2016! Blick zurück und Blick nach vorne

Bevor das Neue Jahr uns wieder in die Mangel nimmt, noch ein kleiner Rückblick auf 2015 und einen Ausblick auf 2016.

2015 ist in den Augen aller Kolleginnen sooo schnell vorbeigegangen! Wir haben tatsächlich sechs Ausstellungen eröffnet, darunter (wieder mal) ein Stadtlabor unterwegs, und das ohne kinder museum und caricatura. Einige Kolleginnen waren mit dem Rad für mein Frankfurt-Modell unterwegs, haben 43 Stadtteile abgeklappert und 1333 Fragebogen eingesammelt.

Die Neukonzeption hat das Jahr bestimmt. Das neue Ausstellungshaus nimmt immer mehr Form an – innen wie außen. Dank des großen Engagements von allen sind wir auch so richtig weit gekommen – auch wenn wir manchmal nicht wussten, wo uns der Kopf steht – unzählige Besprechungen und workshops haben wir absolviert, Objekte begutachtet, Ausstellungspläne durchgeackert und uns um den Ausstellungs- und Vitrinenbau gekümmert…  das gilt insbesondere für die stadtgeschichtliche Ausstellung Frankfurt Einst?, die ich natürlich besonders im Auge habe.

Auch das Kolleginnen-Karussel hat sich mal wieder gedreht: Die Volontäre Arno Helwig und Franziska Mucha haben sich (fast) verabschiedet, dafür sind Katharina Böttger und Anja Fröhlich gekommen. Franziska Mucha wird künftig die digitale Strategie des Museums koordinieren und ausbauen – dazu bald einmal mehr. Puneh Hennings Stipendium „Kulturelle Vielfalt und Migration“ ist auch leider schon wieder vorbei. Sie kann zum Glück das Projekt „Sammlung divers Sichten: Neue Blicke auf historische Objekte“ betreuen und wird auch hier im Blog davon berichten.

Meine persönliche Highlights waren die workshops mit Gestaltern und Künstlerinnen zur Planung der Schneekugel. Auch die Übergabe der Handpuppen von Liesel Simon im Sommer hat die Museumsarbeit so angenehm bereichert.

Im Blog haben wir es bei all den anderen Dingen 2015 immerhin geschafft, 62 Beiträge zu publizieren – das sind durchschnittlich fünf pro Monat. Sehr schön war es, von Eliska aus Tschechien zu hören, die hier im Museum mal ein Praktikum gemacht hat und nun einen Bericht aus Pilsen schrieb. Wir haben ein Tweetup in der Karsten-Bott-Ausstellung gemacht und Corinna Engel hat eine Bloggerreise organisiert. – Unsere Social-Media-Reflexionen bekommen noch einen eigenen Bogbeitrag  (und wird dann hier verlinkt).

Und wie geht es 2016  weiter: vor mir liegt eine lange Liste: dieses Jahr wird mächtig viel passieren, und wie immer, alles gleichzeitig. Mitte des Jahres wird das neue Ausstellungshaus bezugsfertig – dann wird sich heraustellen, ob wir alles bedacht haben.  Beginnen wollen wir mit einem Leerlauf – dazu auch bald mehr. Ein großer Einschnitt wird auch der Rückzug der Verwaltung an den Museumsstandort sein. Allerdings zieht nur die Hälfte der Belegschaft um – die Werkstätten der Restauratoren bleiben am Westbahnhof. Das kinder museum wird wieder von der Hauptwache in den Saalhof ziehen. Wir müssen also an vieles denken…. da kann einem schon etwas bange werden!

Aber wie heisst es immer so schön: step by step – so konnte ich schon mal das Alphabet aus Holzlettern abhaken, dass mal in Frankfurt Einst? im Bereich „Kommunikation“ eingesetzt wird und uns nun schon vorliegt.

historisches museum frankfurt: Holzlettern für Frankfurt Einst?

 

Modelle und Debatten zur Frankfurter Altstadt

Die Auseinandersetzung um Bebauung, Funktion und Gestalt der Frankfurter Altstadt ist ein Drama. Gemeint sind damit nicht (nur) die jüngsten Kontroversen zum aktuellen Dom-Römer-Projekt. Nein, die Altstadt bot weit über hundert Jahre Anlass für endlose Debatten zwischen Bürger, Lokalpolitiker, Architekten und Städteplaner. Herausgekommen ist ein bühnenreifes Drama in mehreren Akten.

