A digital higher perspective

The participation at a conference is a great opportunity for discussing topics and collectively finding new answers, but not exclusively. It is also a place where more questions and provocations trigger more quest for knowledge and solutions. When going to the “Lost and Transformed cities: a digital perspective” conference in Lisbon on the 17th and 18th of November, Katharina Böttger and I knew that our talk was not only about presenting the new Stadtlabor Digital platform, but most definitely trying to look for some reactions. Little did we know that more interrogations, but also interesting insights would help us come back to Frankfurt with new experiences and new motivation to understand and make the best out of the experience the Historisches Museum Frankfurt and our digital curator Franziska Mucha are preparing for the visitors in 2017.

Our questions revolved the possibility of integrating the many perspectives of Frankfurters in the museum with this new digital platform. The consequences of such an endeavor are also among the inquiries that once in a while make us reflect upon new museological practices and the use of digital technologies. We were happy to present our paper in a very interesting afternoon with the main topic of virtual museums, but that also approached topics such as “gamefication” and interactive experiences in museums. We heard of some examples of other countries that, similarly to museums around Germany, are already implementing similar systems to involve its visitors. It was possible to participate at a very interesting discussion afterwards, together with the other speakers and the moderation of Lisbon Museum director Joana Sousa Monteiro.

Among the aspects worth retaining from the conference and consequently applying to our own work, some may reside in stretching even further the limits of providing places of wonder and creativity. Places where people can create freely, be activated and engaged, with the intention not only to increase their number of visits and time spent in the museum, but also making meaningful learning and empowering experiences. Another insight to be retained is the need to provoke people. In museums, the intention should be not only the transferring of knowledge but also to incite people to make decisions, whether it is by taking part in games, storytelling or other interactive activities, making a sort that the visitor’s own sense of action may be responsible for his particular and rewarding experience.

Furthermore, it’s also important to stress the need of interaction among people in the museum. Communication is one of the best ways of learning, which can be completed by the fact that knowledge is more democratic and plural when created together by people. Consequently, this dialogical approach between the museum and its public but also among the visitors, especially through participatory activities can have an impact on the museum’s relevance, affecting people’s experience of the space, the city, creating shared knowledge about a specific place, but also sense of ownership and empowerment.

The use of digital technologies was highly explored during the conference. Especially as a way of creating virtual representation of lost ancient cities, but also revealing a potential that such immersive experiences combined with the embodiment of once fully inhabited places of which today no more than archeological traces remain, are able to provide learning experiences whether it is inside museums or not. Nevertheless, the uses of such technologies were constantly questioned during the conference. What’s the role of these technologies after all?

Digital technologies and the internet as a virtual space are then instruments to reach more goals regarding the scope of action of museums, but also helping shape this creative space filled with enormous potential to connect people. It was stated nevertheless that not only by using screens and smartphones in museums, for example, it is possible to create experiences. Also by sound and other physically based activities, individuals are encouraged to explore a territory or a city; not only in museums but also in parks and other public spaces, by using Wi-Fi in and exploring an app, people can find tools that inspire them to actively participate in the decision-making process concerning the design of such places; that recorded and shared performances of occupying urban spaces are a way of rethinking and re-appropriating the city. Finally, that it is possible to use a digital platform in a museum as virtual social theater and an approach of modifying the way people perceive the city and the relevant place the museum intend to be for them. For these and many other inspirations we would like to thank the many speakers that were at the conference, hoping to meet them again and hear their new experiences whether it’s in a digital or a concrete space.

