Museumsreise nach Basel

historisches museum frankfurt: die freunde & foerderer 2015 in Basel

Der Zug war pünktlich, die Mitreisenden auch. Ein guter Start also in drei Tage Basel mit den freunden & und förderern des historischen Museums Frankfurt, die vor allem mit Museen, Galerien und gutem Essen gefüllt sein sollten.

In Basel: Regen … viel Regen, unentwegter Regen … Nach der Tramfahrt (inklusive Umsteigen im strömenden Regen) und dem Einchecken im Teufelhof legten wir die zehn Minuten Fußweg (bei leichtem Regen) zu einem Snack zurück.

Die erste Museumsstation war das neu renovierte Museum der Kulturen mit seiner Attraktion, einem 16 Meter hohen Kulthaus aus Papua-Neuguinea, in dem dort Initiationsriten stattfinden – nur für Männer versteht sich. Frauen müssen nicht „initiiert“ werden. Wer Museum der Kulturen hört, denkt an dunkle Räume mit zahllosen Schaukästen, randvoll mit Püppchen, Masken, Werkzeugen und Bildern von wilden Kriegern. Aber hier ist alles sehr weitläufig, modern, wohldurchdacht und darauf ausgerichtet, die Besucher nicht nur zu informieren, sondern auch zu unterhalten. Beispielsweise weiß ich jetzt, wie Opium riecht und dass der Duft des gleichnamigen Parfums durchaus eine gewisse Nähe zu einer chinesischen Opiumhöhle hat.

Danach ein kleiner Fußweg (im wieder kräftigeren Regen) zum Museum der Wohnkulturen mit seiner aktuellen Ausstellung, die Museum of broken Relationships heißt und ihren Ursprung in Zagreb hat. Dort hat sich vor Jahren ein Künstlerpaar getrennt und wusste nicht, wie sie mit den gemeinsamen Erinnerungsstücken verfahren sollten, insbesondere mit Honey Bunny, einem Kuschelhasen, der für die beiden eine besondere Bedeutung hatte. Wir Normalsterblichen entsorgen so etwas ja entweder sofort oder umgeben uns noch eine Weile damit, bevor es nach einer geglückten Verarbeitung der gescheiterten Beziehung in eine Kiste im Keller wandert. Die Künstler hatten eine Idee, die ihnen 2011 den Kenneth Hudson Award eingebracht hat. Sie baten ihre Freunde, ihnen ihre Erinnerungsstücke an zerbrochene Beziehungen zu überlassen und eine Geschichte dazu aufzuschreiben. Jetzt reisen diese Dinge und ihre Storys um die Welt. Und überall, wo die Ausstellung Station macht, wird ein Aufruf gestartet, Beziehungssouvenirs und Geschichten einzureichen, die dann ebenfalls dort ausgestellt werden. So wächst die Sammlung kontinuierlich. Mittlerweile sind 2.000 Exponate zusammengekommen. In Basel sind zurzeit 99 zu sehen. Gezeigt werden sie in Symbiose mit der Dauerausstellung, die im Grunde genommen aus dem Gebäude selbst besteht: dem luxuriösen Wohnhaus Kirschgarten aus dem Jahr 1780 nebst zeittypischer (aber nicht originaler) Einrichtung.

Mittlerweile waren alle ein bisschen angeschlagen, hatten Hunger, Durst und Sehnsucht nach ein bisschen Ruhe vor dem Abendessen. Also zurück zum Hotel (im monsunartigen, aber kühlen Regen) und zum gemeinsamen Dinner im Hotelbistro.