Die ganze Entwicklung der Altstadt und der sich darum rankenden Debatten kann ab 2017 in der neuen Dauerausstellung „Frankfurt Einst?“ nachvollzogen werden; in Bildern und Dokumenten sowie durch Zitate der Akteure und einer medialen Inszenierung. Eine zentrale Rolle dabei spielen natürlich auch diverse Modelle aus der Sammlung des hmf. Sie illustrieren markante Zeitpunkte in der städtebaulichen Entwicklung der Altstadt. Allerding wäre es fatal, die Darstellung in den Modellen als Dokumentation zu sehen. Modelle sind häufig ideologisch aufgeladen und stellen selbst eine Aussage dar oder spiegeln eine Intention wieder. So kann beispielsweise das übertrieben dargestellte Zerstörungsmodell als „Argumentationshilfe“ für eine Modernisierung der Altstadt gewertet werde. Auch das berühmte Treunermodell ist eher romantisiertes Sinnbild der mittelalterlichen Altstadt als eine exakte Wiedergabe der Wirklichkeit.

Im Rahmen der neuen Dauerausstellung wird, neben den derzeit im 1. OG des Museums gezeigten Modellen, ein weiteres ausgestellt, auf das der Aspekt der Instrumentalisierung besonders zutrifft. Es zeigt am Beispiel des ehemaligen Handwerkerhöfchens eine Entkernungsmaßnahme aus dem Jahr 1936; mittels einer Kurbel wird der Abbruch einiger Häuser in der eng stehenden Altstadtstruktur angedeutet, der Platz für eine großzügigere und damit verbesserte Wohnsituation machen soll.

historisches museum frankfurt - Kurbelmodell 02 historisches museum frankfurt - Kurbelmodell 01 historisches museum frankfurt - Kurbelmodell 03

Entkernungen und Sanierungen zur Steigerung der Lebensqualität in der Altstadt waren bereits Teil der umfangreichen Planungen Ernst Mays in den 1920er Jahren. Unter den Nationalsozialisten erhielten solche Maßnahmen allerdings eine andere Konnotation. In den Begrifflichkeiten der Zeit ging es um eine „Gesundung der Altstadt und des Volkes“, was auch die „Beseitigung asozialer Elemente“ (gemeint sind in der Altstadt lebende Menschen!) oder die Errichtung von Brandschneisen für den Kriegsfall mit einschloss. Das Entkernungs-Modell von 1936 aus dem damaligen Amt für kommunale Gesamtentwicklung und Stadtplanung hatte auch den Zweck, dafür zu werben.

Mit Blick auf die Ausstellungsplanungen bildet dieses, intern gerne auch „Kurbelmodell“ genannte, Objekt eine Besonderheit; nicht nur die Altstadthäuser sondern auch der Sockel ist historisch. Um das Modell samt Unterbau zu bewahren, wird das Exponat nun als Ganzes unter eine Glashaube gestellt. Dazu wurde es im Depot ausgepackt und exakt vermessen. Damit sollte es die Zeit in den künftigen Ausstellungsräumen des historischen museums gut überstehen – selbst wenn zwischen den Besuchern von „Frankfurt Einst?“ erneute, hitzige Debatten zur Frankfurter Altstadt entbrennen sollten.

Baustellenbegehung

Die Fassade an unserem Museumsbau wächst und wächst, das Kleid aus rotem Mainsandstein umschließt den Bau bald vollständig. Auch der technische Innenausbau ist schon ziemlich weit gediehen.
Die Fenster sind bereits alle eingesetzt, das Foto zeigt ein oberes Geschoss des Eingangsgebäudes. Die Verkabelung ist im 2. Obergeschoss angekommen. In den zukünftigen Ausstellungsräumen für „Frankfurt Einst?“ liegt inzwischen der Fußboden und die endgültigen Treppenstufen werden zur Zeit gesetzt.
Das erste Objekt ist schon im Ausstellungshaus. Es ist Karl der Große in Sandstein, hier ist der Bericht dazu zu finden. Er ist mit einer Holzkiste geschützt und musste eingebracht werden, bevor der Fußboden gelegt wird. Es ist auch eine kreisrunde Aussparung auf einem der Fotos zu sehen. Das ist der spätere Ausstellungsbereich, in dem nachher eine Drehbühne für  die Galerie „Kaisermacher“ stehen wird. Das Dachgeschoss für „Frankfurt Jetzt!“ ist nach wie vor immer wieder einen Besuch wert, vor allem wegen der Blicke in den Raum und das offene Dach. Noch kann man von einen späteren Technikraum, in den großen Doppelgiebelraum blicken. Das wird später leider nicht mehr möglich sein.