Wie man Kulturinteressierte und Follower anspricht

historisches museum frankfurt: die freunde & foerderer zu Gast bei derPresse- und Oeffentlichkeitsarbeit

„Kürzlich konnten wir von der Aufstellung der Kopie von Karl dem Großen an der Alten Brücke profitieren. Die interessierten Journalisten konnte ich darauf hinweisen, dass der „echte Karl“, nämlich die Original-Statue, bei uns steht und mit der Eröffnung des neuen Ausstellungshauses in der Dauerausstellung Frankfurt Einst? zu sehen sein wird.“

Mit diesen Worten gab Corinna Engel vor den freunden & förderern des Museums ein Beispiel ihrer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die sie seit drei Jahren verantwortet. Zu ihren klassischen Aufgaben, bei denen sie von zwei Praktikantinnen unterstützt wird, gehören Pressemitteilungen – bis Mitte November haben immerhin schon 271 davon ihr Büro verlassen –, die Organisation von Pressekonferenzen und Pressegesprächen sowie das Pflegen der Webseite mit einem Veranstaltungskalender, aus dem alle, die sich dafür interessieren, Termine entnehmen können. Die Anlässe für Presseaktivitäten sind Ausstellungseröffnungen, Vortragsveranstaltungen, besondere Aktionen wie die des „Stadtlabors unterwegs“ sowie – und dies dürfte im kommenden Jahr ein ausgesprochener Schwerpunkt für die Öffentlichkeitsarbeiterinnen sein – die Eröffnung des neuen Ausstellungshauses. Im Übrigen bezieht sich die Arbeit Corinna Engels und ihres kleinen Teams auf die gesamte Museumsfamilie, also einschließlich Kinder Museum und Porzellan Museum in Höchst. Das Caricatura Museum nimmt an den zentral koordinierten Verteilaktionen teil.

Zur Museumskommunikation gehört auch die Redaktion und – in Zusammenarbeit mit einer Grafik-Agentur – die Gestaltung von Periodika, wie das alle vier Monate erscheinende Programm, die Postkarten für Musikveranstaltungen und die Jahresgabe Aura. Natürlich muss auch ein Historisches Museum mit der Zeit gehen und zur Ansprache neuer und jüngerer Zielgruppen die Möglichkeiten der sozialen Medien nutzen. Bereits jetzt enthält die Empfänger-Datei des 14-tägigen Newsletters 2000 E-Mail-Adressen und künftig dürfte auch das neu entwickelte Online-Museumsportal mit der Möglichkeit der individuellen Kommunikation durchaus attraktiv auf jüngere „User“ wirken. Auf die Frage aus dem Kreis der freunden & förderern, ob es nicht vergeblich sei, mit dem ebenfalls eingesetzten Medium Facebook auf jüngere Besuchergruppen zu schielen, antwortete Corinna Engel mit der überaschenden Feststellung, dass von über 4200 „Followern“ auf Twitter und den 2000 „Likes“ auf Facebook die Mehrzahl zwischen 30 und 60 Jahre alt sei. Von einer in einem Arbeitskreis des Kuratoriums des Museums entwickelten Bekennerkampagne mit dem Slogan „Es ist mein Museum weil…“ und der Möglichkeit, Selfies zusammen mit einer Aussage über das Museum ins Netz zu stellen, erwartet man eine weitere kreative – und kostengünstige – Werbung für das neue Haus am Saalhof.

 

Besuch des neuen Ausstellungshauses

Wir sind ist derzeit viel auf der Museumsbaustelle unterwegs – mit Kolleginnen, mit den Gestaltern, um etwa die Farben der geplanten Dauerausstellung Frankfurt Einst? zu bestimmen oder mit dem Modellbauer, der sehen möchte, wo künftig sein Merian-Modell hängen wird. Oder wir haben beim Vorbeigehen zugeschaut, wie die Spolien an die Nordwand angebracht wurden. Hier kommen nun einige Schnapppschüsse von diesem Jahr – es sieht natürlich schon alles wieder anders aus….

