf, kmf, cmf) im kinder museum frankfurt konnte nämlich nicht nur die neue Blutsaugerausstellung besichtigt werden, sondern neben dem leckeren Buffet in den Werkstätten des kinder museums sogar gebastelt werden.

In der Druckwerkstatt ging es hoch her: Wie bedruckt man Karten? Es ist eigentlich ganz einfach - Gutenberg hat es vorgemacht:

Spruch ausdenken, Buchstaben suchen und richtig (falsch-spiegelverkehrt) herum hinlegen, befestigen, einfärben, walzen, trocknen und freuen!

Wir wünschen allen eine schöne (Vor)weihnachtszeit !

 

Lauter kleine Adler

In den 1920er Jahren ließ Ernst May im Rahmen der Stadtmodernisierung nicht nur Wohnsiedlungen bauen, sondern sorgte auch für ein neues, modernes Erscheinungsbild der Stadt. So sollte auch der Frankfurter Adler verjüngt werden. Der Graphiker Hans Leistikow, der May in seinem Wohnbauprogramm etwa mit Farbkonzepten unterstützte, legte für den neuen Frankfurter Adler mehrere Entwürfe vor. Diese sahen ganz anders aus als seine Vorgänger – etwas reduziert, wie ein “gerupfter Spatz”, meinte damals die Presse, wie das Kulturportal der Stadt Frankfurt zu berichten weiß.  Der Spatz sorgte deshalb für Unruhe, gar einen Skandal in der Stadt.

Bei uns im Depot liegen die Stempel von Leistikow schön verpackt in einer Schachtel. Für den Zeitstrahl in Frankfurt Einst? sollen sie wieder hervorgeholt werden. Das zerissene Papier deutet darauf hin, dass sie auch wirklich genutzt wurden – allerdings nur bis 1933. Die Nationalsozialisten verbannten die Stempel von Leistikow in die Schublade. Es wurde wieder ein neuer Adler für das Stadtwappen entworfen, der übrigens mit einigen Unterbrechungen bis heute gültig ist.

 

 

Von Fahnen zu Fahnenstangen…

Wo heute das ‘Transpi’, war damals die Fahne!
Und wo eine Fahne ist, ist auch eine Fahnenstange nicht weit! Und jede hat eine eigene Geschichte zu erzählen, vor allem über Frankfurt und die Frankfurter/innen, welche die Fahnen durch die Stadt trugen und damit ihre Meinung und ihre Interessen sichtbar machten.
Schon das Aussehen verrät viel darüber, wer mit wem in der Stadtgesellschaft gut zusammen leben und feiern konnte!
Ob Frankfurter/innen mit den Kaisern feiernd im 18. Jahrhundert oder Bornheimer Männer im Gesangsverein um 1900 - sie alle haben Fahnen… Und häufig ganz aufwendige mit lackiertem Holz, buntem Textil und Medaillen …

Gutenberg auf Youtube

Johannes Gutenberg hat die Welt revolutioniert: er ist der Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern. Über Jahrhunderte beeinflusste er dadurch die Drucktechniken. Ein frühes Buch, dass auf diese Art und Weise gedruckt wurde, ist die sogenannte Gutenberg-Bibel. Sie wurde auf der Buchmesse in Frankfurt gehandelt. Noch heute wird ein Exemplar der Bibel in der Stadtbibliothek aufbewahrt. Wir überlegen, wie wir Gutenberg künftig in Frankfurt Einst? würdigen können. Da schauen wir schon einmal nach links und rechts.

Auf youtube machen die history teachers vor, wie man Geschichte auch vermitteln kann – oder zumindest den Einstieg erleichtert:

 

Sehenswert sind auch die anderen Videos – sehr originell und charmant!

Ein kleiner Abschied

Die Kollegin Ursula Kern tritt nun, wie es im Behördendeutsch so schön heisst, die passive Phase der Altersteilzeit an.  Schon seit 1986 hat sie im historischen museum frankfurt gewirkt und vieles bewirkt: als langjährige Leiterin des Kindermuseums, das sie nach einer längeren Schließung neu organisiert und ausgerichtet, als Konservatorin von vielen Sammlungsbeständen, wie Gemälde, Grafik, Möbel und Spielzeug sowie als Kuratorin  zahlreicher Ausstellungen – um nur einige ihrer Tätigkeiten zu nennen.

 

Ihre Ausstellungen rückten oftmals Themen ins Zentrum, die vorher nicht beachtet wurden. Den Auftakt bildete gewissermaßen ein Zirkuszelt, das Ursula Kern für eine Ausstellung über den Zirkus kurzerhand in die Museumsräume stellte.  Große Aufmerksamkeit bekamen “Frankfurter Kinderleben um 1900″ oder Blickwechsel. Frankfurter Frauenzimmer um 1800, eine Ausstellung, die 2007 erstmals die Frankfurterinnen ins Zentrum stellte. Übrig geblieben von der Ausstellung ist neben dem schönen Katalog etwa die Website Frankfurter Frauenzimmer.

Zum Glück kehrt sie dem Museum nicht ganz den Rücken: Ursula Kern ist weiterhin intensiv bei den Vorbereitungen des Sammler- und Stiftermuseums beteiligt. Das ist auch gut so, wir würden sie sonst zu sehr vermissen!

Zum vorläufigen Abschied gab es ein musée sentimental d’Ursula Kern – natürlich in Form des Betonbaus…

 

 

Der Main vereist…

Der vereiste Main ist seit Jahrhunderten beliebtes Motiv für Künstler und (Hobby-)Fotografen!
Schlittschuhläufer, Fahrradfahrer, Spaziergänger, Familien, Verkäufer und Kinder nutzten die ‘Eiszeit’ zur ‘Auszeit’. So wurde der Main zur spektakulären Vergnügungsfläche in den kalten Dezember- und Januarwochen.
Eindrücke und Informationen über das Main-Eis wird es in den Ausstellungsräumen des historischen museums im Rententurm ab Frühjahr 2012 geben.
Dazu werden gerade die Fotobestände des Museums gesichtet. Einige spannende Einblicke aus dem frühen 20. Jahrhundert sind schon hier zu sehen…