Wenn ein Team mal abtaucht

dann ist das bei uns nicht so sehr mit Urlaub verbunden, sondern zumeist mit Arbeit: das Frankfurt Einst?-Team war in den letzten Monaten eigentlich gar nicht so richtig ansprechbar, das wir alle fleissig am Texte schreiben waren.

Die Ausstellung wird neben medialen Zugängen eine ganz klassische „analoge“ Ebene haben. Wir haben dafür verschiedene Textebenen entwickelt – für jeden Bedarf sollte etwas dabei sein. Die Besucherin kann sich entscheiden zwischen Bereichs- oder Thementexten, kurzen oder langen Objektlegenden. Über jeden Text steht immer eine knappe Zusammenfassung in ein oder zwei Sätzen. Und jeder längere Text fasst im ersten Absatz das Wichtigste zusammen, und ist eher in einer einfachen Sprache gehalten. Auch wenn manches Objekt nur ein klitzekleines Schild bekommt, so sind über 450 komplette Manuskriptseiten zusammen gekommen – aber es geht auch um knapp 4000 Objekte!

historisches museum frankfurt: signaletik im MuCem, Marseille

Die wichtigste Frage ist natürlich: Wie schreiben wir? Wir haben uns im Vorfeld mit vielen Möglichkeiten auseinandergesetzt – denn wer liest eigentlich die Texte? Welches Sprachniveau ist vorhanden? Und welchen Inhalt will man überhaupt unterbringen? Letztendlich wurde um jeden Buchstaben bzw. um jedes Zeichen gekämpft, denn wir hatten sehr klare Vorgaben von unseren Grafikerinnen, den gardeners. Und immer wieder ist es erstaunlich zu erfahren, das es geht, auch mit wenig Text viel auszudrücken – freilich muss man sich oft von manchen Aspekten verabschieden. Zum Glück wird es noch einen Multimedia-Guide geben!

Damit die Texte auch gut zu lesen sind, gab es mehrere Redaktionsrunden. Von Anfang an stand auch fest, dass alle Texte auch ins Englische übersetzt werden – für die vielen ausländischen Besucherinnen. Auch hier haben wir die Übersetzungen nochmals querlesen lassen. Denn schließlich ist ja nicht jede Besucherin aus dem Ausland ein „native speaker“ aus Großbritannien oder den Vereinigten Staaten oder so.

Nun ist der letzte Rest bei der Übersetzung, dann bei der Grafik-Agentur und irgendwann sind die Schilder und Tafeln fertig und hängen in der Ausstellung.

Auf alle Fälle war es wirklich schön, sich wieder so intensiv mit den Objekten und den Inhalten, die sie transportieren, beschäftigen zu können – das kommt ja manchmal leider zu kurz!

historisches museum frankfurt: Buchstaben

Lesetipp zum Schluss: immer wieder hilfreich: der Überblick von Tanja Praske über die wichtigste Nebensache im Museum.

 

Digitale Museumspraxis #6 – Apps, Apps, Apps

Kurz vor dem Abflug in die Sommerferien kommt hier noch ein schneller Beitrag zur Blogparade #appinsmuseum: Wie sähe die perfekte Museums-App aus? Die Frage stellen wir uns im Historischen Museum auch schon seit einiger Zeit und lassen keine Chance ungenutzt, um eigene Praxiserfahrungen zu sammeln:

  • Mit einer nativen Guide-App zur Stadtlabor unterwegs Ausstellung in den Wallanlagen wollten wir der 24/7 öffentlich zugänglichen Ausstellung ein ebenso ubiquitäres Vermittlungsinstrument an die Seite stellen.
  • Aktuell arbeiten wir an einem Kooperationsprojekt mit dem Jüdischen Museum, in dem es um Unsichtbare Orte in der Stadt geht.
  • Und mit der Eröffnung der neuen Museumsgebäude möchten wir auch einen neuen Multimedia-Guide entwickeln, der verschiedene Themenspuren quer durchs Haus anbietet. Für die erste Themenspur haben wir bereits im Projekt „Sammlungen diverser Neu-Sichtungen historischer Objekte“ tolle Inhalte gesammelt, im Herbst geht’s an die technische Realisierung.