 

Endspurt! „Rudi’s Bilder!“ kommen an die Wand

Die Ausstellungseröffnung rückt immer näher und der Ausstellungsaufbau ist in vollem Gange. Fast 80 Bilder wollen an die Wand gebracht werden. Dabei ist gute Planung und Vorbereitung alles. Um den Platz jedes Bildes zu bestimmen, hieß es zuerst: puzzeln! Maßstabsgetreu und mit Papier natürlich. Die gerahmten Bilder werden, um dem Hänge-Team die Arbeit zu erleichtern an die entsprechenden Abschnitte der Wand sortiert. Und dann laufen die Akku-Schrauber heiß und die Wasserwaage wird gezückt. Während das erste Bild an der Wand angebracht wird, steigt die Nervosität, bis es endlich – nach einer gefühlten Ewigkeit – seinen Platz eingenommen hat. Und Stück für Stück wird der Plan Realität.

Nachdem alle Bilder an der Wand hängen, ist es jedoch noch lange nicht vorbei mit den Vorbereitungen! Ein Sockel für eine Büste muss noch her und für das richtige Licht muss auch noch gesorgt werden. Es sind viele große Kleinigkeiten, die das Gesamtpaket machen. Das Ergebnis kann man sich ab dem 16.November 19 Uhr ansehen.

Digitale Museumspraxis #7 – Users wanted!

Das Museumsportal ist das zeit-fuer-mehr-blicke-foto-franziska-muchaDach, unter dem alle zukünftigen digitalen Angebote zusammengeführt werden. Es ist die vielseitige Webpräsenz des Museums, die das neue Haus in Inhalt und Funktionsweise widerspiegeln soll. Analog zur Ausrichtung des HMF als Ganzes, soll auch mit dem Portal mehr als nur ein Ort der Information und Wissensvermittlung geschaffen werden; es gilt, einen anregenden virtuellen Ort des Austauschs und der Vernetzung entstehen zu lassen, der zur aktiven Mitgestaltung des Museums einlädt.

So die Theorie… Ein erster Bestandteil davon wird nun bald online gehen: Anfang 2017 launchen wir die neue Museumswebsite. Über ein Jahr lang haben verschiedene Kolleg/innen, Gestalter und Medienplaner daran gearbeitet. Als Vermittlungsstelle zwischen den Beteiligten habe ich vor allem die wahnsinnige Koordination und Kommunikation miterlebt, die in so einem Projekt steckt. Mittlerweile haben wir wie Architektinnen die Struktur der Website gebaut und mit Inhalten befüllt. Wir haben versucht den Styleguide der Gestalter umzusetzen und immer wieder bei den Entwicklern die benötigten Elemente angefragt und ausprobiert. Viele kleinteilige „Nodes“ später stehen wir vor einem Prototyp, der bereit ist von Test-Usern benutzt zu werden! Denn wir sehen nur noch Puzzleteile und brauchen dringend andere Perspektiven. Die Zeit ist reif für Usability.

Einen Teil der Tests lassen wir von einem externen Anbieter machen. Dabei wird vor allem die Barrierefreiheit der Website im Fokus stehen. Zusätzlich wollen wir aber auch mit Usability-Tests hier in Frankfurt arbeiten. Dafür laden wir am Dienstag, 15.11.2016 verschiedene User ein, sich 15 Minuten lang durch die Website zu klicken und dabei ihr Feedback zu geben. Wie funktioniert die Navigation? Sind die Inhalte logisch strukturiert? Ist die Gestaltung übersichtlich? Wer spontan Lust hat, ist herzlich eingeladen noch teilzunehmen – we want you for Test-User! Einfach per Mail an Franziska.Mucha(at)stadt-frankfurt.de anmelden oder unten einen Kommentar schreiben. Wir sind gespannt, was wir lernen und erleben werden bei den Tests. Alle Ergebnisse werden dann Ende November in einer Feedback-Runde mit Gestaltern, Programmierern und Museumskolleg/innen ins Projekt zurückgetragen und hoffentlich dazu beitragen, dass wir die eingangs formulierten Ansprüche auch wirklich erfüllen!