Im Außenbereich hinter dem Saalhof schreiten die Arbeiten auch voran; dort waren noch einmal archäologische Funde zu Tage getreten. Nachdem nun alles dokumentiert ist und geklärt wurde wie man damit verfährt (wieder zudecken und erhalten) steht dem Baufortschritt nichts mehr im Weg.

Das erste Objekt ist eingebracht!

Von Weiten sieht es wenig spektakulär aus (und leider etwas unscharf): Im noch unfertigen Ausstellungsraum von Frankfurt Einst? steht seit ein paar Wochen eine große Holzkiste.

historisches museum frankfurt: Karl der Große ist wieder da

Darin verbirgt sich ein Monarch – denn Karl der Große ist zurück! Erinnern Sie sich noch an die spektakulären Bilder beim Abtransport der Steinskulptur, die den Eingang des Betongebäudes hütete? Über drei Jahre ist das nun her. Seitdem stand Karl im Steindepot.

Da er doch etwas gewichtig ist (knapp 3 Tonnen), musste er in den Ausstellungsraum eingebracht werden, bevor der Boden verlegt wird.
So konnten die Passanten an einem Juli-Morgen auf dem Römerberg einen liegenden Kaiser beobachten, den aber nichts aus der Ruhe bringen ließ.

Auch innen im Ausstellungsraum wurde es nochmals so richtig spannend: Wie kommt Karl auf seinen Sockel? Das dauerte dann schon etwas seine Zeit, musste doch jeder einzelne Arbeitsschritt gut durchdacht werden. Aber alles klappte natürlich wunderbar!

Nun steht Karl gut eingehaust und harrt der Dinge, die um ihn herum noch in den nächsten beiden Jahren bis zur Eröffnung geschehen.

Neulich auf der Baustelle…

… es ist schon eine Weile her, dass ich auf der Baustelle war und von dort berichtete. Inzwischen ist die Verschalung der Betonarbeiten abgenommen und auch die Baustützen sind entfernt. Der Rohbau ist so gut wie abgeschlossen, es werden schon die Fenster eingesetzt und die Elektrokabel verzogen.

An der Mainseite des Museums ist ein Muster der Fassade aufgebaut, so wie sie jetzt umgesetzt werden soll. Es wird im xxx damit begonnen, die Fassade in Naturstein aufzumauern. Der Basalt stammt aus der Eifel, der Sandstein von Main und Neckar. Bis Oktober soll das Sandsteinkleid des Museums fertig sein. (siehe Foto).

Der Stauferhafen, der 2012 bei den Ausschachtungsarbeiten für den Neubau gefunden wurde, war zwischenzeitlich wieder zugedeckt, um ihn zu schützen. Jetzt wird er wieder Aufgegraben unter Aufsicht der Stadtarchäologen. Ob noch mehr gefunden wird, als 2012? Vielleicht ein Schiff oder Boot – auf der Wasserseite des ehemaligen Hafens?

Auch die Ausgrabungen an der Nord-Westseite des Staufischen Gebäudes haben Grundmauern, ein Stück der Stadtmauer, Brunnen, einen Kanal und Sickergrube zu Tage gefördert. Diese Funde werden alle dokumentiert und anschließend wieder zugedeckt.

Auf dem Weg durch sämtliche Gebäudeteile und Räume konnten wir uns schon gut vorstellen, wo welche Ausstellungsbereiche, Objektensembles und Großobjekte stehen werden. Wir konnten uns auch die Möblierung des Eingangs- und Kassenbereichs, des Cafés, der Garderobe und die Einteilung der Büroräume gut vorstellen. Oben im 2. Geschoss des Ausstellungshauses sind an der Nordseite schon alle 42 Fenster eingesetzt. Im Raum gibt es noch die Möglichkeit von oben in den Austellungsraum von Frankfurt Jetzt! hinein zu schauen. Dort wird dann später das große Frankfurt-Modell zu sehen sein und am anderen Ende des Raumes die Bibliothek der Alten.