Für alle Projekte sind (Web-)App-basierte Lösungen umgesetzt oder vorgesehen und wir werden hier, wie alle anderen auch, mit den vielfältig beschriebenen Vor- und Nachteilen des Mediums arbeiten müssen. An dieser Stelle setzt oft das Vergleichen und Abwägen ein und am Ende hat man immer das Gefühl, einen faulen Kompromiss geschlossen zu haben. Aber genau hier möchte ich heute mal innehalten, das neue Werkzeug „App“ im Toolkit des Museums willkommen heißen und den Fokus auf die perfekten Fälle für eine App lenken:

  1. Museumsmitarbeiter/innen! I know, so war das nicht gemeint, aber wir schreiben gefühlt eine Million Emails am Tag, vielleicht könnten Slack & Co vielen Kolleg/innen den Kommunikationsalltag erleichtern? Ganz neidisch habe ich kürzlich auch die Qlaqs-Zeiterfassung meiner Kollegin bewundert, grade im Querschnittsarbeitsfeld Museum wäre jede Hilfestellung zur Arbeitsorganisation ein Segen!
  2. Für Blinde und Sehbehinderte wird immer öfter das eigene Smartphone zum zentralen Hilfsmittel im Alltag. Hier würden Museumsapps mit audiodeskriptiven Tonspuren und spezifischen Angeboten sicher aktive Nutzung erfahren!
  3. „Wie mit einer Wanderkarte können Sie sich so durch die verwinkelten Gänge dieses Bauwerks mit seiner über 800 jährigen Geschichte treiben lassen.“ Navigationshilfe in komplizierten Museumsbauten wäre wirklich ein Traum und würde uns und den Besucher/innen so viel Ärger ersparen, wenn die In-House-Navigation nur endlich weiterentwickelt würde…
  4. Museumsbesucher/innen wollen immer individueller und persönlicher mit Inhalten und Wissen versorgt werden. Dafür ist eine Chatmöglichkeit natürlich grandios, alle Fragen können gestellt werden und die Antworten setzen genau dort an, wo der Fragende steht. Ask hat da wirklich einen neuen Weg beschritten! Folgen jetzt die Chatbots nach?
  5. Für Inhalte, die nicht in Stein gemeißelt sind, sondern prozessual und partizipativ entwickelt werden, sind erweiterbare (Web-)Apps ein tolles Medium, um wortwörtliche Vielstimmigkeit im Museum zu ermöglichen.
  6. Wann immer es nicht ins Museum, sondern raus geht und Leihgeräte keine Option sind.
  7. „I wanna have control“ – Apps sind grandios, um Daten über den Museumsbesuch zu sammeln.

Und die Liste könnte noch ewig so weitergehen, denn perfekte Einzelfälle mit spezifischen Anforderungen gibt es viele. Da fragt man sich doch: Brauchen wir einfach weniger Wollmilchsau und mehr Rhönquellschnecke, wenn es um Museumsapps geht? Mein Zwischenfazit zur perfekten App: Reduktion!

Viele verschiedene Apps_hmf Wir sind schon auf den Audioguide gespannt_hmf

 

Bergfest! Halbzeit! Und weiter geht’s mit unserem Stadt- und Kulturtrip durch Frankfurt bei der Sommertour 2016

Seit Ende Juni sind wir jetzt mit der Sommertour in Frankfurt unterwegs und erkunden mit den unterschiedlichsten Methoden, Veranstaltungen und Akteuren die Stadt. 21 Aktionen an 17 Tagen liegen hinter uns. 21 Aktionen stehen noch an. Was haben wir bis jetzt erfahren? Mit wem waren wir wo unterwegs? Wo fange ich bloß an?

Als Anreiz für den ersten Rückblick dient natürlich auch die schöne Frage von Tanja Praske: Was ist dein Kulturtrip für mich im Sommer?

Ein kleiner Schwank aus der Sommertour

  1. Juni, 10Uhr, Treffpunkt: vor dem historischen Museum Frankfurt.

Sechs Stunden wandern wir mit dem Künstler Kai Söltner durch Frankfurt und nehmen dabei 30 Ortsproben mit. Vom Römer, Kunstverein, meinem Geburtsort, einem Bananenblatt aus dem Nizzagarten, dem ersten besetzten Haus in Frankfurt in der Eppsteiner Straße 47, einem brasilianischen Supermarkt, Goethes Geburtshaus, Frankfurter Börse und viele Weitere. Ein verrückter Spaziergang mit einer noch verrückteren Weiterverarbeitung. Was aus den Proben entstanden ist und was wir daraus über Frankfurt gelernt haben, kann hier detailliert nachgelesen werden.

  1. Juli, 18Uhr. Treffpunkt: Willy-Brandt Platz vor dem Eurozeichen.

Maximale Teilnehmerzahl 25 Personen. Wir treffen uns mit frankfurt postkolonial  für den Stadtrundgang Frankfurt´s Colonial Amnesia. Wir ziehen los mit 40 Teilnehmer/innen! Ein interessanter Austausch entsteht. Wir bleiben stehen, diskutieren und lernen viel über lokale Frankfurter Spuren der deutschen Kolonialgeschichte. Wir enden am Kindermuseum und diskutieren über den Umgang mit dem dortigen Kolonialwarenladen.