Die Patrizierin, Stifterin und Wohltäterin Justina von Cronstetten

Die Stadt Frankfurt gedenkt anlässlich ihres 350. Todestages einer ihrer bedeutendsten Stifterinnen: Justina von Cronstetten (1677-1766). Die alleinstehende Patriziertochter war Alleinerbin eines großen Vermögens, welches sie als fromme Frankfurterin so anzulegen und zu vermehren verstand, dass dieses bis heute eine der beachtlichsten Stiftungen versorgt. Ihr Beispiel zeigt, wie Frauen in einer Zeit, als eine öffentliche Einflussnahme auf das politische und öffentliche Leben nur Männern vorbehalten war, mit klugen Entscheidungen weitreichende Maßnahmen verfolgen konnten. Ihr widmet sich der neueste Eintrag bei den Frankfurter Frauenzimmer.

Zu ihrem Jahrestag hat Andreas Hansert ein lesenswertes und informatives Buch verfasst: Justina Catharina Steffan von Cronstetten (1677-1766). Patrizierin – Pietistin – Stifterin.

 

Historisches museum frankfurt: Justina von Cronstetten, C17719

Amerika erstrahlt in goldenem Licht

Neulich habe ich die Papierrestauratorin Birgit Harand zu einem Termin in den Altbau des Historischen Museums begleitet. Da ich meine Arbeitstage üblicherweise in der Grafischen Sammlung verbringe, war ich gespannt auf den kleinen Ausflug ins Museum.

Dort angekommen, hatten sich schon einige andere dort versammelt: der Hausdienst, der zuständige Kurator, die Koordinatorin von Frankfurt Einst?, eine der Ausstellungsgestalter_innen und die Lichtplaner. Grund für das Zusammentreffen dieser kleinen Expertenrunde, war der Erdglobus des Johannes Schöner von 1515.

Der „Schöner-Globus“ ist das Highlight unserer Sammlung, da er der weltweit älteste Globus mit dem Eintrag „AMERICA“ ist. Seit dem Jahr 1891 befindet sich dieses wertvolle Stück in der Sammlung des Museums. Zurzeit steht er zusammen mit zwei weiteren Globen in einer großen Glasvitrine im Sammlermuseum. Nach der Fertigstellung des Neubaus wird er in die Dauerausstellung „Frankfurt Einst“ umgesiedelt und in einer Einzelvitrine ausgestellt, damit er die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient. Deshalb auch der Termin: Da der Globus nur wenig Licht verträgt, sollte ausprobiert werden, wie er am besten präsentiert werden kann.

Nachdem wir den Globus vorsichtig aus seiner Vitrine herausgeholt hatten, haben wir zusammen besprochen und ausprobiert, unter welchem Lichteinfall der Globus am besten zur Geltung kommt. Zuerst testeten wir, wie es aussieht, den Globus auf einen Spiegel zu stellen. Die Idee dabei war, den Besuchern einen besseren Blick auf die Südhalbkugel, insbesondere Amerika, bieten zu können. Wir stellten alle jedoch schnell fest, dass der Spiegel zu sehr vom Objekt ablenkte und nicht so viel an Information liefert wie erhofft. Wir entschieden uns letztendlich einstimmig für einen vergoldeten und speziell bearbeiteten Sockel, der hervorragend zum Objekt passte und nochmals aufwertet.

Dann mussten die Lichtplaner ran! Aus konservatorischen Gründen darf die Lichteinstrahlung auf das Objekt nicht zu hoch sein, damit das Objekt nicht beschädigt wird. Andererseits sollte das Licht hell genug sein, damit die Besucher_innen die Möglichkeit haben, das Objekt richtig betrachten zu können. Die Richtlinie lautete also: „So wenig Licht wie möglich, aber so viel Licht wie nötig!“. Mit Messgeräten konnten die Lichtplaner die Lichtstärke bestimmen. Um Spiegelungen auf der Objektoberfläche zu vermeiden, wurden die kleinen Probe-Lichtstrahler nicht direkt auf das Objekt gerichtet, sondern auf die vergoldete Platte. Diese reflektiert dann das Licht auf den Globus, wodurch es weniger gebündelt auf den Globus traf.