 

 

Altstadtspolien

Die Gestaltung der Frankfurter Altstadt weist derzeit zwei markante Baustellen auf; die Bebauung des Dom-Römer-Areals und den Neubau des historischen museums frankfurt. Beide Vorhaben werden im Jahr 2017 abgeschlossen sein und die Altstadt neu prägen. Und noch eine Verbindung gibt es zwischen beiden Projekten; beide werden Teile und Überreste früherer Altstadtbauten integrieren. Das hmf wird einen Teil der Spolien aus seinem Bestand in Fenstern und Nischen des Neubaus präsentieren. Beim Dom-Römer Projekt könnte es darüber hinaus auch zur baulichen Integration solcher Altstadtspolien kommen.

Ursprünglich folgte der Einsatz von Spolien pragmatischen Beweggründen. Heute dienen sie meist als historische Referenz oder werden in künsterlischer Absicht verbaut. So auch in Frankfurts Altstadt; schon in den 1950er Jahren wurden beispielsweise am Römerberg Teile des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Salzhauses reanimiert und für die moderne Fassadengestaltung des Nachfolgerbaus verwendet. Die geplanten Altstadtrekonstruktionen im Rahmen des Dom-Römer-Projekts bieten eine große Fläche für ähnliche Überlegungen. Derzeit wird geprüft, ob und welche Steine aus dem Bestand des historischen museums frankfurt eine Wiederverwendung in der Altstadt finden könnten. Dafür wurden ein paar ausgewählte Stücke für den Abtransport aus dem Depot des hmf vorbereitet.

historisches museum frankfurt: Spolientransport historisches museum frankfurt: Altstadtspolien

Im Hintergrund wartet die bekannte Karl der Große-Statue ebenfalls auf ihren Einsatz – allerdings nicht als Altstadtspolie, sondern als Exponat der künftigen Dauerausstellung „Frankfurt Einst?“.

Richtfest!

Auch wenn heute so manche Traditionen nicht mehr gelten: ein Richtfest muss einfach sein. Vielleicht nicht bei strömenden Regen, wie wir ihn am 17.12.2014  – genau ein Jahr nach der Grundsteinlegung – genießen durften – aber dafür mit sehr vielen Menschen, die alle am Bau beteiligt sind – von  Bauarbeiter und Poliere, Architekten, Politiker, Kollegen…. – es war ein sehr schönes Programm: Erst Reden von Oberbürgermeister, Baubürgermeister,  Kulturdezernent, Architekt, Direktor, dann der Richtspruch, zerbrochenes Glas und Kranz und schließlich ein zünftiges Essen. Eine runde Sache! Hier ein paar sehr atmosphärische Fotos…und hier der link zum twitter-storify.

 

Frankfurts rastlose Altstadt oder aus neu mach alt!?

Das städtebauliche Selbstverständnis Frankfurt ist gefühlt in einer permanenten und rastlosen Selbstfindungsphase. Insbesondere Frankfurts Innen- bzw. Altstadt war in den vergangenen Jahrzehnten, ja sogar Jahrhunderten, immer wieder großen Veränderungen unterworfen. In der jüngsten Zeit sorgte vor allem das Dom-Römer-Projekt für viele Diskussionen innerhalb von Politik und Stadtgesellschaft.

An der Stelle, wo Anfang der 1970er Jahre das inzwischen wieder abgerissene Technische Rathaus stand, befindet sich derzeit eine große Baustelle. Hier wird bis 2017 entlang des alten Krönungswegs zwischen Dom und Römer ein Ensemble aus rund 35 Gebäuden errichtet. Einige davon modern, andere in Material und Gestaltung den Vorkriegsbauten nachempfunden – eine „neue Altstadt“ entsteht. Das Stadthaus, welches den Archäologischen Garten überspannen wird, feierte sogar schon Richtfest.