Am nächsten Tag dann mal kein Regen, sondern lockere Bewölkung, die ab und zu sogar ein paar Sonnenstrahlen Platz machte. Nach einem formidablen Frühstücksbuffet, zogen wir los zum Museum für Geschichte in der Barfüßerkirche, in dem es neben der Dauerausstellung eine Ausstellung mit dem Titel Fußball – Glaube, Liebe, Hoffnung zu begucken gab. Die Dauerausstellung im Keller beherbergt spektakuläre spätgotische Wandteppiche, kunstvoll gewebte Bilder über das Leben, die Liebe und mythische Wildleute – und es gab etwas, das wir heute Wimmelbild nennen würden. Wir erfuhren, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, alle auf dem Bild gezeigten Pflanzen und Tiere zu bestimmen. Überhaupt war das mal wieder ein Beispiel dafür, wie spannend man ein historisches Museum gestalten kann: mit Videos, Tonaufnahmen, Modellen und einer „Wunderkammer“, in der die wichtigsten Exponate aus allen Abteilungen ausgestellt waren – zum Reingehen und Staunen. Schöne Idee. Vorbei am „Baseler Totentanz“, einem mittelalterlichen Fresko (bzw. dessen Resten), das mal eine Friedhofsmauer geziert hat und daran erinnern sollte, dass der Tod jeden Menschen ungeachtet seines Standes jederzeit erwischen kann, wurden wir in die Fußballausstellung geleitet. Dort erfuhren wir allerlei Erstaunliches über Fans und ihren Ersatzgott. So gibt es in Dortmund einen Kreißsaal mit gelber Geburtswanne und BVB-Bild an der Wand, irgendwo in Italien hat jemand einen Diego-Maradona-Altar gebaut (mit einer „Reliquie“ in Form eines Haarbüschels), und manche Menschen heiraten im Stadion ihres Heimatvereins.

Im diesmal sprühnebelartigen Regen überquerten wir den Barfüßerplatz zum Braunen Mutz, wo uns Suppe und niedliche kleine Pastetchen erwarteten. Nach einem kurzen Spaziergang (mit dem Schirm als wichtigsten Begleiter versteht sich) folgte die Abfahrt mit dem Bus ins Stapferhaus in Lenzburg zur Ausstellung Geld – jenseits von Gut und Böse, die uns von der Leiterin der Ausstellungshalle mit großer Begeisterung nähergebracht wurde.

Tolle Ausstellung! Ziel war, die Frage nach dem Wert des Geldes zu stellen ohne wertend zu sein. Und so steigt man zuerst eine Treppe hoch ins „Paradies“, einer Installation mit Goldeseln, Geldbäumen und Landschaften, in denen Gold und Geld statt Milch und Honig fließen, um sich dann von den mannshohen Köpfen einer Handvoll Denker und Ökonomen in Form eines multimedialen Streitgesprächs unterschiedliche Wirtschaftstheorien und -philosophien erklären zu lassen und an einer kleinen Umfrage zum Thema Geld und Glück teilzunehmen. Die Ergebnisse werden ständig aktualisiert und im nächsten Raum präsentiert. Dort gab es weitere zum Teil erschreckende Statistiken, u.a. über die Verteilung des Reichtums in der Welt und die Ver(sch)wendung von Staatsgeldern, und man erfuhr, was wem „lieb und teuer“ ist – von einem Pfund Salz, über einen Quadratmeter Autobahn bis hin zum Louis-Vuitton-Täschchen und einer Flasche Luxuswein – alles spannend aufbereitet. In vier Beichtstühlen liefen Tonaufnahmen, von denen ich mir eine angehört habe: Eine Frau berichtete darüber, dass sie gegen Bezahlung an medizinischen Versuchen teilnimmt und sich dabei auch schon mal für ein paar Euro die Blase bis fast zum Platzen auffüllen ließ oder (für 3.000 Euro) wochenlang eine Zahnklammer trug, die sie zwischendurch immer in unterschiedliche, mehr oder weniger zahnschädliche Substanzen tauchen musste.

 

Zum Abschluss gab es noch das Dagobert-Feeling: ein Raum mit 200.000 Franken in 5-Rappen-Stücken – alles war voller Gold. So macht Geld direkt Spaß. Man wurde regelrecht wieder zum Kind, zumindest mal bis das Licht ausging und die Zusammenfassung eines Essays zu hören war, dessen Namen und Autor ich leider vergessen habe – auch hier wieder Gelegenheit, über das eigene Verhältnis zum Geld nachzudenken. Als kleines Abschiedsgeschenk bekam jeder eine goldfarbene Münze. Auf der einen Seite ist „Gut“, auf der anderen „Böse“ eingeprägt, denn Geld ist immer so gut und so böse wie das, wann man damit anstellt.

Der Sonntag sollte ganz locker werden: Stadtrundgang mit einem einheimischen Führer (und Schirm), gefolgt von der Paul-Gauguin-Ausstellung in der Fondation Beyeler.