Insgesamt hat mir der Vormittag im Museum sehr gut gefallen. Besonders schön fand ich, dass auch ich als FSJlerin in die Gespräche miteingebunden wurde und meine Ideen und Einwände miteinbringen konnte.

„Man sieht nur, was man weiß“

Historisches museum frankfurt: "Küfer und Häfner in Karnevalskleidung", Pieter Jansz. Quast, B0619

Küfer und Häfner in Karnevalskleidung lautet die überlieferte Bezeichnung des Gemäldes von Pieter Jansz. Quast, das der Kunsthistoriker Rainer Donandt  den Freunden & Förderern im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kunststück“  Anfang Oktober vorstellte. Das Gemälde gehört zum „Prehnischen Gemäldecabinet“, das der wohlhabende Frankfurter Konditormeister  und Sammler Johann Valentin Prehn (1749-1821) zusammengetragen hatte und in einem gesonderten großen Raum seines Hauses auf der zu jener Zeit angesagten Zeil für Kunstinteressenten zugänglich machte. Die Sammlung Prehns gelangte 1839 als Vermächtnis seiner Erben in das Eigentum der Stadt und später in das Historische Museum. Von der  Sammlung mit den über 800  kleinformatigen Gemälden sind über 160 im Sammlermuseum zu sehen. Alle anderen können sind seit einiger Zeit in einer Online-Datenbank zu erforschen.

Rainer Donandt hatte für seine Präsentation eines der wenigen großformatigen Gemälde  ausgewählt, bei dem es für die Freunde & Förderer schnell zu erkennen war, dass der wohl aus dem 19. Jahrhundert herrührende Titel „Küfer und Häfner in Karnevalskleidung“ nicht richtig sein konnte. Auch die mögliche Darstellung einer Prügelszene, ein im 17. Jahrhundert in den Niederlanden gut verkäufliches Motiv zahlreicher Maler, ließ sich durch den Vergleich mit den gezeigten Werken anderer Künstler ausschließen. Die Lösung für die etwas rätselhafte Darstellung grotesk anmutender Männer gab Donandt mit der deutschen Übersetzung eines am Fuß des Bildes platzierten Schriftbands: „Leere Fässer tönen am lautesten“. Gemäß dem Goetheschen Merksatz  „Man sieht nur, was man weiß“ erschließt sich beim Betrachten auf einen Blick, dass die Vielzahl der leeren Gefäße, mit denen die dargestellten Figuren behängt sind, kaum ein geeignetes Karnevalskostüm sein konnten.

Die bildliche Umsetzung von Sprichwörtern und Redensarten war nach der Erläuterung Rainer Donandts in den Niederlanden im 16. und 17. Jahrhundert ein auch bei berühmten Künstlern und ihren Käufern sehr beliebtes Thema.  Donandt fügte hinzu, dass mit der Darstellung solcher Sinnsprüche ernste Themen mit Witz und ohne „Moralin“ berührt wurden. Über „Witz“ dürfte auch der Konditormeister Johann Valentin Prehn verfügt haben, denn er stellte die jeweils unterschiedlichen Rahmen für seine umfangreiche Gemäldesammlung durch Verwendung eines früher im Bäckerhandwerk gebräuchlichen pflanzlichen Verdickungsmittel „Tragant“ selbst her. Seine Kenntnisse gingen also durchaus über das Backen eines Frankfurter Kranzes hinaus.

historisches museum frankfurt: Führung der freunde & förderer im Prehn-Kabinett

 

Der Sound von Frankfurt – Flugzeuge und Krähen

Wir hatten dieser Tage Besuch aus Rotterdam. Ruud van der Pluim war in Frankfurt, um den Sound unserer Stadt einzufangen. Ruud gehört zum Team des Künstlers Hermann Helle, der unser großes Frankfurt-Modell für die neue Dauerausstellung „Frankfurt Jetzt!“ baut. Der Tontechniker und Soundkünstler streifte einige Tage durch Frankfurt, um Material für das Soundscape zum Modell zu sammeln. Seine Wege führten ihn von Höchst nach Fechenheim, von Norden nach Süden. Bei einem kleinen Zwischenstop im Kindermuseum wollten wir natürlich wissen: Wie klingt denn nun Frankfurt? Die Antwort: planes and crows!