  1. Juli, 18:30Uhr. Treffpunkt: Campus Bockenheim.

Die Projektleiterin spricht ins Mikrofon, dann ich, danach Jörg Thums von red park. Tatattaa. Die Sommertour ist nun offiziell eröffnet und die ersten Anspannungen lösen sich in meinem Körper. red park performt an diesem Abend mit ihrer ersten GPS Bar (Konspirieren 1) – agitieren & propagieren. Bei Lavendelwodka & Pommes kann dem kritischen Geist der Frankfurter Schule auf dem ehemaligen Campus Bockenheim nachgespürt werden. Die zweite GPS Bar – konservieren & konstruieren führt uns zwei Wochen später in das Dickicht des Frankfurter Stadtwaldes. Hier fühlen wir den Protesten gegen die damalige Startbahn West des Frankfurter Flughafens nach, lauschten den Klängen des Waldes & der Soundinstallation von mõnõraïn. Drei GPS-Bars folgen noch. Wo und über welche Proteststätten? Das wird 48 Stunden vorher hier bekannt gegeben.

  1. Juli, 15 Uhr. Treffpunkt: Heimatsiedlung in Sachsenhausen.

Seit drei Stunden performen Stefanie Trojan, Barak Reiser und Snežana Golubović von TRaG mit ihrer fünftägigen Performance Stadt-Halten in der Heimatsiedlung, einer Siedlung des „Neuen Frankfurt“. Holzlatten, bemalt in Bauhausfarben werden in einer Choreografie von a nach b getragen. Unterschiedliche Figuren entstehen. Ich versuche dabei die Logik der Choreografie zu verstehen. Die Holzlatten fügen sich dabei immer wieder neu angeordnet in die Häuser- und Stadtstruktur ein. Die klare Formsprache des Funktionalismus wird deutlich. Meditativ bleibt mein Blick dabei hängen, wie sich Holz und Hauswand begegnen. Es ist 16 Uhr die Performance ist für heute beendet und geht am nächsten Tag am Bornheimer Hang weiter. Ich muss los zur nächsten Aktion an die Städelschule. Davor aber noch schnell zum Supermarkt ein paar Cracker kaufen für das, bevorstehende kollektive Forschungs-Aperitif mit dem Stadtteilhistoriker Jens-Holger Jensen.

Weiter geht´s

Noch weitere sechs Wochen, bis zum 17.9., kann im Rahmen der Sommertour mit dem Stadtlabor unterwegs Frankfurt erkundet werden. Dabei fragen wir uns zum Beispiel am kommenden Samstag: Wie klingt eigentlich Frankfurt? Am 6.8. erforschen wir mit Tine Nowak und ihrem Workshop „Geschichten der Stadt hörbar machen“ das Ostend rund um den Osthafen. Diesmal fangen wir die Stadt mit Tönen ein. Hörstücke, Feldreportagen und persönliche Berichte werden aufgezeichnet und können Ende dieses Jahres in unserer digitalen Frankfurt Karte veröffentlicht werden. Es gibt noch freie Plätze, unbedingt anmelden bis Freitag um 15 Uhr bei unserem Besucherservice unter besucherservice.historisches-museum@stadt-frankfurt.de. Los geht’s um 10.00 Uhr im Institut für Neue Medien.

Wer Lust hat, aber schon verplant ist, kann am 10. September in Bockenheim mit Tine Nowak bei einem weiteren Workshop auditiv die Stadt erkunden.
Das weitere Programm der Sommertour 2016 – Stadtlabor unterwegs mit vielen Aktionen zum mit machen oder einfach nur berieseln lassen gibt es hier, sowie regelmäßige Berichterstattungen.

So Tanja, auf nach Frankfurt, oder?

 

Digitale Museumspraxis #5 – wir sind live!

Nach fünf Monaten mit Beiträgen zu Orga und Theorie gibt’s im Juli endlich was Praktisches zu berichten: wir haben ein neues Format ausprobiert! „ich sehe was, was du“ ist ein WhatsApp-Liveticker, der literarische Stadterkundung mit der digitalen Welt kombiniert. Das Experiment fand am 31. Juli 2016 als Teil der Stadtlabor unterwegs Sommertour statt und basierte auf dem Konzept von Lena Vöcklinghaus. Es war ein grandioses Testfeld, um Fragen zur digitalen Museumspraxis mit der Realität abzugleichen: Wo treffen sich das Museum und der digitale Flaneur? Welche technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind zu klären? Welche Mobilisierungsmaßnahmen sind notwendig und wen erreichen wir damit? Gute 48 Stunden später haben wir einige Antworten gefunden, viele neue Fragen gesammelt und ein erstes Resümee parat…