Mein Fazit: Drei Tage mit spannenden Ausstellungen und gutem Essen in einer Stadt, die mehr zu bieten hat als ihre geringe Größe vermuten lässt. Ich habe viel gesehen und einiges gelernt. Wer bis Ende November in der Gegend von Basel ist, sollte sich die Geldausstellung in Lenzburg ansehen – mein persönliches Highlight dieses Wochenendes.

Für die freunde & förderer: Anette M. Quentel

 

 

Die Künstlerin und Kunsthistorikerin Erna Auerbach (1897-1975)

historisches museum frankfurt: Auerbach, Erna, Frauenbildnis in Schwarz, Portrait, 1932, Öl auf Leinwand

Heute erinnern wir an die Frankfurter Künstlerin Erna Auerbach, deren Todestag sich am 23. Juni  zum 40. Mal jährt. Die Tochter aus einer bürgerlichen Familie hatte sich künstlerisch in Frankfurt rasch etabliert: Bereits 1925 fand ihre erste Einzelausstellung in der Galerie Ludwig Schames statt. Von den Nationalsozialisten wurde sie zunehmend eingeschränkt und war von Ausstellungs- und Vortragsverboten betroffen. Im Oktober 1933 entschloss sie sich zur Emigration nach London. Noch aus ihrer Frankfurter Zeit ist im Museum ihr beeindruckendes Selbstporträt von 1932 erhalten.

Zur Ehrung der Künstlerin stellt Dr. Gudrun Jäger auf der Website Frankfurter Frauenzimmer Auerbachs Biografie ausführlich vor. Hier zeigen wir hier darüber hinaus einige ihrer Werke, die das historische museum 1991 vom Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath erworben hat.

 

 

 

 

 

Tulpen im Garten 1930 , Blick auf die Pyrenäen 1933, Anemonen 1936, Herbstblumen 1937 Frühlingsblumen 1938, Hofeingang 1939, Weihnachtsstern 1941

Neu bearbeitet im Juni: Maria Belli-Gontard (1788-1883)

Die Schriftstellerin, Chronistin und Kulturforscherin Maria Belli-Gontard (1788-1883) war weit über ihre Heimatstadt Frankfurt hinaus bekannt. Als eine als eine der wenigen Frauen ihrer Zeit trat sie allein 1845 eine große Reise nach Konstantinopel an. Sie reiste mit Postkutsche, Eisenbahn und Dampfschiff. Ihre Reisebeschreibung veröffentlichte sie 1846.  Außerdem wurde ihr im Alter von 86 Jahren eine außergewöhnliche Würdigung zuteil: Für ihre kulturhistorischen Verdienste wurde sie 1874 vom Freien Hochstift zum „Meister des Freien Deutschen Hochstifts“ ernannt. Ihre bemerkenswerte Lebensgeschichte wurde nun neu bearbeitet und ist bei den Frankfurter Frauenzimmern nachzulesen.

 

historisches museum frankfurt: Maria Belli-Gontardhistorisches museum frankfurt: Marie-Belli Gontard

 

 

 

#FrankfurtModell Sommertour

historisches museum frankfurt: FrankfurtModell in Oberrad, © hmf

historisches museum frankfurt: FrankfurtModell in Oberrad, © hmf historisches museum frankfurt: FrankfurtModell: das Niederursel-Team_6-6-2015 © hmf historisches museum frankfurt: FrankfurtModell in Oberrad,Kinder_30-5-2015  © hmf historisches museum frankfurt: Franzi Mucha und mein Frankfurt-Modell Fahrrad (c) hmf

 

 

 

 

 

Von Juni bis September 2015 sind wir auf Tour mit einem neuen Frankfurt Jetzt! Projekt: mein Frankfurt-Modell. Unter dem Motto „Zeigen Sie uns Ihr Frankfurt!“ und mit dem Hashtag #FrankfurtModell fordern wir zur kollektiven Stadterkundung offline und online auf, die in einem künstlerischen Modell umgesetzt wird.

Dabei haben wir drei Ziele:

  • alle Frankfurterinnen und Frankfurter sollen erfahren, dass wir das heutige, lebendige Frankfurt in einem künstlerischen Modell 2017 ins Museum bringen!
  • Das Modell und die zugehörige Internetplattform bauen auf die Partizipation der Frankfurterinnen und Frankfurter!
  • Breite Teilnahme auf www.mein-frankfurt-modell.de und bei den Aktionstagen in den Stadtteilen!