An Flugzeuge hätten wir auch gedacht, aber Krähen? Bis jetzt hielt sie nur für ein lästiges Sonntagmorgen-Phänomen in unserem Hinterhof… Auf Ruuds Aufnahmen tauchen sie aber wohl dauernd auf, im Bahnhofsviertel, den Wallanlagen, am Main und sogar vor den geschlossenen Toren des Industriparks Höchst. Ich werde zukünftig die Ohren spitzen und lauschen, ob sie mir auch so omnipräsent erscheinen.

Das Lauschen durch fremde Ohren bringt so manche unerwartete Erkenntnisse über unsere Stadt zutage!

historisches museum frankfurt: Team-Meeting mit Sound-Bericht im Kindermuseum

Die Geheimnisse der Rückseiten

von Handan Zeylan

Eines der Highlights meines Praktikums im Museum war der Besuch des Depots in der Deutschen Nationalbibliothek. Bepackt mit einem dicken Pulli, von den Kolleginnen vorgewarnt, dass es „da unten“ besonders kühl sein soll und mit einer großen Portion Neugierde stand ich da und wurde von der Gemälderestauratorin Anja Damaschke begrüßt und mit in die Tiefen des Kaninchenbau mitgenommen. Alleine würde ich wahrscheinlich noch heute unten in der DNB umherirren, da „Neulinge“ anfangs große Orientierungsprobleme haben. Im Depot angekommen, begrüßten mich unzählige Kisten, die mit Objekten gefüllt sind, sorgfältig abgedeckte Kleiderständer unter denen sich in meiner Fantasie die faszinierendsten Kleider und Kostüme befinden müssen- und auch einige Dinge, die wie Möbelstücke aussahen, waren aufgestellt. Nach einem kurzen Moment des Umsehens und des Staunens über die Größe des Depots  ging es auch schon los.

Gemeinsam haben Frau Damaschke und ich Gemälde fotografiert, um mithilfe dieser die Informationen, die sich auf der Rückseite der Gemälde und der Rahmen befinden in die Datenbank des Museums einzuspeisen. Ich habe die Gemälde aufgestellt, sie ins richtige Licht gesetzt und abgeknipst. Hierbei ging es aber nicht um eine schöne Reproduktion der Gemälde, sondern um  wichtige Details, die hinten auf dem Gemälde oder dem Rahmen vermerkt sind.

Während ich fleißig fotografierte, kam ich nicht drum rum, mich wie eine Mischung aus Robert Langdon und Indiana Jones zu fühlen, so wie ich da stand und nach geheimen Botschaften gesucht habe. Aber leider war da kein Da-Vinci-Code, kein verlorener Schatz, keine geheime Bruderschaft, die mich daran hinderte, ein Geheimnis zu entdecken, die die Welt, so wie wir sie kennen, total verändert hätte….

Jedoch ließen sich tatsächlich einige Geheimnisse lüften. Es ist unglaublich,wie viel man über die Objekte erfährt, wenn man einen genauen Blick auf die Rückseite wirft. Manchmal hat der Künstler selbst eine kleine Erklärung zum  Bild angegeben oder man erfährt etwas über den  früheren Besitzer oder auch wo es z.B. ausgestellt wurde. Wenn man aufmerksam genug ist, offenbart sich so einem die Geschichte des Objekts. Und so von Angesicht zu Angesicht einem etwa 200 Jahre alten Objekt gegenüber zu stehen und „Geschichte zu berühren“, ist meiner Meinung nach genauso toll wie einen verlorenen Schatz zu entdecken.