WhatsApp ohne Drittanbieter braucht viel Arbeitseinsatz und ein bisschen Kreativität
Für unseren einmaligen Testballon haben wir keinen Drittanbieter engagiert, sondern selbst mit einem handelsüblichen WhatsApp-Profil die technische Umsetzung geleistet. Dazu braucht es nur ein mobiles und internetfähiges Endgerät auf der die App installiert wird…und viel Arbeitszeit. Im Vorfeld konnten sich interessierte Mitleser/innen per WhatsApp-Nachricht für den Liveticker bei uns anmelden. Die Betreuung und Verwaltung der Anmeldungen wurde ungefähr eine Woche vor der Veranstaltung richtig intensiv. Während die Autoren dann am 31.7. durch die Stadt spazierten und sich in einer privaten WhatsApp-Gruppe austauschten, kopierten wir ihre Nachrichten aus der Gruppe in eine Broadcast-Liste und schickten sie als Liveticker an alle Interessierten direkt weiter. Für Nicht-WhatsApp-User wurde der Autoren-Chat gleichzeitig mit Screenshots auf dem Projektblog veröffentlicht. Dank WhatsApp Web und drei menschlichen Schnittstellen mit unterschiedlichen Aufgaben (Kontaktmanagement, Blog-Screenshots und WhatsApp-Liste) beschränkte sich der technische Aufwand am Ende aufs saubere Kopieren und Einfügen.

Hohe Anmeldezahlen als Vertrauensbeweis für die Institution „Museum“?
Insgesamt haben sich 124 WhatsApp-User für den Liveticker angemeldet. Diese Teilnehmerzahl hat alle unsere Erwartungen übertroffen und die Ängste vor dem abschreckenden Anmeldungsverfahren verdrängt. Es scheint, dass die Anmeldung zu institutionellen Nachrichten-Messengern schon viel stärker im User-Alltag angekommen ist als gedacht. Die Neugier am neuen Konzept war sicher auch ausschlaggebend für den Erfolg. Die hohen Anmeldezahlen könnten aber auch als Vertrauensbeweis für die Institution „Museum“ gelesen werden: dort wo Kulturgut gesammelt wird, ist meine private Handynummer auch in sicheren Händen. Was mich direkt zum nächsten Themenfeld führt…

Double-Opt-In-und-Out aka Datenschutz
Die Sammlung der WhatsApp-Kontakte für den Liveticker muss mit dem Datenschutz abgestimmt werden. Es muss sichergestellt sein, dass die User sich selbst angemeldet haben, was mit einer Bestätigungsnachricht „start“ oder „live“ verifiziert werden kann. Und die User müssen auch wissen, mit welcher Abmeldenachricht sie den Liveticker wieder abbestellen können. An dieser Stelle merci vielmals für die proaktive Unterstützung an Angelika Schoder!

Wen haben wir erreicht?
Das Konzept hat ganz verschiedene Gruppen angesprochen: Literaturfans, Frankfurter/innen, Stadtlaborant/innen, Kolleg/innen von nah und fern. Wir haben über die verschiedenen Netzwerke der Beteiligten für den Liveticker geworben und überraschend viel „earned media“ erhalten (gibt es zum Nachlesen z.B. hier, hier). Die Mobilisierungsmaßnahmen waren damit fürs Museum weniger aufwendig als anfangs antizipiert.

WhatsApp, das Museum und der digitale Flaneur
Und dann waren wir plötzlich live! Und während in meiner WG-Küche das Nachrichten-Verteilen ganz reibungslos vonstatten ging, beobachteten wir, dass die Autoren nur langsam vom Fleck kamen. Wir entdeckten auch die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen WhatsApp-Funktionen: In der Gruppe kamen die Autoren vor lauter Gespräch und Austausch kaum dazu, die Stadt zu erkunden. Und in der Broadcast-Liste kommunizierten wir mit den Usern wie in einer Einbahnstraße, so dass nur im Ausnahmefall ein Gespräch entstand. Damit erfüllten wir unser Ziel, die Stadterforschung live von zuhause aus beobachten zu können, vollkommen. Das große Interesse der Öffentlichkeit zeigt auch, dass es neben Tweetup und Instawalk ein ständiges Bedürfnis nach neuen Hybridformen der digitalen Kulturrezeption gibt. Und wir haben mit dem Liveticker erstmals die wichtige Gruppe der Messenger-User fürs Museum und die Stadtlabor unterwegs Sommertour gewinnen können. Wir sind für einige User damit sicherlich nahbarer geworden, allerdings im bequemen Konsumformat ohne besonders viel Partizipation zu ermöglichen. Alles in allem kann ich das Format für Ausnahmeveranstaltungen mit Live-Qualität und gut vernetzten Kooperationspartnern empfehlen. Aber diese Anlässe sollten in einem dialogischen Museum sorgfältig ausgewählt werden!