Auch auf der Baustelle des historischen museums frankfurt in unmittelbarer Nähe kann demnächst der Abschluss des Rohbaus des künftigen Ausstellungsgebäudes vermeldet werden. Was läge also näher, also sich einmal gegenseitig auf der Baustelle zu besuchen?! Den Anfang machte die DomRömer GmbH und lud zur Baustellenbesichtigung und in das künftige Stadthaus ein.

historisches museum frankfurt: Der Krönungsweg begann am Dom

historisches museum frankfurt: In mittelalterlichen Dimensionen historisches museum frankfurt: Der Krönungsweg führte bis zum Römerhistorisches museum frankfurt: Stadthaus-Bausstelle mit Blick auf die Stadt historisches museum frankfurt: Stadthaus-Bausstelle mit Ausgrabungen

Wir erfuhren viel über die Konzeption und Umsetzung der neuen alten Gebäude, über die Herausforderungen bei den Rekonstruktionen und wir entdeckten im wahrsten Sinne des Wortes viele historische Schichten. Auch konnten wir uns einen guten Überblick über die Dimension des Projektes verschaffen und einen ersten Eindruck vom Verlauf der Wege und Plätze gewinnen, die genauer gesagt eher Gassen und Plätzchen sein werden; denn der historische Krönungsweg war aus heutiger Sicht nicht mehr als ein schmales mittelalterliches Sträßchen.

Einen Überblick über den baulichen Wandel der Frankfurter Altstadt und der damit verbundenen Auseinandersetzungen gibt dann ab 2017 die Galerie „Stadtbilder“ der neuen Dauerausstellung Frankfurt Einst?

An allen Ecken gleichzeitig…./Baustellenbegehung

Während die komplizierten Schalarbeiten hoch oben an den Dachgeschossen des Eingangsgebäudes und Ausstellungshauses ausgeführt werden, wird gleichzeitig der Anschluss des Neubaus an den Saalhof im Westen des Gebäudes vorbereitet. Auf der Ostseite wird tief unten noch ein Stück Bohrpfahlwand zurückgebaut und die mittelalterlichen Mauerreste, die früher schon zu sehen waren, wieder freigelegt.

Bei diesen Arbeiten wurde ein Stück der karolingischen Stadtmauer freigelegt. Eine kleine Sensation, denn diese Mauer ist sehr gut erhalten und es war nicht bekannt, dass dovon hier noch etwas erhalten ist! Der staufische Palas gründet auf dieser Stadtmauer, die hier drei Meter stark ist. Vom späteren Museumscafé aus wird man dieses Stück Mauer sehen, das einzige Stück der noch erhaltenen karolingischen Mauer im Stadtgebiet, das sichtbar sein wird.

Beide Dächer werden im Betonguss ausgeführt und nicht gezimmert, da auch dort eine Bauteilaktivierung eingefügt wird. Dies macht die Schalarbeiten so aufwändig. Ein Rundgang über die Baustelle im obersten Geschoss ist etwas Besonderes, solange das Dach noch nicht ganz geschlossen ist. Hier scheint die umgebende Stadt mit ihren Hochhäusern und dem Dom greifbar nahe zu sein.

 

Baustellenbegehung, August 2014

Am vergangen Montag, den 4. August haben wir wieder eine kleine Baustellenbegehung durchgeführt, um uns von den Baufortschritten persönlich und vor Ort ein Bild zu machen. Die Museumsgebäude sind nun im obersten Geschoss angekommen: Die West- und Ostgiebel des Ausstellungshauses werden zur Zeit gegossen wie auch die Nord- und Südwand mit den insgesamt 84 Fenstern. Dieser Raum wird später die Dauerausstellung Frankfurt Jetzt! mit dem Stadtlabor beherbergen. Von dort aus hat man einen phantastischen Blick auf die Stadt von heute. Ein idealer Raum, um gemeinsam über die Stadt und wer oder was sie ist, zu verhandeln.

Auch vom Aussichtspunkt, der etwas aus dem Gebäude herausragt, ist schon die Bodenplatte gegossen. Ich habe mich hinausgewagt und den Ausblick fotografiert. Ein schönes herausragendes Fenster in die Stadt und auf den Fluss. Sehr toll!

Im Eingangsbäude sind unsere Büros mit untergebracht. Damit wir möglichst nah am Geschehen sind – das wünschen wir uns sehr – gibt es auch dort viele Fenster, Ein- und Ausblicke.

Der Teil der Bohrpfahlwand im Osten, vor dem staufischen Bau, der nun nicht mehr benötigt wird und sogar im Weg ist, wird derzeit zurückgebaut. Dort entsteht später ein kleiner Innenhof und das Museumscafé bekommt dort seinen Platz.

Es ist so motivierend, den Baufortschritt zu sehen! Gleichzeitig wissen wir alle, dass wir uns mit unseren Planungen sputen müssen, damit nicht nur das Gebäude, sondern auch die Inhalte fertig werden.