Um dem großen Vorhaben gerecht zu werden, alle 43 Frankfurter Stadtteile in diesem Sommer zu besuchen, haben wir zum Glück auf die mittlerweile schon fünfjährige „Unterwegs-Erfahrung“ des Stadtlabors bauen können. Wir knüpfen an Strukturen in den Stadtteilen an, nutzen schon bestehende Online-Angeboten zum Thema (z.B. auf Facebook und Twitter) und beziehen Experten und Expertinnen vor Ort mit ein. Wir arbeiten mit Keyworking und verstehen das Museum als Netzwerker, der ein relevanter Teil der Stadtgesellschaft ist. In diesem Netzwerk fallen dem Museum besondere Aufgaben zu: temporäre Ausstellungsprojekte, geknüpfte Beziehungen und Perspektivenwechsel brauchen einen permanenten Ort für Sammlung und Nachhaltigkeit.

Mit mein Frankfurt-Modell möchten wir diese Ansprüche umsetzen. Dabei involvieren wir die Frankfurterinnen und Frankfurter bereits im Entwicklungsprozess des Modells und der digitalen Plattform, beziehen ihr Wissen und Feedback in die Konzeption mit ein und bieten bereits  Anknüpfungspunkte.

Als ersten Schritt beginnen wir diesen Sommer mit der Frage: Was sind die Besonderheiten, Eigenarten, Merkwürdigkeiten der Stadtteile? Welche Orte und Unorte sind wichtig für das Modell? Welche Geschichten und Insider-Informationen gibt es? Wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme beim Aktionsstand und im Internet. Apropos… die Twitter-Community darf sich über ein besonderes Event im Laufe des Projekts freuen! #Überraschung #Bald

Das Museum der Dinge reist zu den Frankfurter Dingen

Das Werkbundarchiv-Museum der Dinge beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit Dingen  – wie wir sie aus unserem alltäglichen Leben kennen, wie wir sie zu Hause stehen haben oder etwa aus familiären Zusammenhang kennen – Designstücke, Alltagsobjekte, Massenware….. Die Sammlung umfasst Stücke vor allem aus dem 20. Jahrhundert. Das Besondere am Museum der Dinge ist der vielfältige Dialog, der mit den Dingen auf vielerlei Ebenen geschieht; das Museum versteht sich als lebendiges Archiv.

Fragen zu Geschmack spielen etwa dabei natürlich auch eine Rolle. Ich erinnere mich an die Ausstellung mit den  bösen Dingen oder mit Gustav Pazaurek gesagt, die Dinge, die Geschmacksverirrungen aufweisen. Am interessantesten fand ich hierbei, dass die damals von Pazaurek 1909 aufgestellten Richtlinien bis in die Gegenwart verlängert wurden und ich doch hier eine von mir gern benutzte Kanne finden musste…

Kurzum: das Museum der Dinge bietet immer einen vielschichtigen Dialog über die Dinge – im Museum und außerhalb. Nun kommt das Museum der Dinge sozusagen nach Frankfurt: die Chefkuratorin Renate Flagmeier wird sich mit der Ausstellung von Karsten Bott und seinen Blick auf die Dinge auseinandersetzen. Am Mittwoch, den 17. Juni geht es in der Ausstellung um die von Karsten Bott gesammelten Dinge und was mit ihnen im Museum passiert – alle sind herzlich zur Führung und zum Vortrag eingeladen!

historisches museum frankfurt: Karsten Bott_Gleiche Vielfache, Foto: hmf/S. Kößling

Merian 3D – Werkstattbericht

Da sich Besuche in der 3D Merian-Werkstatt in Dreieich bei Klaus Grapow leider nicht immer in meinen Terminkalender einfügen lassen, erhalte ich manchmal einen Bericht über den Stand der Dinge. So im April geschehen. Klaus Grapow schreibt:  „Mit dem Abschnitt “Sachsenhausen” wird der erste Teil fertiggestellt. Die gesamte Flußseite Sachsenhausens hat eine Abmessung von: L = 1.45 , B = 0. 80 m. Fertiggestellt ist nun Sachsenhausen komplett, so von Herrn Merian dargestellt, ich glaube, es kann sich sehen lassen. Mein weiteres Vorgehen: Die Gebäude werden wieder abgeräumt und eingetütet, und der ganze Block “Sachsenhausen”, zwischengelagert. Dann beginne ich mit Frankfurt, zuerst den Grund -und Boden, und alles innerhalb der Stadtmauer.” Das Foto des gespritzten Stadtteils stammt von Katja Bernhard, Hr. Grapows Tochter.
Von meiner Seite und von Museumsseite ein herzliches Dankschön an die ganze Familien Grapow und Bernhard für die Berichte, Fotos, Unterstützung des Baumeisters unseres dreidimensionalen Merianplans.