Backoffice-Team beim Whatsapp-Liveticker_hmf Testbild zum Whatsapp-Liveticker_hmf Autoren und die Presse beim Whatsapp-Liveticker_hmf

Rund um den Römerberg mit KULTUR together

von Denice Herfurth und Rike Adam

Die Führung „Rund um den Römerberg“ Anfang Juli 2016 fand mit Dieter Wesp im Rahmen des Projekts KULTUR together statt. Die freunde & förderer des historischen museums sind Unterstützer des Projekts, bei dem es darum geht, Neuankömmlingen die Geschichte der Stadt erklären, damit sie einen Zugang zum heutigen Frankfurt finden, die Stadt besser verstehen und ein Teil von ihr werden können. Als Praktikantinnen in der Museumkommunikation hatten wir die Möglichkeit, an der Führung teilzunehmen.

Eine bunte Gruppe aus geflüchteten Jugendlichen in Begleitung ihres Deutschlehrers, Mitglieder der freunde & förderer und einzelne Interessierte wurden an diesem späten Nachmittag von Dieter Wesp in Empfang genommen. Dieter Wesp ist zertifizierter Gästeführer der Stadt Frankfurt am Main, des historischen museums und der Industrie- und Handelskammer. Seine Führung begann am Museum und führte in einem großen Bogen einmal um das historische Stadtzentrum Frankfurts: Über den Römerberg mit dem Justitiabrunnen und hinüber zur Paulskirche, dann zum Dom und entlang dem neu errichteten Stadthaus am Markt und schließlich zurück zum Museum.

An den einzelnen Stationen erklärte Dieter Wesp in einfacher Sprache die historischen Ereignisse und die Bedeutung für die heutige Gesellschaft. Er hinterfragte viel und ließ Raum und Zeit für die Teilnehmer/innen, um untereinander einige Themen noch einmal zu klären oder zu übersetzen. Das sprachliche Niveau unter den Schülern der Deutschklasse war sehr unterschiedlich, was daran liegen mag, dass die Jungen zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten in Deutschland sind. Es zeigte sich, dass die Schüler sehr bemüht waren, sich gegenseitig bei Unklarheiten zu helfen: Diejenigen, die die deutsch schon gut sprachen und verstanden, halfen denjenigen, die noch Verständnisschwierigkeiten hatten. Auch die Mitglieder der freunde & förderer versuchten, den Schülern bei Fragen zu helfen.

Das Interesse aller Teilnehmer/innen an der Führung war groß. Viele der Anwesenden brachten sich aktiv ein, ergänzten die Aussagen von Dieter Wesp und bereicherten die Führung mit ihren persönlichen Geschichten. Auch zwischen den unterschiedlichen Teilnehmer/innen entstanden schnell Gespräche.

Im Anschluss an die Führung gab es für die Teilnehmer/innen im Museum die Gelegenheit, sich bei Erfrischungen weiter zu unterhalten. Einige der Schüler erzählten offen von ihrer Vergangenheit und antworteten geduldig auf alle Rückfragen.

Die Führung als Angebot von KULTUR together ist unserer Meinung nach eine gute Möglichkeit, die Frankfurter Stadtgeschichte auf neue Art und Weise kennen zu lernen und sich dabei auch auf einer sehr persönlichen Ebene mit anderen Teilnehmer/innen auszutauschen. Besonders interessant war es außerdem, zu beobachten, an welchen Stellen Sprachbarrieren auftauchen können und wie versucht werden kann, dafür eine Lösung zu finden.

 Altstadtmodell der Brüder Treuner, Frankfurt am Main

historisches museum frankfurt: Altstadtmodell von Hermann und Robert Treuner, 1925-1961

Can we be strangers in the house? Hosts wanted.

Should I take my shoes off? What should I bring to someone’s house the very first time I visit them? As a foreigner I don’t really know how people live in Frankfurt, and you know what else? I don’t really know too many people either, and I would really like to! Erik has been here longer but maybe he also has questions like those. He told me most of his friends are Latin Americans or speak Spanish, so there are still some things he curious about…

The Strangers in the house project is part of the Sommertour program of the Stadtlabor unterwegs this year and the historisches museum Frankfurt’s efforts to incorporate several perspectives of the city by different people. That way, people’s perspectives through our Latin American eyes will promote not only new and interesting views but also interaction among people and integration.

So to get in contact with people, learn about their stories and the many interesting things they can tell us about living in Frankfurt is the main goal of this transcultural visiting program and it fits perfectly my very own curiosity and eagerness to integrate into the city.

We already had some test experiences in Mainz and found out about how foundation memberships can help people with housing in Germany, how some people have specific family housing traditions, how German bathrooms can be beautiful, or they can have serious mold problems and how wine festivals and beauty contests can also be an interesting experience. So what else do Frankfurters have to tell us about their way of living through their own houses? If you feel like sharing with us and also having a taste of our culture and participating at a private exhibition in September, just get in touch with us at erica.deabreu@stadt-frankfurt.de and let’s all be strangers in the house!

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Lass uns zusammen Tee trinken!

„Birlikte çay içelim – Lass uns zusammen Tee trinken!“

Was machen 60 Autorinnen und Autoren der Bibliothek der Alten an einem sonnigen Samstagmittag im Historischen Museum Frankfurt? Na logo! Gemeinsam Tee trinken!

Der Bundesverand der Migrantinnen e.V. hatte zu dieser Teestunde und Projektpräsentation eingeladen. Rund 45 Frauen waren gekommen, um einen Einblick in ihre Projekte für die Bibliothek der Alten zu geben. Sie präsentierten zum Beispiel die Ausstellung „Das ABC des Bundesverbandes der Migrantinnen e. v. Ein weibliches Wörterbuch“, die Frauen aus Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Geislingen, Göppingen, Hamburg, Köln, Nürnberg, Rüsselsheim und Stuttgart erarbeitet hatten: Eine doppelsprachige (auf Türkisch und Deutsch) partizipative Ausstellung für die Bibliothek der Alten, kuratiert von Elif Çiğdem Artan anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Bundesverbandes der Migrantinnen e.V.

Neunundzwanzig Buchstaben für neunundzwanzig Begriffe. Darf man sich für einen entscheiden? Ich entscheide mich für den Buchstabe „U“: UMUT / DIE HOFFNUNG: „Wir Frauen tragen die Hoffnung in uns, denn wir bringen Leben auf die Welt. Wenn wir heute unsere Töchter und Söhne gleich behandeln, schaffen wir Hoffnung für die Frauen von morgen“.

Angela Jannelli, Kuratorin der Bibliothek der Alten, begrüßte alle Gäste und unterstrich das Potenzial des künstlerischen Erinnerungsprojekts von Sigrid Sigurdsson als Raum für Begegnungen. Im Gespräch mit Angela Jannelli skizzierte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Migrantinnen Zehra Ayyildiz die vielfältigen Aktivitäten des Verbandes und erklärte die Motivation der Frauen, eine Autorenschaft in der Bibliothek der Alten zu übernehmen. Vor allem ist es den Frauen des Verbandes wichtig, Migrationsgeschichte aus ihrer Sicht zu erzählen und den zukünftigen Generationen zu zeigen, dass soziales Engagement wichtig ist.

Zum Beitrag gehört auch ein Kurzfilm über Ziele und Aufgaben des Bundesverbands der Migrantinnen. Er wird zukünftig in der Bibliothek der Alten für alle Besucher/innen des Museums zugänglich sein.

In die Bibliothek der Alten soll auch eine CD eingehen mit Liedern des Frauenchores. 9 Frauen präsentierten am Samstag unter der Leitung von Jusuf Sönmez auf der Bühne des Sonnemann-Saals türkische und kurdische Lieder. Es wurde getanzt, geschlemmt (die Frauen hatten türkische Spezialitäten zum Tee gereicht!), diskutiert, gefragt und viel gelacht! Auf ein Wiedersehen freue ich mich schon jetzt!

historisches museum frankfurt: Tee trinken in der Bibliothek der Alten historisches museum frankfurt: Tee trinken in der Bibliothek der Alten historisches museum frankfurt: Tee trinken in der Bibliothek der Alten historisches museum frankfurt: Tee trinken in der Bibliothek der Alten historisches museum frankfurt: Tee trinken in der Bibliothek der Alten

Vor über 150 Jahren – Frankfurts Ende als freie Reichstadt

Das Königreich Preußen führte 1866 einen Krieg gegen den Deutschen Bund unter Führung des Bundesstaats Österreich. Mit dem Sieg der Preußen am 3. Juli 1866 war der Krieg entschieden.

Die preußische Avantgarde erreichte Frankfurt am 16. Juli um 19 h. Zwei Stunden später übergab das Frankfurter Linienbataillon kampflos die Hauptwache an die Sieger. Drei Tage später verlangten die Preußen eine Kontribution von 6 Mio Gulden, die tags drauf vormittags in zwölf Fäßchen mit Gold bezahlt wurde. Unmittelbar danach verlangte General Mantteuffel weiterere 25 Mio Gulden binnen 24 Stunden. Die gesetzgebende Versammlung der Stadt verweigerte die Zahlung. Die Besatzer fuhren auf dem Mühlberg 24 Kanonen auf und drohten mit Beschießung der Stadt.