historisches-museum-frankfurt_Merian3D_werkstattbericht

Das kinder museum frankfurt ist Drehort für den Frankfurt Tatort

Am vorvergangenen Sonntag wurde der HR- Frankfurt TATORT mit dem neuen Ermittlerduo ausgestrahlt. Schon am Montag darauf konnten wir mit den neuen TATORT-Kommisaren ein Wiedersehen feiern, diesmal live.

Das kinder museum frankfurt, genauer gesagt der Eingangsbereich, war als ein Drehort für den dritten Fall des Frankfurt-Krimis ausgewählt worden. Morgens um 7.00 Uhr stand schon die gesamt Filmcrew in der Zwischenebene der Hauptwache und baute in großer Geschwindigkeit das Film-Set auf. Vor der Türe des kinder museums und in der S-Bahnstation wurde gedreht. Das kinder museum selbst war Basis-Station und Rückzugsort für die vielen Beteiligten. Am Nachmittag war alles schon wieder vorbei. Wir sind gespannt auf die Sendung dieses TATORTS in etwa einem Jahr. Der Titel ist “TATORT – Die Geschichte vom bösen Friedrich”. Wir sind gespannt, wie lange diese Einstellungen zu sehen sein werden und ob etwas vom kinder museum frankfurt – vielleicht die Eingangstüre, die bunte Fensterfassade oder der knallblaue Fußboden – im TATORT erscheint!

Alles neu macht die MAI?

Taschen voller Ideen Lokoalisierung beim Geocaching Erster Geocache gefunden (Foto: Sonja Thiel) Unsere Erkenntnisse MAI 2015: Star Wars! (Foto: Sonja Thiel) Wie organisiert man Online-Partizipation? (Foto: Sonja Thiel)

 

 

 

 

 

Auf Entdeckungstour bei der MAI-Tagung 2015

Vom 10.-12. Mai war ich auf einer Tagung über “Museum And Internet”, um das Frankfurt-Modell des historischen museums frankfurt vorzustellen. Das Nerds²-Treffen  findet jährlich an wechselnden Häusern statt. Diesmal waren wir in der DASA zu Gast und beschäftigten uns mit dem Thema “Digitales Kuratieren”. Das dichte Programm zeigte sich als Fundgrube voll interessanter Projektbeispiele, die im Detail am besten auf der Tagungsseite selbst nachvollzogen werden können. Wie beim Geocaching (Bilderstrecke) verfolgten wir über die beiden Tage verschiedene Spuren, die neben Star Wars Sammelkarten noch einige andere Erkenntnisse offenbarten:

  • Das digitale Kuratieren meint den kreativen und sinnvollen Einsatz digitaler Medien und Inhalte im Museum, im Stadtraum und an anderen Orten (die für das Museum wichtig sind). Mit der MAI-Tagung gewinnt das Schlagwort weiter an Aufwind, allerdings ist es noch weit entfernt von einer genauen Definition. Das digitale Kuratieren markiert die Schnittstelle medialer Aktivitäten des Museums und steht für die Verbindung von Online und Offline. Mit dem Begriff wird deutlich, dass der Einsatz neuer Medien im Museum nicht mehr länger mit dem Ziel einer abgehobenen, virtuellen Spiegelung verbunden ist, sondern vielmehr eine normalisierte Alltagspraxis anstrebt. Hier ist noch viel Handlungsbedarf: Let’s go to work!
  • Diese Perspektive basiert auf einem Blickwechsel, der aus wissenschaftlichen und martkwirtschaftlichen Bereichen langsam ins Museum sickert. Am Anfang steht die Leitfrage: “Wie wirkt sich das Internet auf Kulturproduktion und -vermittlung aus?”. Als Antwort werden neue Formen der Wissensproduktion ausgemacht, die besonders gekennzeichnet sind durch: Interaktivität, Nicht-Linearität und fortlaufende technische Entwicklungen.
  • Das digitale Kuratieren baut auf ein neues Verhältnis zwischen Individuum und Kollektiv, das mithilfe mobiler Technologien umgesetzt wird. Vom personalisierten Museumsbesuch, bei dem mit eigenem Smartphone (“Bring your own device!”) selbst-kuratierte Rundgänge erlebt werden bis hin zur gemeinsamen Lernerfahrung beim Geocaching-Stadtgang, entwickelt sich momentan ein breites Angebotsspektrum. Abgesehen von der unterschiedlich erfolgreichen Umsetzung (angemessene Mittel sind nach wie vor in den meisten Häusern nicht vorgesehen) ist ein positiver Effekt, dass die Besucherbedürfnisse am Anfang der Überlegungen stehen.