Die Preußen verlangten von Bürgermeister Fellner eine Namens- und Adressliste aller Senatsmitglieder, um diese haftbar zu machen. Daraufhin erhängte sich Bürgermeister Fellner am 23. Juli spätabends in seinem Garten in der Seilerstraße. Die Beerdigung erfolgte auf Befehl der Preußen am 26. Juli um 4.30 Uhr morgens. Es erschienen zu früher Stunde 6000 Menschen. Ein Verwandter übergab dabei den Preußen eine leere Namensliste und den Strick, mit dem Fellner sich aufhängte.

Carl Constanz Victor Fellner gilt deshalb als Märtyrer der Frankfurter Freiheit. An seinem Todesort befindet sich eine Gedenkplatte. Im Bestand des Historischen Museums befinden sich sein Verlobungsring (mit Jeannette Bansa) und seine Totenmaske. Die aktuell im Sammlermuseum ausgestellte Waffensammlung Fellner ist ein Geschenk seines älteren Bruders Christian Alexander Feller an das Museum.

An die für Frankfurt traurige Epoche erinnert eine Führung im Sammlermuseum um 17 Uhr und ein Vortrag von Andreas Fahrmeir am 13.7. um 18.00 Uhr im Historischen Museum. Titel: 16.7. 1866. Frankfurt wird preußisch.

 

Totenmaske von Bürgermeister Fellner im Viertelprofil, Frankfurt am Main, getönter Gipsabguß

Totenmaske von Bürgermeister Fellner im Viertelprofil, Frankfurt am Main, getönter Gipsabguß

Lisbet Windsor zeigt die Highlights im HMF

von Elisabeth Jung

Der Kabarettist Bäppi La Belle gibt regelmäßig Führungen im historischen museum frankfurt. Dabei schlüpft er in die Rolle Ihrer Majestät Lisbet Windsor – das ist wirklich immer ein Erlebnis. Während meines Praktikums konnte ich an einer Führung teilnehmen.

Im Juni begann die Führung im Bernusgewölbe aus der Staufer Zeit. Lisbet Windsor empfing die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Führung persönlich und hieß jeden einzelnen willkommen. Von Beginn an brachte Lisbet Windsor die Besucher mit seinem hessischen Charme zum Lachen. Inhaltlich lag der Schwerpunkt der Führung auf „Fun-Facts“ und interessanten Geschichten über Frankfurt und seine Umgebung. Bäppi La Belle berichtete etwa über die Wanderkaiser, die mit ihrem gesamten Hof und Bediensteten nach Frankfurt reisten.

Besonders gut gefiel mir die starke Einbindung der Besucher in die  Führung. Ihre Majestät stellte immer wieder direkte Fragen an die Teilnehmer. Dadurch entstand ein kontinuierlicher Dialog zwischen „Bäppi“ und den Besuchern, der Funke sprang sofort über. Ein Höhepunkt der Führung waren das interaktive Stadtmodell zur Stauferzeit und die Repliken der Reichsinsignien. Hierbei nahm Lisbet besonders Rücksicht auf die jüngsten Gäste: Warum hat die Reichskrone einen so großen Umfang? Hatten die Menschen früher größere Köpfe? In der Rekonstruktion der mittelalterlichen Küche stellte uns Lisbet Windsor vor ein Rätsel: Welcher typisch-hessische Gegenstand fehlt? Natürlich handelte es sich um den Bembel und das Äppelwoi Gerippte!

Danach führte uns Lisbet ein Stockwerk höher zu den Frankfurter Altstadtmodellen. Zunächst betrachteten wir das Modell der Brüder Treuner, das die Altstadt vor der Zerstörung des Zweiten Weltkrieges zeigt. Beeindruckend – wie prachtvoll einst die Frankfurter Altstadt war! Bäppi stellte viele Bezüge zu der aktuellen Innenstadt Frankfurts auf und erklärte, welche Gebäude heute die Innenstadt prägen. Besonders spannend waren Bäppis persönliche Anekdoten aus seiner Kindheit. Wer hätte gedacht, dass der Römerberg in den 1960er Jahren ein Parkplatz war?

Die letzte Station waren die „Frankfurter Sammler und Stifter“. Die Familienspur bietet hier interaktive Elemente an. Unter anderem konnten wir eine Ritterrüstung anziehen und abschätzen, wie viel ein Ritterhelm wiegt. Besonders mit Fragen wie: Was ist das wertvollste Objekt im Raum? – gelang es Bäppi, die vollständige Aufmerksamkeit seiner Gäste zu bekommen. Jeder konnte einen Tipp abgeben, alle waren beteiligt!