Die Tagung über Museum And Internet

Seit 15 Jahren organisiert der LVR das jährliches Treffen einer fast schon eingeschworenen Szene: Museumsleute, die das Internet lieben und museumsfreundliche Medienprofis treffen aufeinander und überlegen, wie man gemeinsame Sache machen könnte. Die Tagungsthemen reichen einmal Querbeet durch die Kernaufgaben des Museums: Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen, Vermitteln, und “remixen” sie mit den jeweiligen Technik-Trends von Barrierefreiheit im Internet (2003) über Social Media (2010) bis hin zum Digitalen Kuratieren (2015). Herauskommt eine irrwitzige Mischung aus medientheoretischen Reflexionen, musealen Paradigmenwechseln und Projektpräsentationen. Ständige Blickwechsel von der Leinwand zum Smartphone, Links am laufenden Band und ephemere Begegnungen mit Menschen, die man bis dato nur als @Username kannte, gehören zur Tagungsordnung. Nebenbei sind die Besucherzahlen stetig gestiegen und obwohl manche Gesprächsrunde den Gestus der Anonymen Medien-und-Museum-Freaks mimt, kann man sagen MAI ist mit über 200 Besucher/innen im Mainstream angekommen. Ob man mag oder nicht.

MAInstream?

Denn beachtlich war, dass die Diskussionsfreude der letzten Jahre diesmal kaum ausgelebt wurde. Es wurden wenige Fragen im Anschluss an die Vorträge gestellt, nur einmal Kritik geäußert und das mit Ansage: Ich stelle mal eine böse Frage. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen war die Anzahl der Beiträge so hoch, dass keine/r der Anwesenden zu einer Verzögerung des dichten Programms beitragen wollte. Diskussionen verlagerten sich ins Twittermedium, das zwar mit einer Twitterwall im Saal für alle sichtbar war, jedoch kaum in der großen Runde kommentiert wurde. Auf der anderen Seite waren die Beiträge zum Großteil so ausgereift und reflektiert, dass mögliche Kritikpunkte schon antizipiert wurden. Und viele Technologien haben sich von fragwürdiger Zukunftsmusik zu konsensfähigen Schlagern gemausert. Es hat sich wohl über die Jahre ein Common Sense herausgebildet, wenn Museen über das Internet reden. In den einzelnen Tweets zur Tagung finden sich dennoch viele unterschiedliche Stimmen zum ersten und zweiten Tag.

Weiterlesen kann man außerdem hier:

 

 

 

 

Und Action: RTL Hessen drehte beim Stadtgang

Am Donnerstag, den 21. Mai 2015 drehte das Team von RTL Hessen bei dem Stadtgang „Frankfurter Fachgeschäfte – Eine Spurensuche“ mit Dieter Wesp und wir waren als Praktikantinnen natürlich mit dabei.  Der Rundgang durch Frankfurts kommerzielle Kleinode wurde in Anlehnung an die Themen des historischen museums frankfurt entwickelt und wir waren gespannt, welche Spuren wir gemeinsam finden würden.