Bäppis Führungen heben sich besonders ab durch seinen lebhaften und begeisternden Charakter. Neben seinen humorvollen Geschichten ist er aber auch ein kritischer Betrachter Frankfurts und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Da fällt auch mal ein Kommentar zum Ex-Bischof aus Limburg, der nach Rom zwangsversetzt wurde. Doch genau das macht seine Führung so authentisch und einmalig! Bäppi eröffnet viele unterschiedliche Perspektiven auf die Stadt am Main und es macht richtig Spaß, dabei zuzuhören.

historisches museum frankfurt: Lisbet Windsor führt während des Museumsuferfestes 2015, Foto: P. Welzel

 

Digitale Museumspraxis #4 – dear audience…

Und wieder neigt sich der Monat dem Ende zu und ich schaffe es nur knapp mein monatliches Postingpensum aufrecht zu erhalten. Dabei habe ich schon seit Anfang Juni ein ganz fantastisches Thema im Hinterkopf auf das ich, zugegebenermaßen, nicht ganz alleine gekommen bin, sondern erst durch eine Anfrage. Und die ging so:

„…ich wende mich auf diesem Wege mit einer Interviewanfrage an Sie. Ich bin über die sehr innovative ‚digitale Museumspraxis‘ der historischen Museen Frankfurt auf Sie aufmerksam geworden und würde mich sehr freuen, wenn ich Sie für ein Interview gewinnen könnte. In einer Interviewreihe befrage ich aktuell verschiedene Stakeholder, die sich mit digitaler Kulturvermittlung befassen. Dabei interessiere ich mich vor allem dafür, inwieweit Nutzer und ihre Anforderungen in Design-Projekten berücksichtigt werden, welche Methoden warum und warum gerade nicht genutzt werden.“

Vor lauter Freude über die positiven Worte habe ich sofort zugesagt und erst als der Interviewtermin  näher rückte, wurde mir der hintere Teil der Anfrage mit allen Implikationen deutlich: user-centred-design, was können wir als Museum da bieten? Und eine weitere Frage schloss sich sofort an: gibt es im Museum User oder wie nennen wir die Leute überhaupt, für die wir das alles tun? Gutgut, ich muss gar nicht so weit in die Ferne schweifen, hab ich mir die Suppe ja selbst eingebrockt als ich im ersten Blogpost von „usability“ und dem magischen Sich-Hinein-Versetzen in User schrieb. Und tatsächlich beobachte ich, dass auf Tagungen, in Workshops und Literatur immer häufiger Methoden aus der nutzerorientierten Gestaltung für die Museumsarbeit entdeckt werden:

Das Gute daran ist: endlich steht das Publikum im Mittelpunkt. „Denn Museumsmitarbeiter schätzen die Besucher und ihre Bedürfnisse fast schon notorisch falsch ein.“ (Zollberg, 1994). Das Schlechte daran ist: es ist schwierig, klar zusehen in den Begriffen, die zumeist aus dem wirtschaftlichen und gestalterischen Feld entlehnt wurden. Die Schwierigkeit besteht also darin aus dieser Methodenvielfalt sinnvolle Anwendungen zu generieren, die zum eigenen Museum passen.

In Fall des Historischen Museums können wir uns einerseits auf die partizipative Museumsarbeit stützen, die als offener Prozess und in enger Zusammenarbeit mit Ko-Kurator/innen durchgeführt wird. In Workshops mit Gruppen und Einzelpersonen testen wir gemeinsam Settings und Formate (ein Blogpost mit konkretem Beispiel folgt bald!). Als Moderatorinnen vor Ort bekommen wir so direktes Feedback zu unseren Konzepten und können das neu gewonnene Wissen sofort in den weiteren Entwicklungsprozess einspeisen. Andererseits beherbergen wir im Museum in der Mehrzahl auch Ausstellungsformate, die interessierte Besucher/innen adressieren. Hier gibt es durchaus noch Handlungsbedarf, was die Methoden der Evaluierung betrifft und wir hoffen mit der Eröffnung des Neubaus und technischem Support unsere Annahmen über das Besuchsverhalten in Zukunft besser überprüfen zu können.

Ungefähr so fiel auch mein Beitrag zum Interview am Ende aus und ich bin gespannt auf das Ergebnis: die Studierende möchte eine Guideline für den Einsatz von user-centred-design-Methoden im Kulturbereich entwickeln. Sie könnte sicher helfen, ein bisschen mehr Licht in die Sache zu bringen. Damit nun dieser Blogpost nicht die Lesegewohnheiten der User überfordert, breche ich an dieser Stelle ab und schiebe die zweite Frage nach dem grundsätzlichen Konzept vom Besucher/User/Publikum/Partizipienten/Zielgruppe in den nächsten Monat. Als Vorbereitung für uns alle kann ich bis dahin empfehlen:

Und natürlich die Gesprächsmöglichkeiten mit den User zu nutzen, die sich schon jetzt anbieten (z.B. die tollen Blogkommentare und Twittergespräche)!

Personas_Digital-Engagement-Framework_hmf_2016 Methodenkoffer_hmf_2016 Democratising-the-Museum_hmf_2016