Als wir pünktlich um kurz vor 17 Uhr am historischen museum ankamen, von wo aus der Stadtgang starten sollte, gab es ein Problem: das Filmteam war nicht da. Das änderte sich auch um 17 Uhr nicht, als der Stadtgang losging. Am Römerberg angekommen, holte uns das Filmteam dann doch noch ein. So begleiteten uns ein Kameramann und ein Journalist, der Herr Wesp zwischendurch interviewte.
Insgesamt besuchten wir vier ganz verschiedene Geschäfte: Von Knöpfen, über Pelze, Schirme bis hin zu Kaffee erhielten wir einen Einblick in die Geschäfte abseits der Filialketten. In dem Pelzladen durfte eine Teilnehmerin sogar einen echten Pelz anprobieren. Auch wenn ich ganz ehrlich zugeben muss, dass Pelz nichts für mich ist, kann ich nicht leugnen, wie schön flauschig es sich anfühlt. Am meisten hat mir gefallen, dass die Inhaber bzw. die Angestellten uns jeweils selbst etwas über ihren Laden erzählt haben. Man hat gemerkt wie sehr sie ihren Beruf leben und lieben. Im letzten Fachgeschäft – dem Kaffee Wackers – angelangt, holten sich einige der zahlreichen Teilnehmer/innen einen Kaffee. Ein schöner Abschluss für einen spannenden Stadtgang.
Ich bin ziemlich gespannt wie der fertige Fernseh-Beitrag aussehen wird – zumal auch wir Praktikanten interviewt wurden. Den genauen Sendetermin konnte uns bis jetzt allerdings noch keiner nennen…

historisches museum frankfurt _Dreh auf dem Römerberghistorisches museum frankfurt_Knopfsortiment Wächtershäuserhistorisches museum frankfurt_ Dreh Wächtershäuserhistorisches museum frankfurt_Dreh Türpitz

historisches museum frankfurt_Schirm Klippelhistorisches museum frankfurt_Wackers Kaffeehistorisches museum frankfurt_ Interview

 

 

 

 

#imt15 #MuseumSound und #twitterfrei im historischen museum

Am 17.5. ist wieder der Internationale Museumstag! Das diesjährige Motto “MUSEUM. GESELLSCHAFT. ZUKUNFT.” passt auch gut zu unserem Haus, verwandeln wir uns doch seit einigen Jahren schon vom Spartenmuseum für Geschichte zum modernen Stadtmuseum für Gegenwart und Zukunft….

Seit einiger Zeit wird der Museumstag auch von social media-Aktionen begeleitet. Auch das hmf  beteiligt sich in wieder mit dem Format twitterfrei! Dieses Jahr lautet das Motto: Wie klingt Museum? Unter den hashtags #IMT15 und #MuseumSound soll eine große Sammlung an Tönen in Museen und Ausstellungen entstehen. Und wenn der Tweet noch unseren Twitternamen @histmus enthält, kann so der ganz eigene Klang des hmf für alle sichtbar werden.

Sounds können nicht nur im Saalhof, sondern auch in unserer neuen  Stadtlabor unterwegs-Ausstellung im Frankfurter Stadtteil Gallus eingesammelt werden. Bereits zum fünften Mal ist das Museum in der Frankfurt unterwegs und nun in der Kleyerstraße 1 (ehemals Autohaus Glöckler) mit “Gallus – Ein Viertel und ein Ganzes” zu Gast. Alle Infos gibt es hier.

Wir sind sehr gespannt auf alle Eure Sounds!

Aktuelle Infos gibt es  hier auf der Seite vom Museumstag. Der DMB begleitet die Aktion auch mit einer Podcast-Reihe und Live-Radio. Eine Anleitung, wie man Sounds in Tweets einbettet, hat der Deutsche Museumsbund hier zusammengestellt. Es empfiehlt sich, auch dem @museumstag  auf twitter zu folgen.

Hier nochmals das Wichtigste in aller Kürze:

Freier Eintritt ins historische museum frankfurt am 17. Mai  von 10-17 Uhr für Twitterwillige mit Smartphone etc. und aktivem Twitteraccount. Unser Tipp: die Führung um 14 Uhr.
Um den freien Eintritt an der Kasse zu erhalten, solltet Ihr Euer Smartphone/Tablet sowie Euren Twitternamen parat haben.

Eure Tweets sollten beinhalten:
die hashtags: #IMT15 oder/und #MuseumsSound und in der Ausstellung Gallus – Ein Viertel und ein Ganzes #stadtlabor (wir haben es ausprobiert: es bleiben noch Zeichen, um zu twittern) und unseren  Twitternamen: @histmus – zwar geht es um Klänge, aber andere Themen sind natürlich auch willkommen!

Wer noch Anregungen benötigt: um 14 und 15.30 Uhr bieten wir  Führungen  im Sammler- und Stiftermuseum und in der Karsten Bott-Ausstellung an  – für Twitter_innen frei.

 

historisches museum frankfurt: Plakat zum #IMT15 #MuseumSound